9 Häufige Probleme beim Lauchanbau und wie Sie sie lösen
Lauch, ein naher Verwandter der Zwiebel, ist ein robustes, kälteverträgliches Gemüse, das sich leicht anbauen lässt. Doch trotz seiner Widerstandskraft können beim Anbau immer wieder Probleme auftreten, die das Wachstum und die Ernte beeinträchtigen. Wenn Sie kürzlich Ihre Lauchstangen betrachtet haben und plötzlich Schäden oder Veränderungen feststellen, fragen Sie sich vielleicht, was passiert ist. Dieser umfassende Leitfaden hilft Ihnen, häufige Lauchkrankheiten und Schädlinge zu erkennen, zu verstehen und effektiv zu bekämpfen.
Häufige Lauchprobleme – Ursachen, Symptome und Lösungen
1. Orangefarbene Pusteln auf den Blättern – Lauchrost
Orange Pusteln sind oft ein Anzeichen für Lauchrost, eine Pilzkrankheit verursacht durch Puccinia porri. Diese Krankheit betrifft auch andere Lauchgewächse wie Zwiebeln, Schnittlauch und Knoblauch. Lauchrost tritt häufig von Mitte Sommer bis Spätherbst auf.
Die orange Pusteln öffnen sich und verbreiten Sporen, die weitere Pflanzen infizieren. Schwere Infektionen führen zu eingerollten, trocknenden Blättern, die schließlich abfallen – das schwächt die Pflanze deutlich.
Vorbeugung und Behandlung:
- Vermeiden Sie übermäßige Stickstoffdüngung, besonders bei Kaliummangel im Boden.
- Sorgen Sie für gute Luftzirkulation durch ausreichenden Abstand und Reihenabstände.
- Entfernen Sie alle befallenen Laubreste nach der Ernte vollständig aus dem Garten.
- Setzen Sie auf robuste Sorten wie „Autumn Giant“ oder „Porbella“.
- Rotieren Sie die Pflanzenkulturen jährlich, um Ansammlungen von Krankheitserregern zu verhindern.
2. Weiße, papierartige Streifen auf den Blättern – Lauchmottenbefall
Weiße, papierartige Streifen entstehen meist durch die Larven der Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella), einem Schädling, der alle Lauchgewächse befällt.
Die Raupen fressen das Blattinnere und hinterlassen ein durchsichtiges, „Fenster“-ähnliches Schadbild.
Tipps gegen Lauchmotten:
- Verwenden Sie Schutznetze oder sogenannte Reihenabdeckungen als physische Barriere.
- Setzen Sie Bacillus thuringiensis-haltige biologische Spritzmittel ein.
- Meiden Sie breite Insektizide, um nützliche Insektenbestände zu schonen.
3. Kleine weiße Punkte in Linien auf Blättern – Lauchminierfliege
Die Lauchminierfliege (Phytomyza gymnostoma) ist vor allem bei Hobbygärtnern ein Problem.
Ihre Larven bohren sich in Blätter, Stängel und Zwiebeln und hinterlassen lineare weiße Minierstellen. Häufig folgen Sekundärinfektionen durch Bakterien, die zum Absterben der Pflanze führen können.
Bekämpfung:
- Sticky-Traps nahe der Pflanzen aufhängen, um erwachsene Fliegen zu fangen.
- Reihenabdeckungen zum Schutz der Pflanzen nutzen.
- Regelmäßige Kontrolle und Entfernung befallener Pflanzenteile.
4. Gelbliche Blätter mit weißem Schimmel am Stängel – Zwiebelfäule (Weiße Wurzelfäule)
Die Zwiebelfäule ist eine schwere Pilzerkrankung, ausgelöst durch Stromatinia cepivora. Die Pilzsporen sind im Boden extrem langlebig (bis zu 20 Jahre).
Symptome: Blätter vergilben, weißer Schimmel bildet sich am Stängelgrund. In trockenen Phasen welkt das Laub, bei feuchten Bedingungen lockert sich der Lauch im Boden. Schwarze Sklerotien (Pilzgallen) entstehen später am Stängel.
Vorbeugung:
- Verwenden Sie sauberen, sterilen Boden ohne Kontamination.
- Gute Gartenhygiene: Reinigen von Werkzeugen und Schuhen nach Gartenbesuchen.
- Regelmäßige Fruchtfolge vermeiden, dass Allium-Gewächse nacheinander auf demselben Beet wachsen.
- Bei Befall betroffene Pflanzen entfernen und mindestens zwei Jahre keine Lauchgewächse dort anbauen.
- Den Boden mit gut verrottetem Kompost regenerieren.
5. Blattspitzen sterben ab – Pink Root (Rosenrote Wurzel)
Die Pink Root-Krankheit verursacht abgestorbene Blattspitzen und verkümmertes Wachstum. Die Wurzeln färben sich rosa, rot oder violett und sterben im fortgeschrittenen Stadium ab.
Ursache ist der Pilz Phoma terrestris, der häufig durch Wassermangel und Stress ausgelöste Pflanzen befällt.
Vorbeugung:
- Regelmäßige Bewässerung sicherstellen, Staunässe vermeiden.
- Reihenfolge der Kulturpflanzen regelmäßig wechseln.
- Werkzeuge sauber halten und den Boden gut mit Nährstoffen versorgen.
6. Weiße Flecken mit grünem Hof auf Blättern – Graufäule (Botrytis)
Diese Symptome weisen auf Botrytis-Blattflecken (Botrytis aclada, B. allii, B. porri) hin, einen Pilz, der vor allem ältere Blätter befällt und bei hoher Luftfeuchtigkeit und nassen Bedingungen gedeiht.
Vorbeugungsmaßnahmen:
- Lauch in Reihen mit mindestens 25 cm Abstand pflanzen, um Luftzirkulation zu fördern.
- Nach Regen oder Bewässerung die Pflanzen gut trocknen lassen.
7. Wassergetränkte Läsionen mit weißen Zentren – Lila Blattflecken (Purple Blotch)
Alternaria porri verursacht wassergetränkte Flecken, die sich vergrößern und braun bis violett werden. Große Läsionen können die Blätter abschnüren und deren Absterben bewirken.
So schützen Sie Ihre Lauche:
- Fruchtfolge beachten und 2–3 Jahre keine Allium-Pflanzen hintereinander anbauen.
- Für gut drainierten Boden sorgen, um Staunässe zu vermeiden.
- Gelegentliche vorbeugende Fungizide (Kupferpräparate) einsetzen.
- Direkt den Boden gießen statt die Blätter.
- Abstände zwischen Pflanzen sicherstellen, sodass sie bei Feuchtigkeit gut abtrocknen.
8. Blätter werden grau, drehen sich, welken – Thripsbefall
Thripse (Thrips tabaci) lieben heiße, trockene Bedingungen und befallen schwache Pflanzen. Sie saugen Zellsaft und schädigen so die Blätter deutlich.
Bekämpfung:
- Neemöl als natürliches Insektizid anwenden.
- Nützlinge wie räuberische Milben oder nützliche Nematoden einführen.
- Keine Überdosierung von Insektiziden, um Resistenzen zu vermeiden.
- Nachbarpflanzen, besonders Getreide, im Frühjahr im Auge behalten.
9. Gelbe Flecken außer an Blattvenen – Echter Mehltau (Peronospora)
Falscher Mehltau zeigt sich durch gelbe Flecken auf der Blattoberseite, die sich schnell ausbreiten. Nach kurzer Zeit verfärben sie sich braun und das Blatt fällt ab. Oft wächst auf der Blattunterseite grauer Schimmel.
Der Pilz wird durch feuchte, kühle Bedingungen begünstigt und breitet sich durch Luft oder Wassertröpfchen aus.
Tipps zur Vorbeugung und Behandlung:
- Krankhafte Pflanzen sofort entfernen und entsorgen.
- Fruchtfolge einhalten und Unkraut/Altmaterial entfernen.
- Bei frühem Befall fungizide Mittel einsetzen.
Fazit: Gesunder Lauch durch gute Gartenpraxis
Viele dieser häufigen Lauchprobleme lassen sich mit einfachen Mitteln vermeiden. Wichtige Maßnahmen sind:
- Regelmäßige Fruchtfolge und gute Gartenhygiene
- Ausreichende Pflanzabstände für optimale Luftzirkulation
- Kontinuierliche Kontrolle und rechtzeitige Entfernung befallener Pflanzenteile
- Gezielte biologische oder mechanische Schädlingsbekämpfung
Mit diesen Tipps steht einer erfolgreichen Lauchernte nichts im Wege. Probieren Sie es aus – Lauch ist nicht nur vielseitig in der Küche, sondern auch ein dankbares Gemüse für den eigenen Garten!
