Moose sicher aus dem Garten fernhalten – effektive und humane Methoden
Die Begegnung mit einem Elch im eigenen Garten kann zunächst aufregend sein – bis man bemerkt, dass er gerade die kostbaren Pflanzen verspeist. Elche sind große Säugetiere, die täglich bis zu 50 Pfund (ca. 22 kg) Vegetation fressen, um ihren imposanten Körper zu ernähren. Doch so majestätisch sie auch sind, im Obstgarten oder Gemüsebeet sind sie meist unerwünschte Gäste.
Alles Wissenswerte über Elche im Garten
Elche beeindrucken mit ihren breiten, königlichen Geweihen und großen braunen Augen. Für Gärtner sind sie oft hingegen eine Herausforderung. Anders als Rehe sind Elche meist Einzelgänger – Sie müssen also nicht mit einer ganzen Herde rechnen. Allerdings sind sie deutlich größer, kräftiger und auch aggressiver.
Ein ausgewachsener Elchbulle bringt zwischen 360 und 590 Kilogramm auf die Waage und kann Menschen mehr als nur irritierend wahrnehmen. Daher erfordert es einige Vorsichtsmaßnahmen, um Elche wirksam abzuschrecken. Man kann sich Elche vielleicht am besten wie wilde, ungezähmte Pferde vorstellen, die keine Scheu vor Menschen zeigen.
Elche stellen insbesondere in nördlichen Bundesstaaten der USA und in Kanada ein Problem für Gärten dar. Staaten wie Alaska, Maine, Idaho, Montana, Wyoming, Utah und Wisconsin haben große Elchpopulationen. Dabei verdienen Elche unseren Respekt, denn sie wollen lediglich ihrem natürlichen Leben nachgehen.
Was fressen Elche?
Elche ernähren sich von einer Vielzahl sowohl einheimischer als auch dekorativer Pflanzen. Besonders gern mögen sie Kohlsorten, Salat und Obstbäume – Baumborke, Blätter und Früchte stehen auf ihrem Speiseplan.
- Birke (Betula spp.)
- Labradortee (Ledum spp.)
- Apfel, Zierapfel (Malus spp.)
- Zitterpappel (Populus tremuloides)
- Balsampappel (Populus balsamifera)
- Weide (Salix spp.)
- Vogelbeere (Sorbus scopulina)
- Roter Hartriegel (Vaccinium pauciflorum)
Zudem werden gelegentlich folgende Pflanzen angerissen:
- Tanne (Abies spp.)
- Ahorn (Acer spp.)
- Felsenbirne (Amelanchier spp.)
- Sauerdorn (Berberis spp.)
- Erbsenstrauch (Caragana spp.)
- Kotoneaster (Cotoneaster spp.)
- Hartriegel (Cornus spp.)
- Silberbeere (Eleagnus commutata)
- Wacholder (Juniperus spp.)
- Fichte, Norwegenfichte (Picea abies)
- Coloradofichte (Picea pungens)
- Kiefer (Pinus spp.)
- Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
- Traubenkirsche (Prunus padus)
- Amur-Schlehe (Prunus mackii)
- Johannisbeere (Ribes spp.)
- Rosen (Rosa spp.)
- Himbeere (Rubus spp.)
- Holunder (Sambusca spp.)
- Flieder (Syringa spp.)
- Kriechender Hartriegel (Vaccinium vitis-idaea)
- Gemeiner Schneeball (Viburnum spp.)
7 effektive Methoden, um Elche aus dem Garten fernzuhalten
Um Elche davon abzuhalten, Ihren Garten zu verwüsten, sollten verschiedene Maßnahmen kombiniert werden. Verlassen Sie sich nicht nur auf eine Methode, denn nur so erzielen Sie einen nachhaltigen Erfolg.
1. Stabiler Zaun als zuverlässige Barriere
Elche sind hervorragende Springer und verwenden ihre Körperkraft, um Hindernisse zu überwinden oder niederzustoßen. Ein einfaches niedriges Gartentor hält sie daher nicht vom Garten fern.
- Der Zaun sollte 1,8 bis 2,4 Meter (6-8 Fuß) hoch sein und aus robusten Holzpfosten mit engmaschigem Drahtgeflecht bestehen.
- Eine kostengünstigere Möglichkeit besteht darin, einzelne Bäume oder kleine Bereiche mit dreieckig aufgestellten Zäunen zu schützen. Nutzen Sie dabei stabile Pfosten an den Ecken.
- Stellen Sie den Zaun etwa 60-90 cm vom Baumstamm entfernt auf, um zu verhindern, dass Elche hinein springen.
- Wickeln Sie am unteren Stamm Draht ein und vergraben Sie diesen einige Zentimeter im Boden, damit die Elche nicht darunter hindurchwühlen.
2. Elektrischer Zaun für zusätzliche Abschreckung
Elektrische Zäune bieten eine wirksame Abschreckung, benötigen aber ebenfalls eine robuste Konstruktion. Beispielsweise hält ein sechs Fuß hoher Zaun aus Polyseil mit sieben elektrisch geladenen Reihen die meisten Elche fern.
Ebenfalls bewährt hat sich ein 2,4 Meter hoher Drahtzaun mit zwei elektrifizierten Drähten an der Oberseite. Dieses kombiniert optische Barriere mit physikalischer Warnung, was den Tieren die Überwindung erschwert.
3. Vaseline gemischt mit rotem Pfeffer gegen den Geschmackssinn
Mischen Sie drei Esslöffel rotes Chilipulver mit einem Glas Vaseline und tragen Sie die Mischung auf einige Blätter in Elchnähe auf. Der unangenehme Geschmack vertreibt die Tiere nach ein paar Bissen.
Diese Methode ist jedoch nur sparsam anzuwenden, da die Mischung die Photosynthese der Blätter beeinträchtigen kann. Nutzen Sie sie gezielt an einzelnen Blättern, um den Elchen eine Abneigung zu suggerieren.
4. Lärm als kurzfristiger Abschreckfaktor
Geräusche wie Schreien oder das Schlagen von Töpfen wirken im Sommer oft, um Elche zu vertreiben. Im Winter, wenn die Tiere hungrig und erschöpft sind, lassen sie sich davon jedoch meist nicht beeindrucken.
5. Plantskydd – biologisches und geprüftes Abwehrmittel
Plantskydd ist ein biologischer, OMRI-zertifizierter Tierabwehrstoff, der aus Blut, Pflanzenöl und Wasser besteht. Es wird empfohlen, die flüssige oder pulverisierte Form gegen Elche einzusetzen.
Der Wirkstoff haftet auch bei Regen gut und ist eine der durch Alaskas Behörden am häufigsten empfohlenen Methoden. Vermeiden Sie jedoch die Anwendung auf essbaren Pflanzenteilen wie Salat oder Obst. Da Plantskydd auch als Dünger wirkt, sollten Sie es nicht übermäßig dosieren.
6. Hunde als natürliche Elchabschreckung – mit Vorsicht
In der Natur sind Wölfe Feinde der Elche. Große Haushunde können ebenfalls abschreckend wirken, allerdings besteht ein geringes Risiko, dass Elche aggressiv reagieren und den Hund attackieren. Seien Sie daher vorsichtig, wenn Sie Hunde im Garten einsetzen. Gut ausgebildete Hütehunde sind effektiver, ebenso wie automatische, bewegungsgesteuerte Bellgeräte.
7. Reibepfähle als Alternative zur Entlastung der Bäume
Reibepfähle bieten Elchen eine Stelle zum Kratzen, damit sie nicht Ihre Bäume als Kratzbäume nutzen. Besonders im Spätherbst, wenn männliche Elche ihr Samtgeweih abreiben, sind diese Pfähle hilfreich.
- Stellen Sie 2,4 Meter hohe Rundhölzer am Rand Ihres Grundstücks oder außerhalb des umzäunten Bereichs auf.
- Verankern Sie die Pfähle zwei Meter tief mit Beton, damit sie stabil stehen.
Was funktioniert nicht oder nur kurzfristig?
Einige gängige Tipps zur Elchabwehr sind entweder unwirksam oder werden schnell von den Tieren erkannt und ignoriert.
Tinsel
Glitzerschnüre können Wildtiere und Haustiere schädigen und sollten unbedingt vermieden werden.
Menschliche Haare
Manche Gärtner schwören auf haarige Büschel als Geruchsabwehr. Die Wirkung ist jedoch sehr unterschiedlich und meist eher unzuverlässig. Haare sind aber umweltfreundlich und einen Versuch wert.
Irish Spring Seife
Stark riechende Seifen können kurzfristig abschrecken, verlieren aber rasch ihre Wirkung, da Elche riechintensive Substanzen schnell gewöhnen.
Wie verhalten Sie sich bei einer Begegnung mit einem Elch?
Elche sind im Allgemeinen weniger aggressiv als Bären, können aber in der Paarungszeit oder bei Muttertieren mit Jungen sehr schützend und gefährlich werden. Befolgen Sie diese Tipps, wenn Sie einem Elch im Garten begegnen:
- Halten Sie Abstand und nähern Sie sich nicht.
- Lassen Sie Elchen genügend Raum zum Ausruhen, falls sie friedlich liegen.
- Gehen Sie niemals zwischen Kuh und Kalb.
- Füttern Sie Elche nicht – das ist meist gesetzlich verboten und fördert unerwünschtes Verhalten.
- Gewähren Sie dem Elch einen Fluchtweg, der nicht durch Ihren Aufenthaltsort führt.
- Achten Sie auf Warnsignale wie gesträubtes Haar auf dem Rücken, angelegte Ohren oder Lippenlecken.
- Bei aggressivem Verhalten entfernen Sie sich vorsichtig und stellen Sie etwas zwischen sich und den Elch.
- Im Angriffsfall rollen Sie sich zusammen, schützen Kopf und Nacken und bleiben ruhig liegen.
Vermeiden Sie provokatives Verhalten wie Schneebälle werfen oder Elche zu jagen, da dies zu Gegenangriffen führen kann.
Fazit
Elche sind faszinierende Geschöpfe, doch im Garten können sie zu erheblichen Schäden führen. Durch Kombination von hohen Zäunen, elektrischer Sicherung, biologischen Abwehrmitteln und Verhaltensregeln lassen sich Elchschäden wirksam reduzieren. Mit Respekt und Vorsicht schützen Sie so Ihre Pflanzen und vermeiden riskante Begegnungen.
