12 Häufige Schädlinge und Krankheiten des Kohls

Die 12 Häufigsten Schädlinge und Krankheiten bei Kohl – So Schützen Sie Ihre Ernte

Kohl gehört zu den beliebtesten und zugleich empfindlichen Gemüsesorten im Garten. Jedes Jahr versuchen zahlreiche Schädlinge und Krankheiten, Ihre Kohlpflanzen anzugreifen und den Ertrag zu verringern. Eine gute Vorbereitung und das Wissen, wie man typische Probleme erkennt und behandelt, sind daher entscheidend für eine erfolgreiche Ernte.

6 Häufige Kohl-Schädlinge

Kohl ist Teil der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und teilt viele Probleme mit anderen Pflanzen dieser Gruppe. Hier stellen wir Ihnen die sechs häufigsten Schädlinge vor, die Ihren Kohl befallen können – von den gefürchteten Kohlweißlingsraupen bis hin zu Schnecken.

1. Kohlweißlingsraupe (Kohlhernie)

Die Kohlweißlingsraupe ist die Larve des bekannten Kohlweißlingsschmetterlings (Pieris rapae). Während die Schmetterlinge selbst harmlos und oft im Garten zu sehen sind, richten ihre Larven großen Schaden an. Die hellgrünen Raupen legen sich an den Blättern fest und fressen Löcher durch die Blätter bis hin zum Kohlkopf.

Die Raupen sind ca. 2,5 cm lang und besitzen fünf Beinpaaren. Achten Sie von Frühjahr bis Herbst auf kleine gelbe Eigelege an der Blattunterseite oder grüne Raupen. Handpflücken und das Abdecken der Pflanzen mit Schutznetzen (so genannte Floating Row Covers) sind die effektivsten Methoden ohne chemischen Einsatz. Nützlinge wie Schlupfwespen und Marienkäfer helfen zusätzlich.

2. Kohlwickler (Kohlzünsler)

Der Kohlwickler (Trichoplusia ni) ist ein in Nordamerika verbreiteter Nachtfalter, dessen Raupen den Kohl genauso wie Blumenkohl, Brokkoli, Tomaten oder Spinat befallen. Die Raupen unterscheiden sich vom Kohlweißling durch drei Beinpaare vorne und hinten und ihre „Rumpelwurm“-Bewegung.

Sie legen ihre Eier an die Oberseite der Blätter, und die Larven fressen vor allem an den Außenrändern. Um die Ausbreitung zu verhindern, gilt Händische Entfernung und der Einsatz von Pflanzenschutznetzen als gute Prävention.

3. Kohlläuse

Kohlläuse (Brevicoryne brassicae) sind kleine graugrüne bis dunkelgraue Schildläuse, die sich bevorzugt an Blattunterseiten und Stielen sammeln. Durch das Saugen entziehen sie den Pflanzen wichtige Nährstoffe, was zu gelblichen verfärbten Blättern und teilweise zum Welke führt. Gleichzeitig hinterlassen sie Honigtau, der wiederum so genannte Rußtau-Schimmel fördert und die Photosynthese beeinträchtigt.

Zur Behandlung können Sie die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl entfernen und anschließend Pflanzen mit Neemöl oder insektizider Seife behandeln. Stark befallene Blätter können zudem entfernt und als Hühnerfutter genutzt werden.

4. Kohlwurzelmaden

Die Larven der Kohlfliege (Delia radicum) schädigen die Wurzeln der Kohlpflanzen, was zu Wachstumsstörungen und Absterben führt. Die weißen Larven (etwa 1 cm lang) fressen an den Wurzeln, was die Pflanzen schwächt und gelbe, welkende Blätter verursacht.

Mit Gelbtafeln können Sie Fliegenpopulationen überwachen. Um Larven zu bekämpfen, sind nützliche Fadenwürmer (Nematoden) eine biologische Alternative. Präventiv eignen sich auch Pflanzabdeckungen beim Auspflanzen.

5. Erdraupen (Cutworms)

Erdraupen sind die Larven verschiedener Nachtfalterarten, die vor allem nachts Pflanzenstängel am Boden durchbeißen und so junge Kohlpflanzen absterben lassen. Sie sind meist ungefärbt in Braun-, Grün- oder Gelbtönen und rund 2,5 cm lang.

Hier helfen einfache Abwehrmaßnahmen wie Pflanzenkrägen (z.B. Papierrollen um den Stamm) oder Dünne Schichten von Kieselgur (Diatomeenerde), die das Weichkörpergewebe verletzen und die Raupen abtöten.

6. Schnecken und Nacktschnecken

Schnecken und Nacktschnecken sind bekannte Weidegänger in Gemüsegärten und können ganze Setzlinge auffressen oder große Löcher in Kohlblättern verursachen. Aufgrund ihrer weichen Körper reagieren sie gut auf verschiedene biologische und physikalische Abwehrmethoden. Ein bewährter Tipp ist das Aufstellen von Schneckenzäunen oder das Auslegen natürlicher Köder.

6 Häufige Kohl-Krankheiten

Schädlinge schwächen die Pflanzen nicht nur direkt, sondern können auch Krankheitserreger verbreiten. Viele Kohlkrankheiten hängen von Klima, Anbauumgebung und der Pflege ab. Gute Wasserführung (Bodenbewässerung), ausreichende Pflanzabstände, Unkrautbekämpfung und Fruchtwechsel sind wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung.

1. Kohlhernie (Clubroot)

Verursacht durch den bodenlebenden Pilz Plasmodiophora brassicae, deformiert diese Krankheit die Wurzeln so stark, dass die Pflanzen nicht mehr ausreichend Nährstoffe aufnehmen können. Typische Symptome sind geschwollene, knollige Wurzeln, schlaffe, gelb werdende Blätter und starkes Pflanzenwachstumsstopp.

Der Pilz überdauert mehrere Jahre im Boden, daher sollte Kohl nicht auf dem gleichen Beet nachgepflanzt werden. Befallene Pflanzen unbedingt entsorgen – nicht auf den Kompost werfen. Mehr Informationen zur Bekämpfung finden Sie in unserem ausführlichen Kohlhernie-Ratgeber.

2. Schwarzer Kohlbrand (Black Rot)

Der bakterielle Erreger Xanthomonas campestris pv. campestris verursacht den Schwarzen Kohlbrand, der sich bei warmem, feuchtem Wetter rasant ausbreitet. Erste Anzeichen sind charakteristische gelbe V-förmige Flecken am Blattrand, die später schwarz werden und sich über die Blätter ausbreiten.

Die Pflanzen welken, Köpfe wachsen deformiert oder sterben ab. Eine Behandlung ist schwierig, daher gilt schnelles Handeln bei Erkennen der Symptome. Näheres erfahren Sie in unserem Schwarzer Kohlbrand-Guide.

3. Echter Mehltau (Powdery Mildew)

Diese Pilzkrankheit zeigt sich als weißer bis grauer Pulverbelag auf Blättern und wächst besonders bei warmem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit. Mehltau stresst die Pflanze und vermindert die Fotosynthese, tötet sie aber selten.

Gegenmaßnahmen sind einfach: Milch-Wasser-Gemisch (1 Teil Milch, 3 Teile Wasser) alle fünf Tage aufsprühen, bis die Symptome verschwinden. Für weiterführende Tipps besuchen Sie unseren Mehltau-Ratgeber.

4. Falscher Mehltau (Downy Mildew)

Im Gegensatz zum echten Mehltau tritt Falscher Mehltau vermehrt bei kühlem, feuchtem Klima auf. Sichtbar ist grauer Pilzrasen auf der Blattoberseite, der sich ausbreitet und Photosynthese verhindert. Blätter rollen sich ein und sterben ab.

Behandlung erfolgt mit kupferhaltigen Fungiziden, die regelmäßig aufgetragen werden müssen. Befallene Pflanzenteile sollten entfernt werden. Weitere Details gibt unser Falscher Mehltau-Guide.

5. Fusariumwelke (Fusarium Wilt)

Diese bodenbewohnende Pilzkrankheit wird durch Fusarium oxysporum f. sp. conglutinans verursacht und ist besonders in warmen, nassen Witterungen aktiv. Die Symptome ähneln dem schwarzen Kohlbrand, jedoch verfärben sich die Blätter oft nur einseitig gelbgrün und die Stiele zeigen braune Verfärbungen.

Die Pflanze wächst schlecht oder stirbt innerhalb von Wochen ab. Befallene Pflanzen können nicht geheilt werden. Abhilfe schaffen resistente Sorten und Fruchtwechsel. Empfehlenswerte Sorten sind „Bugner“, „Red Hollander“ oder „Wisconsin All Seasons“.

6. Alternaria-Blattflecken

Der Pilz Alternaria brassicicola verursacht dunkelbraune bis schwarze Flecken auf Blättern und Stielen. Er benötigt warmes, feuchtes Wetter für die Verbreitung. Auf den Blättern entstehen violette, pelzige Sporenmassen.

In schweren Fällen wird die Pflanze geschwächt oder verliert Blätter. Frühe Behandlung mit Fungiziden wie Bonide’s Fung-Onil kann helfen. Weitere Infos finden Sie in unserem Alternaria-Guide.

Fazit: Gesunder Kohl dank Wissen und Vorsorge

Wer seine Kohlpflanzen vor Schädlingen und Krankheiten schützen möchte, sollte den Garten regelmäßig kontrollieren, Schädlinge früh erkennen und konsequent handeln. Natürliche Methoden, wie handliche Entfernung der Schädlinge, der Einsatz von Nützlingen und physische Barrieren wie Pflanzabdeckungen, sind oft wirkungsvoll und schonen die Umwelt.

Wichtig: Achten Sie auch auf eine gute Fruchtfolge und vermeiden Sie Kohl auf demselben Beet in Folgejahren. So beugen Sie Krankheiten langfristig vor und sichern eine reiche, gesunde Ernte von Weißkohl, Rotkohl, Wirsing und anderen Kohlarten.

Laisser un commentaire

Votre adresse e-mail ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *