Wie man Kartoffeln einfach in Containern anbaut
Der Kartoffelanbau in Containern ist ideal für alle, die nur wenig Platz zum Gärtnern haben. Der Vorteil: Die Ernte ist besonders unkompliziert, weil alle Knollen an einem Ort wachsen. Kartoffeln lassen sich in Kartoffeltürmen, Mülleimern, Kunststoffbehältern oder sogar in Jutesäcken ziehen. Der Anbau ist unkompliziert und macht der ganzen Familie Spaß – vom Pflanzen bis zur Ernte.
Wann Kartoffeln in Containern pflanzen?
Der Zeitpunkt für das Pflanzen in Containern unterscheidet sich kaum vom Anbau im Beet. Empfehlenswert ist das Pflanzen etwa zwei Wochen nach dem letzten Frost in Ihrer Region. Da der Containerboden schneller erwärmt wird als Erdbeete, können Sie den Pflanztermin eventuell etwas vorziehen. Allerdings sollten Sie darauf achten, Ihre Kartoffelgefäße bei späten Frösten abzudecken oder kurzfristig ins Haus zu holen.
Der richtige Umgang mit Kartoffeln
Es ist eher unwahrscheinlich, dass handelsübliche Kartoffeln aus dem Supermarkt gut zum Pflanzen geeignet sind, es sei denn sie sind biologisch und wurden nicht mit Wachstumshemmern behandelt. Empfehlenswert sind daher sogenannte Pflanzkartoffeln, die bei Gärtnereien oder spezialisierten Bio-Anbietern erhältlich sind.
Grundsätzlich eignen sich große Behälter zum Kartoffelanbau – von Töpfen und Baumschulcontainern bis hin zu Mülleimern. Auch Müllsäcke oder alte Autoreifen sind möglich, allerdings muss man hier auf ausreichende Belüftung und Temperatur achten. Besonders empfehlenswert sind atmungsaktive Stofftöpfe, sogenannte Smart Pots. Sie sorgen für gute Luftzirkulation und eine natürliche Drainage, sodass die Kartoffeln nicht im Wasser stehen und faulen.
Achten Sie bei jedem Behälter auf eine gute Drainage. Wenn keine Abflusslöcher vorhanden sind, bohren Sie unbedingt welche hinein.
Der Kartoffelanbau unterscheidet sich durch das sogenannte „Anhäufeln“ von anderen Gemüsesorten. Dabei werden während des Wachstums regelmäßig weitere Erde angehäuft, sodass unter der Erde neue Knollen entstehen. Zudem werden die Knollen durch die Erdhügel vor Lichteinfluss geschützt, der sie grün werden lässt.
Im Container sieht das Anhäufeln etwas anders aus: Die Pflanzkartoffeln werden zunächst nur knapp mit Erde bedeckt. Während das Kraut wächst, geben Sie in Abständen weitere Erde hinzu, bis der Behälter voll ist.
Tipps für den erfolgreichen Kartoffelanbau im Container
- Pflanzkartoffeln kaufen: Wählen Sie nur gesunde, unversehrte Kartoffeln aus. Lagern Sie sie an einem dunklen, kühlen Ort, bis sich erste Triebe (Augen) zeigen. Gepflanzt werden sollten nur Saatkartoffeln mit zwei bis drei starken Trieben. Wenn eine Kartoffel mehr Triebe hat, kürzen Sie diese auf die drei kräftigsten zurück.
- Kartoffeln schneiden: Schneiden Sie die Knollen mit einem sauberen, scharfen Messer in Stücke, wobei jedes mindestens ein Auge und etwa einen Zentimeter Fruchtfleisch besitzen sollte. Lassen Sie die Schnittflächen 24 bis 48 Stunden trocknen, damit sie abheilen und keine Krankheiten beim Pflanzen eindringen können.
- Vorkeimen: Nicht zwingend notwendig, kann aber das Wachstum fördern. Legen Sie die Stücke an einen kühlen, halbdunklen Ort, bis starke Triebe erscheinen.
- Containerwahl: Verwenden Sie möglichst tiefe Behälter (mindestens 60 cm). Kartoffeln brauchen mehr Tiefe als Breite. In einen 20-Liter-Topf passen zwei Pflanzkartoffeln, in 40 Liter vier Stück. Plastikbehälter sind gut, weil sie die Wärme speichern. Wichtiger als das Material ist jedoch die Drainage durch Löcher.
- Das Pflanzen: Warten Sie, bis kein Frost mehr droht und der Boden mindestens 4 °C warm ist. Füllen Sie den Behälter zunächst mit 10 bis 12 cm Erde, legen Sie die Kartoffelstücke mit den Augen nach oben darauf, und bedecken Sie diese mit weiteren 10 bis 12 cm Erde.
- Pflege: Kartoffeln brauchen gleichbleibend feuchte Erde, besonders an heißen Tagen. Eine tägliche Wassergabe ist empfehlenswert.
- Düngung: Kartoffeln sind keine Starkzehrer. Gut verrotteter Kompost oder Mist versorgt sie ausreichend. Für eine optimale Entwicklung können Sie zusätzlich einmal im Monat einen organischen Flüssigdünger geben. Vermeiden Sie zu viel Stickstoff, da dieser das Blattwachstum fördert, aber die Knollenbildung hemmt.
- Ernte: Sobald die Blätter vergilben und Blüten erscheinen, können Sie mit der Ernte beginnen. Warten Sie nicht zu lange, sonst sind die Kartoffeln trocken und lagern schlecht.
Mit dieser Anleitung gelingt Ihnen der Kartoffelanbau im Container. So freuen Sie sich auf eine reiche Ernte von leckeren, selbstgezogenen Kartoffeln.
