Tomatentriebe bewurzeln: Neue Tomatenpflanzen aus Stecklingen ziehen

Tomatensauger bewurzeln: So züchten Sie neue Tomatenpflanzen aus Stecklingen

Entdecken Sie, wie Sie Tomatensauger bewurzeln und mithilfe von Stecklingen neue Tomatenpflanzen ziehen können. Diese einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie Tomaten kinderleicht im Wasser klonen können.

Was sind Tomatensauger?

Tomatensauger sind die kleinen Triebe, die zwischen dem Hauptstamm und den Seitenzweigen einer Tomatenpflanze wachsen. Diese sogenannten „Sauger“ entwickeln sich direkt an der Verzweigung, wo der Ast auf den Hauptstamm trifft.

Wenn Tomatensauger unkontrolliert wachsen dürfen, bilden sie eigene Blätter, Blüten und letztlich Früchte aus – sie können also zu vollständigen Tomatentrieben heranwachsen. Viele Gärtner entfernen Sauger, um die Pflanzen übersichtlicher und leichter zu pflegen, insbesondere bei rankenden Sorten.

Da Tomatensauger sehr kräftig wachsen, lassen sie sich hervorragend wortwörtlich „verwurzeln“ und zu neuen Pflanzen vermehren. Statt sie wegzuwerfen, können Sie die Stecklinge einfach in Wasser stellen und so genetisch identische Pflanzen ziehen.

Sollten Tomatensauger beschnitten werden?

Die Frage, ob Tomatensauger entfernt werden sollten, ist unter Gärtnern umstritten. Einige empfehlen das Entfernen aller Sauger, damit die Pflanze ihre Kraft auf weniger Triebe und Früchte konzentrieren kann. Andere wiederum lassen die Sauger wachsen, um mehr Triebe und mehr Ertrag zu erzielen.

Persönlich schneide ich nicht alle Sauger aus. Frühe im Wachstum entferne ich Sauger und untere Blätter nur, um die Pflanze gut belüftet zu halten und den Kontakt zum Erdreich zu reduzieren. Das schützt vor Pilzkrankheiten wie Braunfäule.

Anstatt die abgeschnittenen Sauger zu entsorgen, bewurzele ich sie, um neue Pflanzen anzuziehen – eine nachhaltige und kostengünstige Methode.

Warum Tomatensauger bewurzeln?

Das Bewurzeln von Tomatensaugern ist eine einfache Möglichkeit, kostenlos zusätzliche Tomatenpflanzen zu ziehen, ohne Samen anzusetzen. Die Triebe entwickeln sehr schnell Wurzeln und können so rasch zu eigenständigen Pflanzen heranwachsen.

Die Vorteile des Bewurzelns von Tomatensaugern:

  • Mehr Pflanzen kostenlos vermehren: Sie sparen Geld und Aufwand, indem Sie die natürlichen Sauger Ihrer Tomatenpflanzen nutzen.
  • Abgeschwächte Pflanzen ersetzen: Wenn Pflanzen im Hochsommer schwächer werden, können frisch bewurzelte Sauger diese ersetzen.
  • Schnelleres Wachstum als bei Jungpflanzen: Die Stecklinge sind bereits ausgereiftes Pflanzengewebe, was ein schnelleres Anwachsen möglich macht.
  • Lieblingssorten klonen: So erhalten Sie identische Pflanzen Ihrer besten Tomatensorte.
  • Erntezeit verlängern: Durch das Nachziehen können Sie Ihre Tomatensaison bis zum Herbst ausdehnen.

Die besten Tomatensorten zum Bewurzeln von Stecklingen

Alle Tomatensorten lassen sich theoretisch über Stecklinge vermehren, doch bestimmte Sorten eignen sich besser für das Bewurzeln als andere.

Liebhaber der indeterminierten Sorten

Indeterminierte Tomaten, vor allem Kirschtomaten, bewurzeln am besten. Diese Sorten wachsen rankend und produzieren den ganzen Sommer über Früchte. Die Sauger dieser Pflanzen bewurzeln schnell und wachsen dann rasch an.

Bestimmte (Busch-)Tomaten

Buschtomaten lassen sich zwar ebenfalls bewurzeln, entwickeln bei mir jedoch meist weniger Früchte über Stecklinge. Da diese Sorten programmiert sind, auf eine bestimmte Größe zu wachsen und dann alle Früchte auf einmal zu bilden, sind sie weniger ideal für diese Methode.

Schnell reifende Sorten wählen

Wenn Sie später in der Saison Stecklinge ziehen, empfiehlt es sich, schnell reifende Sorten zu wählen, damit die Pflanzen rechtzeitig Früchte tragen. Kirschtomaten und Traubentomaten reifen meistens schneller als große Fleischtomaten und sind daher ideal für späten Anbau.

Wann sollten Sie Tomatensauger abschneiden?

Optimal ist das Schneiden der Sauger im Frühsommer, wenn die Pflanzen kräftig und gesund sind und bereits mehrere Sauger ausgebildet haben. Die warmen Temperaturen unterstützen ein schnelles Bewurzeln, sodass sich die Stecklinge gut entwickeln können.

