Wie man Hortensien pflanzt, kultiviert und pflegt – die klassische Zierpflanze
Hortensien gehören seit vielen Jahren zu den beliebtesten Zierpflanzen und das aus gutem Grund: Sie sind wunderschön, vielfältig in Farbe, Form und Erscheinung und wachsen zudem sehr schnell. Diese farbenfrohen Blüten können jedes Jahr bis zu zwei Fuß in die Höhe wachsen und machen jeden Garten zu einem wahren Hingucker.
Ob Sie sich für die klassische Hortensienart entscheiden oder neue Sorten und Farben ausprobieren möchten – Hortensien bieten jedem Gartenfreund zahlreiche Optionen. Wenn Sie bislang nur aus der Ferne von Hortensien begeistert waren, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um diese pflegeleichten Schönheiten näher kennenzulernen.
Was sind Hortensien?
Hortensien stammen ursprünglich aus China und Nordamerika. Eine der nordamerikanischen Sorten wurde bereits um 1736 nach Europa gebracht, wo die Pflanze schnell Kultstatus erreichte. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit eignen sie sich hervorragend für schattige Standorte, die Farbe benötigen, oder für Bereiche, in denen Höhe gewünscht ist, ohne viel Pflegeaufwand.
Beachten Sie, dass die Blütenblätter geringe Mengen Cyanid enthalten können und daher für Tiere und Kinder bei Verzehr giftig sind. Hortensien passen ideal in die USDA-Pflanzzonen 4 bis 9 und sind relativ anspruchslos, was Bodentypen betrifft.
Die besten Hortensiensorten zum Pflanzen
Es gibt zahlreiche Arten, Hybriden und Kultivare von Hortensien. Einige bevorzugen volle Sonne, andere wiederum Halbschatten oder komplett schattige Plätze. Der Farbton der Blüten wird zudem entscheidend vom pH-Wert des Bodens beeinflusst.
Die Stängel können verholzt oder krautig sein, und die Blüten entweder spitz zulaufend oder rund. Neben den hier vorgestellten Sorten sind auch Gebirgs- (Hydrangea serrata), Glatte (H. arborescens) und Aschen-Hortensien (H. cinerea) eine schöne Wahl, die jedoch seltener sind.
Rispenhortensien (Hydrangea paniculata)
Rispenhortensien lieben volle Sonne und blühen mit großen weißen Blütenrispen im Sommer. Während die Blüten verblassen, färben sie sich von Weiß über Rosa und Rot bis Beige, bevor sie abfallen.
- Limelight: Wächst bis zu acht Fuß hoch und bildet ab Mitte Sommer limonengrüne Blüten aus.
- Grandiflora: Diese große Sorte erreicht bis zu 20 Fuß Höhe.
- Vanilla Strawberry: Große weiße Blüten, die sich im Laufe der Zeit zu Erdbeerrosa färben. Wächst etwa sieben Fuß hoch.
Kletterhortensien (Hydrangea petiolaris)
Diese nicht alltägliche Hortensie bildet Spitzenblüten und gedeiht in Klimazonen 4 bis 8. An Rankhilfen können sie bis zu 50 Fuß hochwachsen. Kletterhortensien vertragen sowohl volle Sonne als auch vollen Schatten, gedeihen jedoch meist am besten an halbschattigen Standorten.
- Firefly: Große weiße Blütenbüschel auf grünen Blättern mit goldenen Rändern.
- Skylands Giant: Ermöglicht auch in schattigen Bereichen große Blüten.
Ballhortensien (Hydrangea macrophylla)
Traditionell blühen Ballhortensien einmal jährlich in leuchtenden Farben, doch moderne Züchtungen bringen mehrmals im Jahr Blüten hervor. Die Pflanzen benötigen Morgensonne und Nachmittagsschatten sowie feuchten Boden, da sie nicht trockenheitsresistent sind.
- Let’s Dance Moonlight: Blüht als « Mop-Head »-Typ in Blau oder Pink, wächst fünf bis sechs Fuß hoch.
- Endless Summer: Pinke oder blaue Blüten in dichten Kugeln sorgen für Farbakzente im Garten.
- Let’s Dance Starlight: Üppige blau- oder pinkfarbene Spitzenblüten.
Eichenblatt-Hortensien (Hydrangea quercifolia)
Eichenblatt-Hortensien sind robust und einfach zu pflegen. Ihre weißen Blüten färben sich im Laufe der Zeit rosa oder rot, während sich auch das Laub saisonal verfärbt. Mit etwa acht Fuß Höhe eignen sich diese Pflanze hervorragend als Sichtschutz.
- Snowflake: Wächst bis acht Fuß hoch mit strahlend weißen, doppelten Blüten.
- Alice: Produziert extra große Blüten im Sommer und Herbst und kann bis zu zehn Fuß hoch werden.
Hortensien vermehren – so einfach geht’s
Hortensien zählen zu den Pflanzen, die sich sehr leicht vermehren lassen. Probieren Sie es selbst aus, anstatt nur Jungpflanzen zu kaufen. Sie können sie problemlos über Stecklinge oder Samen vermehren.
10 Schritte zur Vermehrung von Hortensien durch Stecklinge
- Wählen Sie einen frischen, hellgrünen Zweig, der noch keine Blüten oder Knospen hat.
- Schneiden Sie etwa 15 cm hinter der Spitze horizontal oberhalb eines Blattknotens ab. Ideal sind drei Blattpaare am Steckling.
- Entfernen Sie alle Blätter bis auf die oberen beiden Paare.
- Tauchen Sie die Schnittstelle, falls vorhanden, in Bewurzelungshormon. Dies ist aber nicht zwingend erforderlich.
- Füllen Sie einen Topf mit feuchter Anzuchterde und stecken Sie den Steckling so ein, dass die Blätter gerade noch über der Erde sind.
- Überstülpen Sie eine Plastiktüte, achten Sie aber darauf, dass die Blätter nicht die Folie berühren. Zur Not können die Blätter halbiert werden.
- Stellen Sie den Topf an einen warmen, schattigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
- Halten Sie die Erde feucht, gießen Sie jedoch nur, wenn sie zu 3/4 getrocknet ist.
- Nach etwa drei Wochen können Sie vorsichtig an den Stecklingen ziehen: Widerstand bedeutet, dass Wurzeln entstanden sind.
- Pflanzen Sie die Wurzeln im Herbst an den endgültigen Standort.
7 einfache Schritte zum Sammeln und Aussäen von Hortensiensamen
- Warten Sie etwa 12 Wochen nach der Blüte, bis die Blüten sich braun verfärbt und getrocknet haben.
- Ernten Sie den Blütenkopf, legen Sie ihn in eine Papiertüte und lagern Sie diese sieben Tage an einem warmen, trockenen Ort.
- Schütteln Sie die Tüte, um die Samen zu lösen, und entfernen Sie die Spreu vorsichtig durch Ausblasen.
- Säen Sie die Samen direkt im Herbst aus oder lagern Sie sie bis zum Frühling an einem trockenen, warmen Platz.
- Streuen Sie die Samen auf die Erde, ohne sie zu bedecken, und besprühen Sie die Oberfläche mit Wasser.
- Stellen Sie die Aussaatschale an einen sonnigen Platz und warten Sie etwa 14 Tage auf die Keimung.
- Sobald die Keimlinge groß genug sind, pflanzen Sie sie im Herbst an ihrem endgültigen Platz aus.
Pflege von Hortensien – Tipps für gesunde und blühfreudige Pflanzen
Wichtig ist, die Art der Hortensie zu kennen, um den passenden Standort – ob Sonne, Schatten oder beides – zu wählen. Versorgen Sie den Boden mit gut verrottetem Kompost, dem idealerweise etwas tierischer Dünger beigemischt ist. Der optimale pH-Wert liegt je nach Art zwischen 6,0 und 6,2.
Düngen Sie Ihre Hortensien dreimal jährlich im Frühling, Mai und Juli mit einem milden, ausgewogenen Dünger oder alternativ einmal im Frühling mit einem Langzeitdünger. Der Boden sollte stets feucht, aber nicht nass sein – Staunässe gilt es zu vermeiden.
Farbänderung der Blüten beeinflussen: Bei französischen (H. macrophylla) oder Gebirgshortensien (H. serrata) kann die Blütenfarbe durch den pH-Wert verändert werden. Je saurer der Boden (pH 5,0 bis 5,5), desto blauer die Blüte; höherer pH-Wert (6,0 bis 6,5) führt zu rosa oder violetten Blüten. Aluminiumaufnahme wird durch pH-Wert gesteuert und ist der Schlüssel.
Zur Blaufärbung kann Aluminiumsulfat verwendet werden, während Gartenkalk die Blüten rosa einfärbt.
Hortensien richtig schneiden
Das Schneiden von Hortensien ist häufig verwirrend, da verschiedene Arten unterschiedliche Schnittzeiten und -techniken benötigen. Der Schnittzeitpunkt ist entscheidend für die Blüte im nächsten Jahr.
Großblättrige, Kletter-, Eichenblatt- und Gebirgshortensien blühen an altem Holz (älter als ein Jahr). Schneiden Sie diese Arten direkt nach der Blüte im Sommer zurück. Entfernen Sie abgestorbene, beschädigte oder dünne Äste und schneiden Sie über gesunden Knospen auf gewünschter Höhe.
Eichenblatt-Hortensien sollten möglichst wenig geschnitten werden, da sie am besten ohne Schnitt blühen. Falls nötig, leichter Rückschnitt vor Blühbeginn.
Rispen-, glatte und krautige Hortensien blühen an neuem Holz und können im Herbst, Winter oder Frühjahr geschnitten werden, um die Form zu erhalten.
Gute Nachbarn für Hortensien: Begleitpflanzen
Hortensien harmonieren besonders gut mit anderen schattenverträglichen Pflanzen, die ergänzend Farbe und Struktur bieten, wenn die Hortensien nicht blühen. Empfehlenswerte Begleiter sind:
- Fingerhut
- Funkien (Hostas)
- Farne
- Azaleen
- Gardenien
- Begonien
- Lobelien (Impatiens)
Typische Probleme und wie Sie Hortensien schützen
Hortensien können empfindlich sein, besonders bei falscher Lichtverhältnissen oder schlechter Bodenentwässerung. Hier die häufigsten Ursachen, warum Ihre Hortensie nicht blüht:
- Zu viel Stickstoff im Dünger – lieber phosphorhaltige Dünger verwenden.
- Falsche Sonneneinstrahlung für die jeweilige Art.
- Boden zu trocken während der Knospenbildung.
- Falscher oder falscher Zeitpunkt beim Rückschnitt.
- Ungeeignete Sorte für das Klima oder den Standort.
Schaderreger und Krankheiten an Hortensien
Grauschimmelfäule (Botrytis)
Bei kühlem, feuchtem Wetter kann sich Botrytis ausbreiten und braune Wasserflecken verursachen. Blütenknospen sterben mitunter, bevor sie aufgehen. Vorbeugen ist entscheidend: Nur Bodennah wässern, und zwar morgens. Infizierte Pflanzenteile entfernen und Pflanzenreste säubern. Fungizide können helfen – achten Sie auf zugelassene Mittel.
Cercospora-Blattflecken
Diese Blattkrankheit zeigt sich durch braune bis violette Flecken auf der Blattunterseite. Nachfolgend vergilben die Blätter und fallen ab. Ursache ist der Pilz Cercospora hydrangeae. Vermeiden Sie Blätter zu benetzen, gießen Sie nur an der Basis. Entfernen Sie infiziertes Laub und sorgen Sie für gute Hygiene.
Mosaikvirus
Übertragen durch Blattläuse und unsaubere Gartengeräte, führt dieses Virus zu gelblichen, mosaikartigen Verfärbungen der Blätter, die dann vertrocknen. Bekämpfen Sie Blattläuse konsequent und desinfizieren Sie Werkzeuge nach Gebrauch.
Weitere Krankheiten können Anthracnose, Mehltau oder Rost sein. Informieren Sie sich gegebenenfalls zu Symptomen und Behandlung.
Mit dem passenden Standort, regelmäßiger Pflege und Aufmerksamkeit für Krankheiten bringen Hortensien Jahr für Jahr prachtvolle Blüten hervor und verschönern jeden Garten nachhaltig.
