Tomaten Big-Bud-Krankheit: Wie man mit diesem herausfordernden Problem umgeht

Tomato Big Bud Disease: Erkennen und Vorbeugen gegen diese gefährliche Tomatenkrankheit

Haben Ihre Tomaten große, pralle Knospen, die entweder nicht blühen oder keine Früchte tragen? Dann könnten Sie es mit der Tomato Big Bud (TBB) Krankheit zu tun haben – einem ernstzunehmenden Problem, das besonders in tropischen und subtropischen Regionen auftritt, sich aber auch in warmfeuchten Gebieten der USA und Mexikos zeigen kann.

Was ist Tomato Big Bud genau?

Tomato Big Bud wird durch einen phytoplasmatischen Mikroorganismus namens Candidatus Phytoplasma aurantifolia verursacht. Diese Krankheit betrifft gezielt die Kelchblätter der Tomatenknospen, die sich dabei stark vergrößern und die eigentliche Knospe einkapseln oder gar abdrücken.

Zur Erklärung der botanischen Fachbegriffe: Kelchblätter sind die grünen „Basisblätter“ jeder Blüte. Ihre Aufgabe ist es, die Knospen während der Entwicklung zu schützen und später die Blütenblätter zu stützen. Wenn die TBB-Krankheit ausbricht, wachsen diese Kelchblätter bis auf das Zehnfache ihrer normalen Größe heran und verschmelzen miteinander, sodass die Blüte nicht aufgehen kann. In manchen Fällen bilden sie sogar bizarre Auswüchse.

Betroffene Pflanzen entwickeln zudem viele Seitentriebe, werden buschiger statt höher. Die Blätter zeigen häufig Blattkräuselungen und verfärben sich gelb oder violett. Sollte es wider Erwarten zur Öffnung der Kelchblätter kommen, sind die entstehenden Früchte winzig und missgebildet.

Die Folge: Es können keine fruchtbaren Tomaten für die Weiterverarbeitung oder Saatgutgewinnung geerntet werden – selbst wenn die Früchte ausreifen, übertragen deren Samen die Krankheit weiter.

Warum ist Tomato Big Bud gefährlich?

Leider gibt es keine Heilung für Tomato Big Bud. Ist eine Pflanze infiziert, ist sie verloren und muss unbedingt entfernt und vernichtet werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Es hilft nicht, nur die vergrößerten Knospen abzuschneiden, da die Krankheit im gesamten Pflanzengewebe steckt.

Wie können Sie Tomato Big Bud vorbeugen?

Da eine Behandlung aussichtslos ist, liegt der Fokus auf der Vorbeugung. Der Hauptüberträger sind Blattzikaden, kleine Insekten, die schwierig zu kontrollieren sind. Intensive Pestizide sind meist wirkungslos oder unerwünscht.

Glücklicherweise fressen Marienkäfer und Raubwanzen Blattzikaden und können deren Anzahl reduzieren. Fördern Sie daher Nützlinge in Ihrem Garten.

Weitere wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Tomato Big Bud:

  • Entfernen und vernichten Sie Wildpflanzen, die als Krankheitsträger fungieren können, wie Gänsefuß (Chenopodium album), verschiedene Ampferarten, Chicorée und Disteln.
  • Auch Nachtschattengewächse wie wilde Tabakpflanzen, Tollkirsche, Physalis und Alraunen sollten möglichst aus dem Umfeld der Tomaten entfernt werden.
  • Vermeiden Sie den Anbau von Nachtschattengewächsen auf befallenen Böden mindestens 5 bis 7 Jahre und lassen Sie befallene Flächen eventuell brachliegen.
  • Entfernen Sie die oberen Bodenschichten (ca. 20 cm), sterilisieren oder entsorgen Sie diese, um den Erreger einzudämmen.
  • Rotieren Sie Ihre Pflanzenbestände regelmäßig mit Wurzelgemüse, Blattgemüse oder Hülsenfrüchten.
  • Verbessern Sie die Bodenentwässerung, denn die Krankheit breitet sich über Wasser im Boden aus.
  • Fördern Sie Vögel, die Blattzikaden fressen, wie Spatzen, Finken, Kardinäle und Meisen. Locken Sie diese mit Futterstellen und Vogeltränken in Ihren Garten.

Welche anderen Pflanzen können von Tomato Big Bud betroffen sein?

Die Krankheit betrifft nicht nur Tomaten, sondern alle Mitglieder der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Dazu gehören:

  • Süß- und Chilischoten
  • Auberginen
  • Physalis (Kapstachelbeeren)
  • Gojibeeren
  • Tomatillos
  • Kartoffeln
  • Ashwagandha-Pflanzen
  • Weitere Pflanzen wie Erdnüsse und Chinakohl können ebenfalls betroffen sein.

Es ist daher ratsam, Ihr komplettes Nachtschatten-Sortiment im Garten regelmäßig auf Krankheitssymptome zu überprüfen. Auch wenn Ihre Tomaten scheinbar gesund bleiben, können andere Kulturen betroffen sein.

Fazit: Tomatenkrankheit frühzeitig erkennen und nachhaltig vorbeugen

Tomato Big Bud Disease ist eine ernsthafte Bedrohung für Hobby- und Profi-Gärtner, die Tomaten und verwandte Nachtschattengewächse anbauen. Eine Behandlung gibt es nicht, daher ist die Prävention entscheidend. Durch das Entfernen wirtsloser Pflanzen, Förderung von Nützlingen sowie bepflanzungstechnische Maßnahmen wie Fruchtfolge und Bodenpflege können Sie den Befall wirkungsvoll verhindern.

Beobachten Sie Ihren Garten aufmerksam, handeln Sie bei ersten Symptomen konsequent – so schützen Sie Ihre Tomatenernte und können sich langfristig an gesunden Früchten erfreuen.

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