In Gebieten mit kürzerer Vegetationsperiode sollte der Stecklingsschnitt spätestens Ende Juni erfolgen, damit die jungen Pflanzen bis zum Herbst Früchte tragen können.

Was brauchen Sie zum Bewurzeln von Tomatensaugern?

  • Gesunde Tomatensauger von gut gewachsenen Pflanzen
  • Scharfe Gartenschere oder scharfe Schere zum Schneiden
  • Ein sauberes Glas oder Einmachglas mit Wasser
  • Kleine Töpfe oder Pflanzgefäße für späteres Einpflanzen
  • Frische, gute Pflanzerde für Jungpflanzen

Alternativ können die Stecklinge auch direkt in feuchte Erde gesteckt werden. Das Bewurzeln im Wasser ermöglicht jedoch, das Wurzelwachstum gut zu beobachten.

So bewurzeln Sie Tomatensauger Schritt für Schritt

1. Gesunde Tomatensauger auswählen

Wählen Sie Sauger aus, die zwischen 8 und 12 cm (3 bis 5 Zoll) lang, gesund und unverletzt sind. Schneiden Sie die Sauger mit einer scharfen, sauberen Schere oder Gartenschere vorsichtig ab.

2. Stecklinge vorbereiten

Entfernen Sie die unteren Blätter der Stecklinge, sodass nur noch 2-3 Blätter oben verbleiben. So konzentriert sich die Pflanze auf die Wurzelbildung.

Stellen Sie den Steckling in ein Glas mit lauwarmem Wasser, sodass der entblätterte Teil des Stängels vollständig unter Wasser ist.

3. Wurzeln entwickeln lassen

Am Anfang können die Stecklinge leicht welken – das ist normal. Stellen Sie das Glas an einen hellen, aber nicht sonnigen Platz und lassen Sie die Stecklinge in Ruhe wurzeln.

Nach circa einer Woche bilden sich erste feine, weiße Wurzeln am Stängel.

4. Wasser regelmäßig wechseln

Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage, um es frisch und sauerstoffreich zu halten. Verwenden Sie stets lauwarmes Wasser, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu schocken.

5. Stecklinge umtopfen

Sobald die Wurzeln etwa 2,5 cm (1 Zoll) lang sind, können die Stecklinge in kleine Töpfe mit frischer Erde gepflanzt werden. Gießen Sie gut und halten Sie die Erde feucht, bis sich die Pflanzen etabliert haben.

6. Abhärten und ins Freiland setzen

Geben Sie den Jungpflanzen nach einigen Tagen an einem geschützten Ort Zeit, sich an Sonne und frische Luft zu gewöhnen (abhärten). Danach können sie ins Freiland oder in größere Pflanzgefäße umgesetzt werden. Stellen Sie sicher, dass Sie Rankhilfen oder Pflanzstäbe anbieten, damit die Pflanzen gesund und ertragreich wachsen.

Häufig gestellte Fragen zum Bewurzeln von Tomatensaugern

Wie lange dauert das Bewurzeln von Tomatensaugern?

In warmen Bedingungen zeigen sich meist schon nach 5 bis 10 Tagen erste Wurzeln. Die Dauer hängt von Temperatur, Licht und dem Gesundheitszustand des Stecklings ab.

Kann man Tomaten auch aus Stecklingen statt aus Samen ziehen?

Ja, Tomaten sind ideale Kandidaten zum Vermehren aus Stecklingen. Diese Methode klont die Duft- und Geschmacksrichtung der Mutterpflanze und ermöglicht eine schnellere Pflanzung später in der Saison.

Kann man nur Sauger oder auch andere Tomatenzweige bewurzeln?

Grundsätzlich lässt sich jeder gesunde Tomatenzweig bewurzeln, Sauger eignen sich jedoch besonders gut, da sie sich leicht entfernen lassen und nicht die Hauptfruchtproduktion beeinträchtigen.

In welchen Klimazonen funktioniert die Methode besonders gut?

Das Bewurzeln von Tomatensaugern eignet sich am besten für Regionen mit ausreichend langer Vegetationsperiode, damit die jungen Pflanzen noch rechtzeitig Früchte tragen. In gemäßigten Zonen empfiehlt sich ein Stecklingsschnitt und Umsetzen spätestens Ende Juni.

Fazit: Mehr Tomaten aus den eigenen Tomatenpflanzen ziehen

Das Bewurzeln von Tomatensaugern ist eine simple und nachhaltige Methode, um kostenlos neue Tomatenpflanzen zu ziehen und Ihre Ernte zu verlängern. Mit wenig Aufwand und etwas Geduld entstehen aus den kleinen Trieben starke Jungpflanzen, die Ihren Garten im Spätsommer nochmal mit frischen Früchten versorgen.

Probieren Sie es aus – ein Glas Wasser und gesunde Tomatensauger genügen, um Ihre Tomatenernte zu maximieren und Spaß am „Vermehren“ zu haben!

Laisser un commentaire

Votre adresse e-mail ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *