15 Pflanzen und Bäume mit invasiven Wurzeln: Was Sie wissen müssen
Viele Gärtner lieben bestimmte Pflanzen wegen ihres Aussehens, ihres Dufts oder ihrer Nützlichkeit in der Küche. Doch nicht alle Pflanzen sind uneingeschränkt empfehlenswert für Garten und Grundstück. Besonders Pflanzen mit invasiven Wurzelsystemen können erhebliche Schäden an Gebäuden, Wegen und Rohrleitungen verursachen.
Was versteht man unter einem invasiven Wurzelsystem?
Ein invasives Wurzelsystem zeichnet sich dadurch aus, dass die Wurzeln der Pflanze Strukturen wie Fundamente, Leitungen oder Betonwege beschädigen können. Dabei geht es nicht um Selbstvermehrung durch Samen, sondern darum, wie stark und aggressiv die Wurzeln wachsen und sich ausbreiten.
Invasive Wurzeln können Fundamente, Schwimmbäder, Zäune, Stützmauern, Wasserleitungen und elektrische Kabel angreifen und beschädigen.
Warnsignale für invasive Wurzeln im Garten
- Vertikale Risse in Wänden
- Aufwölbungen oder ausgebeulte Stellen auf Wegen, Betonplatten oder Pflastersteinen
- Verstopfte Abflüsse oder veränderte Wasserdruckverhältnisse ohne offensichtlichen Grund
- Gestörte Bodenflächen oder freiliegende Wurzeln rund um Pflanzen
- Plötzliche Ausbreitung von Pflanzen an unerwarteten Stellen
- Pflanzen, die nach ständiger Entfernung schnell und gründlich wieder nachwachsen
Die 15 Pflanzen und Bäume mit invasiven Wurzeln
1. Yucca
Die Yucca (Familie Asparagaceae) ist eine beliebte Pflanze für warme Gärten mit ihrem markanten, klaren Wuchs. Sie sollte jedoch abseits von Bauwerken gepflanzt werden, da ihre kräftigen Wurzeln sogar Beton durchdringen können. Die Pflanze besitzt eine lange Pfahlwurzel, die tief nach Wasserquellen sucht, sowie faserige Wurzeln, die sich seitlich ausbreiten und Rohre oder Pools beschädigen können.
Tipp: Yucca am besten in Töpfen kultivieren, dabei darauf achten, dass die Pfahlwurzel nicht durch das Abzugsloch ins Erdreich wächst.
2. Feigenbaum (Ficus)
Ficus-Arten sind als immergrüne Zierbäume sehr beliebt und relativ pflegeleicht. Ihr Wurzelsystem ist allerdings stark invasiv und kann bei zu enger Pflanzung Wege, Fundamente und Unterflurleitungen erheblich schädigen. Bei großem Grundstück können Ficus-Bäume allerdings gut fernab von Gebäuden wachsen. Eine Wurzelschutzbarriere kann zusätzlichen Schutz bieten.
Tipp: Ficus eignet sich auch als Kübelpflanze mit kugeligem Formschnitt, z. B. vor dem Hauseingang.
3. Jacaranda
Der Jacaranda-Baum verfügt über ein kräftiges Wurzelsystem, das bis zu doppelt so breit wie die Baumkrone werden kann. Das über 60 cm breite Wurzelsystem bleibt eher flach und kann große Ausmaße annehmen, was ihn zu einem problematischen Kandidaten für kleine Grundstücke macht.
4. Eukalyptus (Gummibaum)
Dieser australische Klassiker ist bekannt für seine tiefreichenden Pfahlwurzeln, die bis zu 2 Meter tief hinabreichen können. Die restlichen Wurzeln sind sehr oberflächennah und breiten sich bis zu 30 Meter vom Stamm weg aus. Eine Pflanzung in der Nähe von Gebäuden oder Infrastruktur ist daher sehr riskant.
5. Magnolie
Während Magnolien nicht so invasiv wie andere Bäume sind, können ihre flachen und dichten Wurzeln auf engem Raum problematisch werden und das Wachstum anderer Pflanzen behindern. Es wird empfohlen, Magnolien mindestens 1,5 Meter von Wegen und 9 Metern von Gebäuden zu pflanzen.
