Ginkgo Anbauen: So Pflanzen und Pflegen Sie diesen Magnifischen Baum
Der Ginkgo biloba ist ein lebendes Fossil, das seit Jahrtausenden existiert. Dank seiner Anpassungsfähigkeit an verschiedene Bodentypen, seiner Toleranz gegenüber Salz, Halbschatten und sogar Lehmboden ist der Ginkgo ein beliebter Baum für städtische Umgebungen. Die markanten, fächerförmigen Blätter und das leuchtende Herbstlaub verleihen jedem Garten einen besonderen Charme. Zudem zählen Ginkgoblätter und -nüsse zu den meistverkauften Heilpflanzen weltweit und die Nüsse sind essbar – ein Grund mehr, Ginkgo-Bäume in Ihrem Garten anzupflanzen.
Die Besten Ginkgo-Sorten für Ihren Garten
Der Ginkgo, auch bekannt als Fächerblattbaum oder Salisburia adiantifolia, stammt ursprünglich aus den abgelegenen Bergregionen der Zhejiang-Provinz in China. Diese robusten Bäume wachsen in verschiedensten Klimazonen und Bodenarten und begeistern durch ihr unverwechselbares Aussehen. Die Blätter wechseln im Herbst ihre Farbe von einem frischen Hellgrün (Chartreuse) zu einem strahlenden Goldgelb.
Es gibt zahlreiche Sorten, die sich hinsichtlich Wuchshöhe und Form unterscheiden. So gibt es sowohl Zwergsorten als auch Exemplare, die bis zu 30 Meter hoch werden können:
- Autumn Gold: Beliebte männliche Sorte, wächst bis zu 12-15 Meter hoch und 7-9 Meter breit.
- Golden Colonnade: Schlank und hoch, ideal für schmale Flächen oder Parkstreifen.
- Halka: Bekannt für seine auffällige, gelbe Herbstfärbung.
- Magyar: Wächst schnell und erreicht bis zu 30 Meter Höhe.
- Presidential Gold: Leuchtend goldgelbes Herbstlaub.
- Princeton Sentry: Langlebige männliche Sorte, ca. 15 Meter hoch, bevorzugt warmes Klima.
Achten Sie bei der Wahl der Sorte auf die klimatischen Bedingungen Ihrer Region. Während ‘Princeton Sentry’ warme Lagen bevorzugt, ist ‘Autumn Gold’ auch für kältere Gegenden geeignet. Besuchen Sie Ihre örtliche Baumschule, um die besten Sorten für Ihren Standort zu erfahren.
Da weibliche Ginkgo-Bäume Früchte mit unangenehmem Geruch tragen, werden in Baumschulen überwiegend männliche Exemplare angeboten. Für eine Fruchtbildung benötigen Sie einen weiblichen Baum und im Umkreis männliche Bäume zur Bestäubung.
Ginkgo Bäume Pflanzen – Schritt-für-Schritt Anleitung
Ginkgo-Bäume gedeihen nahezu überall in den USDA-Härtezonen 3 bis 9, ausgenommen extrem heiße und trockene Regionen. Die Bodenansprüche sind gering, bevorzugt wird jedoch gut durchlässiger Sand- oder Lehmboden mit einem pH-Wert zwischen 5,0 und 8,0.
Vorbereitung und Pflanzzeit
Die beste Pflanzzeit ist im frühen Frühjahr oder im Herbst. So gehen Sie vor:
- Graben Sie ein Loch, das tief genug für die Wurzeln ist und etwa das Doppelte der Breite des Wurzelballens aufweist.
- Mischen Sie die ausgehobene Erde mit reifem Kompost, um Nährstoffe hinzuzufügen und den Boden aufzulockern.
- Entfernen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf oder wickeln Sie das Jutesackmaterial vom Wurzelballen ab und lockern Sie die Wurzeln leicht auf.
- Setzen Sie den Baum so in das Pflanzloch, dass die Oberseite des Wurzelballens etwa auf Bodenniveau liegt.
- Füllen Sie das Loch mit vorbereiteter Erde auf, drücken Sie sie leicht an und wässern Sie gründlich.
Beachten Sie die spätere Baumgröße, indem Sie den ausreichenden Abstand zu Gebäuden, Wegen oder anderen Pflanzen einplanen. Je nach Sorte benötigt ein Ginkgo zwischen wenigen Metern bis zu über 6 Metern Platz.
Pflege Ihres Ginkgo-Baums für gesundes Wachstum
Bewässerung
Während der Anwachstumsphase benötigen junge Ginkgo-Bäume regelmäßige Wassergaben. Sobald sie etabliert sind, sind sie recht trockenresistent und kommen auch mit längeren Trockenphasen zurecht.
Ein guter Anhaltspunkt ist, junge Bäume zu wässern, wenn die obersten paar Zentimeter Erde trocken sind. Ältere Exemplare benötigen meist nur bei außergewöhnlicher Hitze oder Trockenheit zusätzliches Wasser.
Düngung
Für ein kräftiges Wachstum empfehlen wir in den ersten Jahren eine Düngung im Frühjahr und Herbst mit einem baumspezifischen Dünger. Die Anwendung erfolgt gemäß Herstellerangaben. Etablierte Ginkgo-Bäume benötigen kaum zusätzliche Nährstoffe.
Licht und Standort
Ginkgo-Bäume bevorzugen vollsonnige Plätze, sind aber auch halbschattentolerant. Vollsonnige Standorte fördern eine intensivere Herbstfärbung. Dank ihrer Salzresistenz eignen sich Ginkgo-Bäume zudem gut für Standorte in Meeresnähe oder an Straßenrandpflanzungen.
Beschneiden
Die natürliche Wuchsform von Ginkgo ist entweder säulenförmig oder pyramidenförmig, manche verästeln sich auch wie ein Schirm. In den ersten Jahren kann ein Schnitt sinnvoll sein, um einen zentralen Leittrieb zu fördern und Seitentriebe, die vom Hauptstamm abgehen, zu entfernen.
Entfernen Sie abgestorbene, kranke oder deformierte Äste, um den Baum gesund zu halten. Bei älteren Bäumen sollten Sie nie mehr als ein Drittel der Äste auf einmal schneiden.
Häufige Schädlinge und Krankheiten beim Ginkgo
Der Ginkgo ist kaum anfällig für Krankheiten, da er zwei natürliche Gifte produziert, die Insekten abwehren. Dennoch gibt es einige Schädlinge, auf die Sie achten sollten:
Raupen
Die Gelbgrünen Raupen des sogenannten Omnivoren Loopers (Sabulodes aegrotata) fressen gerne Ginkgoblätter. Sie rollen Blätter ein, um sich Nester zu bauen und können dadurch junge Triebe schädigen.
Natürliche Gegenspieler wie Wespen und Spinnen halten die Population meist in Schach. Bei starkem Befall können Sie mit einem biologischen Mittel auf Bacillus thuringiensis-Basis behandeln.
Wurzelgallen-Nematoden
Diese winzigen, im Boden lebenden Würmer befallen die Wurzeln und verursachen Gallbildungen, die die Wasser- und Nährstoffaufnahme beeinträchtigen. Die Bekämpfung ist schwierig, daher empfiehlt es sich, aufmerksam zu bleiben und den Baum regelmäßig zu kontrollieren.
Ginkgo ernten: Blätter und Nüsse richtig nutzen
Die Samen und Blätter des Ginkgo sind nur in geringen Mengen ungiftig und werden seit jeher wegen ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften genutzt. Die meisten Bäume in Baumschulen sind männlich und tragen daher keine Früchte. Wenn Sie essbare Nüsse ernten möchten, brauchen Sie einen weiblichen Baum und möglichst nahe männliche Bäume zur Bestäubung.
Reife Früchte sind gelb oder orange und verströmen einen sehr intensiven, unangenehmen Geruch, weshalb weibliche Bäume oft weniger beliebt sind. Tragen Sie beim Ernten Handschuhe und entfernen Sie die schleimige Fruchtschale gründlich, indem Sie die Nüsse waschen und trocknen.
Die Nüsse können bei 200 °C geröstet werden. Sie lassen sich vielfältig in der Küche einsetzen, z. B. als Zugabe zu Reisgerichten, Fisch, Geflügel oder auch Süßspeisen. Sie schmecken besonders gut mit einer Prise Salz. Jedoch sollten Ginkgonüsse nur in Maßen verzehrt werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Auch die Blätter können als Tees oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden. Achten Sie hier ebenfalls auf eine moderate Dosierung und sprechen Sie bei Unsicherheiten mit einem Experten.
