Wie Sie ganze Körbe voller Himbeeren anbauen – egal wo Sie wohnen
Himbeeren sind köstliche, zarte Früchte und gehören zur gleichen Pflanzenfamilie wie Rosen und Brombeeren. Botanisch als Rubus idaeus bekannt, enthalten sie mehr Vitamin C als Orangen und sind sehr ballaststoffreich. Tatsächlich machen Ballaststoffe etwa 20 % des Gesamtgewichts der Beeren aus. Zudem sind Himbeeren kalorienarm, reich an Folsäure, Kalium, Vitamin A, Kalzium, Beta-Carotin und Mangan.
Warum Sie unbedingt eigene Himbeeren pflanzen sollten
Viele wissen nicht, dass die wertvollen Nährstoffe in Himbeeren mit der Lagerzeit schnell abnehmen. Daher ist es am besten, sie direkt nach der Ernte zu verzehren, um den vollen Nutzen zu genießen. Beim eigenen Anbau ist das problemlos möglich. Eine kleine Tasse frischer Himbeeren kann bereits die Hälfte Ihres Tagesbedarfs an Vitamin C decken – ein überzeugender Grund, diese besonderen Früchte selbst zu kultivieren.
Himbeeren sind außerdem einfach in der Pflege und auch für Anfänger gut geeignet. Viele Sorten sind kältebeständig, einige trotzen sogar Hitze und Trockenheit. So findet jeder eine passende Himbeersorte, egal wo er lebt. Darüber hinaus sind Himbeerpflanzen meist widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und Krankheiten, die andere Nutzpflanzen oft beeinträchtigen.
Worauf warten Sie noch? Hier erfahren Sie, wie Sie reichlich köstliche Himbeeren ernten können.
Der umfassende Leitfaden für reiche Himbeerernte
Den optimalen Standort wählen
Bevor Sie Ihre Himbeerpflanzen kaufen, wählen Sie einen geeigneten Platz im Garten aus. Einmal etabliert, bleiben Himbeerpflanzen viele Jahre erhalten. Die Ruten benötigen Stützen wie Zäune oder Spaliere und müssen anfangs gebunden werden. Es lohnt sich, denn mit der richtigen Pflege erwartet Sie langfristig ein ertragreicher Himbeerstrauch. Die jährliche Pflege beschränkt sich meist auf den Rückschnitt.
Himbeeren brauchen volle Sonneneinstrahlung für die beste Fruchtbildung. Ein bisschen Schatten ist verkraftbar, reduziert aber deutlich den Ertrag. Wählen Sie daher einen sonnigen Standort, der möglichst den ganzen Tag Licht bekommt.
Außerdem ist gut durchlässiger Boden wichtig, ebenso gute Luftzirkulation und ein leichter Windschutz. Ein leichter Hang ist ideal, da er Staunässe verhindert.
Die passenden Pflanzen auswählen
Ursprünglich bevorzugen Himbeeren kühlere Klimazonen, doch inzwischen gibt es Sorten für USDA-Pflanzzonen 3 bis 9. Achten Sie darauf, eine Sorte zu wählen, die zu Ihrem Klima passt. Im Gartencenter erhalten Sie meist getopfte Pflanzen, die gut angepasst sind.
Alternativ können Sie auch wurzelnackte Ruten aus ganz Deutschland bestellen. Diese sollten früh im Jahr gepflanzt werden, sobald der Boden frostfrei ist. Planen Sie den Kauf also rechtzeitig.
Es gibt zwei Hauptsorten je nach Fruchtzeitpunkt:
- Sommertragende Himbeeren: Sie tragen nur einmal jährlich von Mitte Sommer bis Ende Saison.
- Zweimal tragende (immertragende) Himbeeren: Sie liefern zwei Ernten, im Herbst und im darauffolgenden Sommer.
Rote Himbeeren sind am verbreitetsten, doch auch violette, schwarze und goldgelbe Sorten sind erhältlich. Da sich die Pflanzen selbst bestäuben, können Sie eine oder mehrere Sorten kombinieren. Möchten Sie Sommer- und Herbst-Himbeeren anbauen, empfiehlt sich jedoch eine getrennte Kultivierung, da die Schnittbedürfnisse unterschiedlich sind.
Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen
Die beste Pflanzzeit für Himbeeren ist der Frühling. Wurzelecht Ruten sollten Sie sofort nach Bodenfrost pflanzen, damit sie vor Sommerbeginn Wurzeln schlagen können.
Getopfte Pflanzen können erst gesetzt werden, wenn keine Spätfröste mehr zu befürchten sind, um Schäden an jungen Trieben zu vermeiden.
So pflanzen Sie Ihre Himbeerruten richtig
Himbeeren wachsen traditionell an Spalieren, wobei das Anbinden die Ernte erleichtert und den Ertrag steigert. Spaliere sorgen für hohe Licht- und Luftzufuhr und erleichtern Rückschnitt und Ernte.
Errichten Sie ein stabiles Spalier mit Draht zwischen zwei Pfeilern. Befestigen Sie die Ruten anschließend mit Kunststoffbindern oder Gartenschnur daran.
Vorbereitung des Pflanzlochs
Himbeeren gedeihen am besten in gut genährtem Boden. Zur Vorbereitung lockern Sie die Erde gründlich auf und arbeiten Kompost oder Mist ein. Graben Sie für jede Pflanze ein etwa 45 cm tiefes und breites Loch. Auch wenn das für kleine wurzelnackte Ruten viel erscheint – die Pflanzen erreichen eine beträchtliche Größe.
Der Abstand zwischen den Löchern sollte drei Fuß (ca. 90 cm) betragen, damit die Ruten genug Platz zum Wachsen haben. Schwarze und violette Sorten wachsen noch kräftiger, hier sind vier Fuß (ca. 1,20 m) Abstand empfehlenswert.
Bei mehreren Reihen lassen Sie mindestens zweieinhalb Meter Abstand, um eine gute Luftzirkulation und bequeme Pflege zu gewährleisten.
Setzen Sie die Pflanzen so in die Löcher, dass die Kronen etwa drei Zentimeter über dem Boden liegen. Drücken Sie die Erde fest an, damit die Pflanzen stabil stehen. Wurzelnackte Ruten sollten vor dem Pflanzen etwa eine Stunde in Wasser eingeweicht werden.
Pflege nach dem Pflanzen
Nach dem Einsetzen der Himbeeren brauchen die Pflanzen etwas Fürsorge, die sich später auszahlt.
Wässern
Himbeeren werden am besten regelmäßig gegossen, anstatt gelegentlich sehr tief. Da die Wurzeln flach sind, sollte die oberste Bodenschicht ständig leicht feucht bleiben. Besonders in der Anwachsphase ist das essenziell. Ein Tropfschlauch ist hier praktisch. Wichtig ist trotzdem, dass das Wasser gut abfließen kann.
Mulchen
Eine Mulchschicht verhindert das Austrocknen des Bodens und unterdrückt Unkraut. Obwohl Staunässe den Pflanzen schadet, benötigen sie doch ausreichend Feuchtigkeit – gerade junge Himbeeren.
Düngen
In nährstoffreichem, organischem Boden müssen Himbeeren meist nur wenig gedüngt werden. Direkt nach dem Pflanzen empfiehlt sich eine ausgewogene Düngung (10-10-10). Im zeitigen Frühjahr fördert stickstoffreicher Dünger das Wachstum.
Später genügt eine jährliche Gabe von organischem Dünger wie Knochenmehl, Fischmehl oder Algenextrakten. Vermeiden Sie Düngung im Sommer und Herbst sowie Überdüngung, da die oberflächlichen Wurzeln schnell Schaden nehmen.
Himbeeren ernten
Auf Ihre erste Ernte müssen Sie nicht lange warten. Normalerweise liefern Himbeeren im zweiten Jahr nach Pflanzung eine gute Sommerernte, da die Frucht an zweijährigen Ruten wächst.
Zweijährige, getopfte Pflanzen können im ersten Jahr eine kleine Ernte bringen. Immertragende Sorten bilden sogar im ersten Herbst Früchte.
Die Sommerhitze fördert die Reife, sodass die Beeren möglicherweise schon nach zwei Wochen erntereif sind. Ernten Sie behutsam von Hand, da die empfindlichen Früchte leicht quetschen. Die reifen Himbeeren lösen sich sehr leicht vom Stängel.