6. Silber-Ahorn
Im Gegensatz zu Zucker- und Rotahorn sind die Wurzeln des Silber-Ahorns stark invasiv und können Fundamente und unterirdische Versorgungsleitungen beschädigen. Daher sollte man ihn mindestens 30 Meter von Gebäuden entfernen pflanzen.
7. Bergahorn
Der Bergahorn hat ein weitreichendes, eher oberflächennahes Wurzelsystem, das Wege und Hausfundamente beschädigen kann. Mindestabstand zu Wegen oder Einfahrten: 3,5 Meter, zu Gebäuden rund 7,5 Meter.
8. Maulbeerbaum
Maulbeeren wachsen schnell und können bei kleinsten Wasserrohrleckagen die Leitungspunkte finden und beschädigen. Obwohl sie keine Fundamentprobleme verursachen, schwächen sie den Boden um Gebäude herum.
9. Amerikanische Ulme
Die amerikanische Ulme besitzt zwar flache Wurzeln, diese können jedoch bei älteren Bäumen in Abwasserrohre eindringen. Darum sollte sie nicht in der Nähe von Wegen oder Wasserleitungen gepflanzt werden.
10. Pappel
Pappeln wachsen sehr schnell und können bis zu 45 Meter hoch werden, ihre Wurzeln sogar bis zu drei Mal so weit austreiben. Diese können das Erdreich unter Fundamente unterspülen und sich an Rohren und Leitungen ausrichten – besonders gefährlich bei älteren Wasserleitungen.
11. Minze
Minze ist bekannt für ihr aggressives Wurzelsystem, das sich unterirdisch schnell und unkontrolliert ausbreitet. Dies macht es schwer, die Pflanze im Garten einzudämmen. Am besten wächst Minze in Töpfen oder abgetrennten Beeten.
12. Bambus
Bambus kann, je nach Sorte, sehr aggressiv Wurzeln ausbilden, die bis zu 9 Meter vom Hauptpflanzenstandort entfernt in alle Richtungen wachsen. Rhizome können Fundamente, Wege und Drainagen beschädigen. Clumping-Bambus ist weniger problematisch als laufender Bambus.
Tipp: Bambus nur in großen Containern mit speziellen Wurzelsperren pflanzen.
13. Glockenblume
Trotz ihres zarten Aussehens breiten sich Glockenblumen durch unterirdische Rhizome kräftig aus und können sogar Asphalt durchbrechen. Die Pflanze eignet sich daher besser zur Kultur in Containern.
14. Ordensstern (Physostegia virginiana)
Der sogenannte « gehorsame » Ordensstern hält sich selten an diese Bezeichnung. Die Pflanze vermehrt sich stark über faserige Wurzeln und Rhizome, was eine unkontrollierte Ausbreitung im Garten begünstigt.
15. Indianernessel (Monarda)
Indianernessel, verwandt mit Minze, breitet sich ebenfalls aggressiv über Wurzeln und Rhizome aus. Die Pflanze bildet zwar zunächst dichte Bestände, aber sendet stetig Wurzelausläufer in alle Richtungen. Die Mutterpflanze stirbt nach einigen Jahren ab, während die Tochterpflanzen überall im Garten auftauchen.
Wie geht man mit Pflanzen mit invasiven Wurzeln um?
Diese Pflanzen sind allesamt attraktive und nützliche Vertreter für den Garten. Wichtig ist, ihre Standorte mit Bedacht zu wählen. Auf großen Grundstücken können sie abseits von Gebäuden und unterirdischer Infrastruktur problemlos wachsen.
Bei kleineren Gärten sollte die Pflanzung mit Blick auf das zukünftige Wachstum und die Wurzelausbreitung erfolgen. Containerkultur oder Wurzelsperren sind hilfreiche Maßnahmen, um unerwünschte Ausbreitung zu vermeiden.
Mit der richtigen Planung und Vorsicht können Sie die Schönheit und Vorteile dieser Pflanzen genießen, ohne dass Ihr Garten oder Ihre Immobilie Schaden nimmt.
