9 Brokkoli-Schädlinge und -Krankheiten und wie man sie bekämpft

Brokkoli Schädlinge und Krankheiten – So schützen Sie Ihre Pflanzen effektiv

Brokkoli gehört zu den beliebtesten Kreuzblütlern in unserem Gemüsegarten. Als Kind liebte ich Brokkoli, weil jedes Stück wie ein kleiner Baum aussah – perfekt zum Spielen und Fantasieren. Heute baue ich Reihen von Brokkoli an, um meine kleinen « Dinos » den Sommer über und sogar bis in den Herbst hinein mit frischem Gemüse zu versorgen. Brokkoli ist ein pflegeleichtes Gemüse, das innerhalb einer relativ kurzen Vegetationszeit geerntet werden kann.

Wie bei allen Gemüsesorten gibt es auch beim Brokkoli typische Schädlinge und Krankheiten, die seine Entwicklung beeinträchtigen können. Als Mitglied der Kohlfamilie begegnen uns hier ähnliche Probleme wie bei anderen Brassica-Pflanzen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Brokkoli-Schädlinge und Krankheiten am häufigsten auftreten und wie Sie sie erfolgreich bekämpfen können.

Brokkoli Schädlinge

Die Liste der Schädlinge könnte lang sein. Wir konzentrieren uns jedoch auf die häufigsten Brokkoli-Schädlinge, die Ihre Pflanzen gefährden können. Vor allem Insekten stellen die Hauptschädlinge dar, daneben sind Kaninchen ein oft unterschätztes Risiko.

1. Kaninchen

Kaninchen können einen ganzen Brokkoli-Beet in einer Nacht verwüsten. Sie lieben den Geschmack der zarten Blätter und Stängel. Deshalb sollte man bei Verdacht auf Kaninchen direkt vorbeugend handeln. Ein stabiler Zaun, Schwefel-Duftsprays und Raubtiergeruch als Abschreckung sind bewährte Methoden. Besonders effektiv ist ein Hund, der viel Zeit in der Nähe des Gartens verbringt – sein Geruch vertreibt die Kaninchen zuverlässig.

2. Flohkäfer

Die Kreuzblütler-Flohkäfer (Phyllotreta cruciferae) sind winzige, glänzende Käfer, die Ihre Blätter mit einem charakteristischen « Schrotloch »-Muster übersähen – als hätte jemand mit einer Luftdruckpistole geschossen. Sie fressen die Blätter an und springen bei Gefahr davon. Zwar schaden sie etablierten Pflanzen selten fatal, können aber Jungpflanzen töten und ältere Pflanzen schwächen.

Zur Vorbeugung hilft eine gründliche Herbst-Reinigung des Gartens sowie Fruchtfolge, um dem Flohkäfer den Zugang zu den Kreuzblütlern zu erschweren. Pflanzabdeckungen schützen junge Pflanzen. Bei starkem Befall unterstützt Neemöl als Spritzmittel.

3. Weißkohl-Gespinstmotte (Kohlweißling-Larven)

Diese Raupen sind gefürchtete Schädlinge in Brokkoli-Gärten. Die ausgewachsenen Schmetterlinge sind weiß, während die Larven grün sind. Sie fressen große Löcher in die Blätter und können erheblichen Schaden anrichten. Glücklicherweise sind die Raupen langsam und können problemlos abgesammelt und entfernt werden. Entweder man zerstört sie oder füttert sie an die Hühner.

4. Rautenspinner (Diamant-Rückenspinner)

Im Gegensatz zu den weißen Schmetterlingen wirken die Rautenspinner eher unattraktiv. Die Larven dieses Nachtfalters fressen vorwiegend auf der Blattunterseite und hinterlassen größere, unregelmäßige Löcher. Da die Larven recht klein sind, sollte man bei Verdacht mit insektizider Seife oder Neem-Getränkten Tüchern die Blattunterseiten behandeln.

5. Thripse

Thripse sind winzige, fast unsichtbare Insekten, die Pflanzensaft aussaugen und dabei Krankheitserreger übertragen können. Sie sind vergleichbar mit Zecken in der Pflanzenwelt. Besonders problematisch wird es, wenn sie Krankheiten verbreiten. Gegen Thripse hilft insektenabweisende Seife und das Vermeiden von Mischpflanzungen mit Zwiebeln, da beide Pflanzen ähnliche Thripsarten anziehen.

Brokkoli Krankheiten

Die meisten Krankheiten bei Pflanzen werden durch Pilze oder Bakterien ausgelöst. Pilzbefall kann oft die Voraussetzung für weitere Krankheiten sein. Im Unterschied zu den Schädlingen sind Krankheiten nicht immer leicht erkennbar, aber mit etwas Wissen lassen sie sich gut beherrschen.

1. Kohlhernie (Clubroot)

Die Kohlhernie wird durch den Erreger Plasmodiophora brassicae ausgelöst und ist spezifisch für Kreuzblütler wie Brokkoli. Die Krankheit bewirkt eine Verfärbung der Blätter und ein Welken der Pflanze am Tag, während sie sich nachts scheinbar erholt. Die Wurzeln sind sichtbar angeschwollen und deformiert.

Einmal im Boden, bleibt der Erreger Jahre lang aktiv. Daher ist Bodenwechsel auf ein neues Beet und Kalkung hilfreich. Zudem sollten widerstandsfähige Sorten gepflanzt werden und nur zertifizierte Jungpflanzen verwendet werden.

2. Falscher Mehltau (Downy Mildew)

Falscher Mehltau ist bei Brokkoli weit verbreitet, vor allem in feuchten Böden. Die Krankheit zeigt sich durch kleine Flecken auf den Blättern, die sich gelb oder orange verfärben. Auf der Blattunterseite bildet sich ein weißlicher, flaumiger Pilzrasen.

Betroffene Blätter sollten entfernt werden. Fungizide mit Kupfer, wie Bonide Captain Jack, Mancozeb oder Revitalize, wirken effektiv. Im Herbst hilft das Säubern des Beets und Entfernen von Pflanzenresten, der Erkrankung vorzubeugen.

3. Schwarzfäule (Black Rot)

Diese bakterielle Krankheit erzeugt typisch v-förmige, welke Flecken an den Blattkanten, die schließlich das ganze Blatt braun einfärben und vertrocknen lassen. Schwarzfäule ist sehr hartnäckig und kann nur durch mehrere Jahre Bodenruhe und Solarisation bekämpft werden.

Zur Vorbeugung empfiehlt sich eine Fruchtfolge mit zweijährigem Abstand zwischen Kreuzblütlern und anderen Gemüsesorten sowie ein sauberer, unkrautfreier Garten.

4. Fusarium-Fäule (Fusarium Yellows)

Dieses Pilzproblem tritt besonders bei warmem Wetter auf (zwischen 24 und 29 Grad Celsius). Die betroffenen Pflanzen verfärben sich gelb und wachsen kaum weiter. Einmal befallen, sterben die Pflanzen oft ab, bevor sich ein ertragreicher Kopf entwickeln kann.

Es existiert leider keine Heilung. Zur Vorbeugung ist Fruchtfolge und eine sorgfältige Gartenpflege wichtig.

Tipps zur Vorbeugung von Schädlingen und Krankheiten bei Brokkoli

Der beste Schutz beginnt bei der richtigen Standortwahl und Vorbereitung des Beets. Brokkoli bevorzugt einen sonnigen, kühlen Standort mit feuchtem, nährstoffreichem Boden. Da die Wurzeln flach sind, braucht die Pflanze gleichmäßig Feuchtigkeit direkt am Wurzelbereich.

Im Sommer sind halbschattige Plätze ideal, um die Pflanzen vor zu großer Hitze zu schützen, die sonst zu frühzeitigem Schossen (=Blütenbildung) führen kann. Zusätzliches Wässern hilft dabei, die Entwicklung zu verzögern.

Wenn Sie neu mit Brokkoli starten, verzichten Sie auf Beete, in denen in den letzten zwei Jahren andere Kreuzblütler gewachsen sind, um Krankheiten vorzubeugen. Brokkoli ist an sich robust und wächst am besten bei kühleren Temperaturen, zum Beispiel im späten Frühling und frühen Herbst.

Das essbare Brokkoli-Stück ist eigentlich der unreife Blütenstand. Sobald die Pflanze blüht, entwickelt sie einen unangenehmen Geschmack und Geruch. Der obere Teil des Stiels ist ebenfalls essbar und eignet sich hervorragend zum Beispiel für Wok-Gerichte.

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