Ab Frühsommer sollten Sie alle zwei Tage ernten. Probieren Sie ruhig auch mal direkt vom Strauch – das ist der beste Genuss! Falls Sie mehr ernten als Sie frisch essen können, empfiehlt sich Teilen, Einfrieren oder Einkochen.
Zum Lagern sollten die Beeren trocken geerntet werden, da Feuchtigkeit Schimmel fördert. Im Kühlschrank halten sie so etwa fünf bis sechs Tage. Waschen Sie die Früchte erst kurz vor dem Verzehr. Zum Einfrieren nach dem Waschen gut trocknen lassen und flach auslegen. Gefrorene Himbeeren eignen sich hervorragend für Smoothies.
Rückschnitt
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist entscheidend für viele und gesunde Himbeerfrüchte. Wilde, ungezügelte Pflanzen investieren ihre Kraft überwiegend ins Blattwachstum und bilden weniger Beeren.
Himbeerruten wachsen in zwei Phasen: Im ersten Jahr entwickeln neue Triebe (Primocane) grünes, vegetatives Wachstum. Pro Pflanze sollten etwa fünf bis sechs gesunde Primocane an der Stütze festgebunden werden.
Im zweiten Jahr werden diese Triebe braun und nennt man dann Floricane. Im Frühjahr werden sie zurückgeschnitten, um Seitenzweige zu fördern, die im Sommer blühen und Früchte tragen.
Der Hauptschnitt erfolgt nach der Ernte: Die zweijährigen, abgeernteten Ruten sterben ab und werden bodennah entfernt. Der Schnitt kann von der Ernte bis zum nächsten Frühjahr erfolgen.
Bei immertragenden Sorten ist der Schnitt anders: Die neuen Ruten tragen im ersten Jahr Früchte im Herbst und im Sommer des Folgejahres. Entfernen Sie nach der ersten Frucht nur einen Teil der Ruten im Frühjahr, damit die Pflanze neue Seitentriebe für die Sommerfruchternte entwickelt.
Schutz der Ernte
Wenn Sie Ihre Himbeeren nicht schützen, können Vögel ihnen zuvorkommen. In diesem Fall hilft ein Netz, um die Früchte zu sichern. Gegen Kaninchen empfiehlt sich gegebenenfalls ein mit Maschendraht geschütztes Beet, damit die zarten Triebe im Frühjahr nicht angefressen werden.
Schädlings- und Pilzbekämpfung
Verschiedene Pilzkrankheiten können Himbeeren schädigen, allen voran die Wurzelfäule. Diese entsteht oft durch Staunässe und führt zu schnellem Welken und Absterben der Pflanzen. Deshalb ist eine gute Drainage so wichtig.
Dichte Bepflanzung begünstigt Pilzbefall. Entfernen Sie daher überzählige Ruten und Zweige, um die Luftzirkulation zu verbessern. Vermeiden Sie außerdem, die Blätter beim Gießen zu benetzen. Regelmäßiger Rückschnitt und Reinigung des Beetes beugen Problemen vor.
Sie können auch resistente Sorten wählen. Gelegentlich können japanische Käfer oder Spinnmilben auftreten – kontrollieren Sie die Pflanzen und behandeln Sie bei Bedarf.
Nährstoffmangel erkennen und beheben
In humusreichen Böden sind Mangelerscheinungen bei Himbeeren selten. Gelbe Blätter und schwache Triebe deuten oft auf Stickstoffmangel hin, der im Frühjahr durch zusätzliche Düngung ausgeglichen werden kann.
Die Verfügbarkeit von Nährstoffen hängt auch vom Boden-pH-Wert ab. Himbeeren bevorzugen leicht saure Böden mit einem pH zwischen 5,5 und 6,5. Zu saure oder alkalische Böden können das Wachstum hemmen. Daher empfiehlt es sich, den Boden bei Zweifeln testen und gegebenenfalls anpassen zu lassen.
Himbeeren sind unkomplizierte, ertragreiche Früchte voller Vitalstoffe. Mit diesen Tipps können Sie sich über eine reiche und schmackhafte Ernte in der Gartensaison freuen.
