19 essbare Kletter- und Rankpflanzen für vertikale Gärten
Wenn Sie wenig Platz zum Gärtnern haben, ist eine der besten Optionen, buchstäblich in die Höhe zu wachsen. Rankgitter, Spaliere und Netze ermöglichen es Ihnen, mehr Lebensmittel anzubauen, als Sie sich vorstellen können, indem Sie jede verfügbare vertikale Fläche nutzen.
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht von 19 Kletter- und Rankpflanzen, die sich ideal für den Anbau an solchen Konstruktionen eignen. Dazu gehören Gemüse, Früchte und essbare Blüten in verschiedensten Formen und Größen. Natürlich müssen Sie nicht nur bei Platzmangel auf vertikale Gartenarbeit setzen – integrieren Sie vertikales Gärtnern nach Möglichkeit überall, um Ihre Ernte zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen!
1. Klettererbsen
Kalteresistente Klettererbsen (Pisum spp.) eignen sich hervorragend für gemäßigte Klimazonen mit kurzen Vegetationsperioden. Diese Pflanzen mögen keine hohen Temperaturen und werden meist im Frühjahr oder Herbst angebaut.
Sie bevorzugen milden Sonnenschein, tolerieren aber auch Schatten gut. Das macht sie ideal für Stellen im Garten, die für sonnenliebende Pflanzen wie Nachtschattengewächse oder Kürbisgewächse weniger geeignet sind.
Erziehen Sie Ihre Erbsen an Tipis oder anderen Rankgerüsten, oder bauen Sie selbst eine Kletterhilfe. Wir verwenden dafür beispielsweise Lehnrahmen mit Fäden zum Klettern.
Gießen Sie möglichst bodennah, um Mehltau zu vermeiden. Die Ernte ist nach etwa 50 bis 60 Tagen möglich.
2. Stangenbohnen
Unabhängig von Ihrem Standort gibt es passende Stangenbohnensorten (Phaseolus spp.) für Ihr Anbaugebiet. Wählen Sie möglichst lokale oder zonenähnliche Sorten, um beste Ergebnisse zu erzielen.
Diese rankenden Pflanzen gedeihen an Spalieren, Netzen oder auch an Fäden. Der Boden sollte gut vorbereitet sein und die Pflanzen viel Sonne bekommen, da sonst die Erträge schwach ausfallen können.
3. Gurken
Wussten Sie, dass Gurken (Cucumis sativus) Kletterpflanzen sind? Viele bauen sie am Boden an, doch die besten Ergebnisse erzielen Sie an Rankhilfen wie Spalieren oder Hoop-Tunneln.
Ein Tunnel aus Weide- oder Gitterzäunen ermöglicht es, die Gurkenranken nach oben zu führen, während die Früchte durch das Gitter nach unten hängen und so bequem geerntet werden können.
Für kleine Flächen eignen sich Zwergsorten oder frühe Einlegegurken, die nicht so groß werden. Befestigen Sie ein Spalier an einer sonnigen Wand und starten Sie das Wachstum nach oben.
4. Kiwamelonen (Cucamelons)
Kiwamelonen (Melothria scabra) sind kleine Verwandte von Gurken und Melonen und bestens für Balkon- oder Patio-Gärten geeignet.
Diese unkomplizierten Pflanzen klettern gerne an Spalieren oder anderen Konstruktionen empor und sind recht pflegeleicht. Achten Sie jedoch auf resistente Sorten, da sie anfällig für Viruskrankheiten sind.
5. Rankende Tomaten
Tomaten (Solanum lycopersicum) sind zwar keine natürlichen Kletterer, aber als rankende Pflanzen für vertikalen Anbau gut geeignet.
Erziehen Sie sie an Spalieren, Garnnetz oder auch Drahtzäunen. Verwenden Sie Gartenband oder Stoffstreifen, um die Ranken sanft, aber stabil zu fixieren.
Vermeiden Sie buschige Tomatensorten, da diese nicht klettern.
6. Süßkartoffeln
Süßkartoffeln (Ipomoea batatas) werden oft bodennah kultiviert, eignen sich aber auch hervorragend für vertikale Gärten. Als Familienmitglied der Prunkwinden können sie enthusiastisch empor klettern.
In Gegenden wie Kalifornien nutzt man Hoop-Tunnel, unter denen die Ranken nach oben wachsen, während die Knollen in tiefen Hochbeeten gedeihen.
Die Blätter der Süßkartoffel sind übrigens essbar und schmecken ähnlich wie Spinat. Diese multifunktionalen Pflanzen erhöhen die Erntevielfalt erheblich.
Die Pflanzen bevorzugen sandige, gut durchlässige Böden mit viel Sonne.
7. Kiwis
Kiwis (Actinidia spp.) gedeihen in vielen Klimazonen, wenn ein an Ihre Zone geeigneter Kultivar gewählt wird. Im kälteren Zone 4b empfiehlt sich beispielsweise die robuste „Arctic Kiwi“ (A. arguta) aus Russland und Nordchina.
Da Kiwis zweihäusig sind, benötigen Sie mindestens eine männliche und eine weibliche Pflanze, damit eine Befruchtung und Fruchtbildung möglich ist.
8. Sommerkürbisse
Sommerkürbisse (Cucurbita spp.) wachsen in Form von Büschen oder Ranken, je nach Sorte. Beide können an stabilen Spalieren empor geführt werden.
Da die Früchte recht schwer werden können, sind robuste Konstruktionen wie starke Holzgitter oder Rinderzäune empfehlenswert – zarte Rankhilfen aus Bambus oder dünnen Holzleisten reichen meist nicht aus.
Bei großen Früchten, wie Kürbissen, sind außerdem spezielle „Hängematten“ aus alten Strümpfen oder selbst gehäkelten Netzen hilfreich, um die Früchte zu stützen und ein Abbrechen der Ranken zu verhindern.
9. Passionsfrucht
In Klimazonen ab USDA 5+ gedeihen Passionsfrüchte (Passiflora incarnata) prächtig. Sie produzieren nicht nur köstliche, saftige Früchte, sondern auch wunderschöne lila Blüten.
Verwenden Sie die Früchte roh oder verarbeiten Sie sie zu Säften und Marmeladen.
Passionsblumen sind zudem medizinisch wertvoll mit beruhigender Wirkung gegen Angst und Schlaflosigkeit, deshalb bieten sich auch Tees oder Tinkturen aus Blättern und Blüten an.
10. Melonen
Wie andere Kürbisgewächse können Melonen (Cucumis spp.) an stabilen Spalieren oder Bögen gezogen werden.
Wegen ihres oft großen Gewichts eignen sie sich für robuste Rankhilfen und sollten idealerweise mit Hängematten gestützt werden, damit sie nicht unkontrolliert auf den Boden fallen und Schaden nehmen.
11. Kanarienkletterer
In tropischen Regionen (USDA Zone 10+) empfiehlt sich der Kanarienkletterer (Tropaeolum peregrinum). Er ist bekannt für seine essbaren, leuchtend gelben Blüten.
Der Geschmack ist scharf und pfeffrig, ähnlich wie Kapuzinerkresse, und passt hervorragend zu Gerichten aus der indischen und nahöstlichen Küche.
12. Malabarspinat
Malabarspinat (Basella alba) gedeiht in heißen und feuchten Regionen der Zone 10 und höher.
Im Gegensatz zu gewöhnlichem Spinat ist diese rankende, immergrüne Pflanze hitzeverträglich und produziert fleischige, schmackhafte Blätter bei wenig Pflegeaufwand.
13. Erdbeeren
Erdbeeren (Fragaria spp.) wachsen zwar meist bodennah, können jedoch auch an Spalieren gezogen oder in Hängekörben kultiviert werden, wo die Pflanzen nach unten ranken.
Wählen Sie möglichst krankheitsresistente Sorten und schützen Sie die Früchte vor Vögeln und Nagetieren.
14. Weintrauben
Kein Beitrag zu essbaren Kletterpflanzen ist vollständig ohne Weintrauben (Vitis spp.). Sie wachsen in fast jedem Klima und können frische Tafeltrauben oder Weintrauben produzieren.
Einige Sorten sind vielseitig einsetzbar, etwa für die Produktion von Gelees oder anderen Konserven.
Beachten Sie, dass Bienen und Wespen Trauben lieben und im Sommer häufig bei der Ernte präsent sind – das sollten Allergiker beachten.
15. Chayote
In den USDA-Zonen 7 bis 11 wächst Chayote (Sechium edule) hervorragend – eine Kürbisart aus Mittelamerika mit ähnlichen Ansprüchen wie ihre Verwandten.
16. Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) gilt vielen nur als Zierpflanze, ist aber auch eine schmackhafte, essbare Pflanze.
Die scharfen Blüten, würzigen Blätter und auch die Wurzeln eignen sich zum Verzehr. Junge Knospen können wie Kapern eingelegt werden und bereichern viele Gerichte.
17. Kletterrosen
Kletterrosen (Rosa spp.) sind vielen bekannt und nicht nur attraktiv, sondern ebenfalls essbar und heilkräftig.
Ernten Sie Blütenblätter und Hagebutten zur Herstellung von Marmeladen, Gelees und mehr. Wählen Sie für den Verzehr geeignete Sorten – mehr dazu in unserem Artikel über essbare Rosen.
18. Paprika
Wie Tomaten lassen sich auch bestimmte Paprikasorten (Capsicum spp.) an Spalieren oder anderen vertikalen Hilfen ziehen.
Die Palette reicht von scharfen bis hin zu milden Sorten, angepasst an Ihre Klimazone. Da Paprika weltweit vom tropischen Afrika bis Sibirien kultiviert werden, finden Sie bestimmt die optimale Sorte für Ihren Garten.
19. Schokoladenwein
Der Schokoladenwein (Akebia quinata) stammt aus Ostasien und wächst in den USDA-Zonen 5 bis 9 gut.
Diese Pflanze braucht viel Sonne und belohnt Sie mit hellvioletten Blüten und außergewöhnlich köstlichen, schokoladig duftenden Früchten, deren Fruchtmark an Tapiokapudding erinnert.
Tipps zur Auswahl der besten Kletter- und Rankpflanzen
- Wählen Sie Pflanzen, die optimal zu Ihrem verfügbaren Platz passen: Zwergsorten eignen sich gut für Balkon oder Patio, während größere Sorten sich ideal für Rankhilfen wie Bögen oder Hauswände eignen.
- Nutzen Sie alle vertikalen Flächen Ihres Gartens effektiv aus – sei es Zaun, Wand oder eigens gebaute Spaliere.
- Fehlen Rankhilfen, bauen Sie diese einfach selbst aus Holz, Schnur oder Draht.
- Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – vertikales Gärtnern kann Ihre Ernte erheblich steigern!
