Taro anbauen: Wie man dieses wunderbare Wurzelgemüse pflanzt und pflegt

Anleitung zum Anbau und zur Pflege von Taro: Die vielseitige Wurzelpflanze

Wenn Sie jemals die Südseeinseln bereist haben, sind Ihnen sicherlich die Taro-Pflanzen aufgefallen – sei es auf den lokalen Märkten oder auf nahezu jedem verfügbaren Stück Land. Taro zählt dort zu den Grundnahrungsmitteln und begeistert durch seine Nährstoffdichte, Vielseitigkeit und lange Haltbarkeit. Auch in heimischen Gärten gewinnt diese einzigartige Pflanze immer mehr an Beliebtheit. Entdecken Sie in diesem Beitrag alles Wichtige rund um den Anbau, die Pflege und Ernte von Taro – einer hervorragenden Ergänzung für jeden Gemüsegarten und Survival-Garten.

Was ist Taro?

Taro (Colocasia esculenta) stammt ursprünglich aus Südostasien und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Unter verschiedenen Namen wie Dasheen, Eddo, Melange oder Cocoyam bekannt, wächst Taro vorzugsweise in subtropischen und tropischen Regionen – ideal für USDA-Pflanzzonen 9 bis 11. Einige Sorten sind auch in den kühleren Zonen 7 und 8 frosthart oder lassen sich dort als einjährige Pflanzen kultivieren.

Als mehrjährige krautige Pflanze bildet Taro essbare Wurzeln aus, die von der Größe eines Softballs bis zu länglichen großen Knollen variieren können. Außerdem sind die großen, attraktiven Blätter essbar und verschönern den Garten.

Arten und Sorten von Taro

Man unterscheidet zwei Haupttypen von Taro: Wasser-Taro und Land-Taro. Während man in asiatischen Ländern häufig Taro in überfluteten Reisfeldern findet, wird es in pazifischen Inselregionen meist auf festem Boden angebaut.

Die in den USA am häufigsten angebauten Sorten sind:

  • Trinidad Dasheen (Dasheen): Große Wurzel, gute Lagerfähigkeit, verbreitet in Spezialgeschäften. Sie hat eine trockene, krümelige Konsistenz nach dem Kochen.
  • Eddoe: Kleinere Wurzel, etwas geschmacksneutraler, ideal für Gerichte, die Aromen aufnehmen.

In Hawaii existieren zahlreiche weitere Sorten wie Maui Lehua, Tahitian oder Manapiko, die regionale Spezialitäten darstellen.

Anbau von Taro: So gelingt die Vermehrung

Da Taro unzuverlässig blüht, erfolgt die Vermehrung am effektivsten über Knollen (Tuber). So funktioniert’s:

  • Wählen Sie eine gesunde, erntereife Pflanze mit intakten Blättern aus.
  • Graben Sie die komplette Pflanze vorsichtig aus, achten Sie darauf, die Wurzelstruktur nicht zu beschädigen.
  • Die Hauptknolle ist groß sichtbar; kleinere Seitensprossen (Mini-Knollen) mit eigenen Wurzeln können abgebrochen und gepflanzt werden.
  • Pflanzen Sie die Mini-Knollen direkt ins Erdreich oder in große Töpfe.
  • Alternativ können Sie die obere Schicht der Knolle mit Blattwerk abschneiden (ca. 2 cm dick), die Blätter auf 20-25 cm kürzen und wieder einpflanzen.
  • Auch das Schneiden der Knolle in Stücke mit je einem Austrieb (« Auge ») ähnelt der Kartoffelvermehrung und ist möglich.
  • Starterpflanzen sind in Gartencentern erhältlich, eine gute Option für Einsteiger.

Optimale Pflege für Taro Pflanzen

Damit Taro optimal gedeiht, müssen bestimmte Bedingungen beachtet werden:

  • Temperatur: Taro benötigt rund 200 frostfreie Tage mit Temperaturen zwischen 24 und 35 °C.
  • Standort: Halbschattig, idealerweise in der Nähe von Wasserstellen wie Teichen.
  • Boden: Lockerer, leicht saurer Boden (pH 5,5–6,5) mit guter Drainage und reichem Humusanteil.
  • Wasser: Taro liebt Feuchtigkeit und darf niemals austrocknen. Regelmäßiges, großzügiges Gießen ist Pflicht.
  • Düngung: Hoher Kaliumbedarf. Komposttee oder Beinwelltee als organische Nahrungsergänzung geben neue Kraft.
  • Feuchtigkeit: Taro bevorzugt eine hohe Luftfeuchtigkeit, was den tropischen Charakter der Pflanze unterstreicht.

Beste Partnerpflanzen für den Taro-Anbau

Am besten wächst Taro in Gesellschaft weiterer Taro-Pflanzen – Reihenabstände erlauben eine Staffelung der Pflanzung im Abstand von 12 Wochen. Je nach Anbaumethode (Wasser oder Boden) sind folgende Begleitpflanzen geeignet:

  • Süßkartoffel (Boden)
  • Sumpfkohl (Wasser)
  • Ingwer (Boden oder Wasser)
  • Zitronengras (Boden)
  • Lilien (Wasser)
  • Chilischoten (Boden)

Häufige Probleme und deren Lösungen beim Taro-Anbau

Gelbe oder welkende Blätter

Resultieren meist aus Wassermangel. Achten Sie auf regelmäßige Bewässerung und überlegen Sie, eine Bewässerungsanlage anzulegen.

Weiche, matschige Blätter

Zeichen von Überwässerung, was Krankheiten und Schädlinge begünstigt. Gießen Sie sparsamer.

Wurzelgallen-Nematoden

Diese mikroskopischen Fadenwürmer schädigen die Wurzeln, führen zu Wachstumsstörungen und Vergilbung. Vorbeugen durch Fruchtwechsel, sauberen Boden und regelmäßigen Neemöl-Einsatz.

Spinnmilben

Wegen hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit gern gesehene Schädlinge. Ein Wasserstrahl entfernt sie und Neemöl hilft präventiv.

Phytophthora-Fäule

Zeigt sich durch fleckenartige Nässe und Fäulnis. Vermeiden Sie übermäßiges Gießen oder stehendes Wasser. Gegebenenfalls Fungizide mit Kupfer anwenden.

Pythium (Wurzelfäule)

Entsteht durch zu nasse Böden. Vorbeugung durch resistenten Sorten und Vermeidung von Staunässe.

Falscher Mehltau

Bekämpfen Sie mit Neemöl und bei starkem Befall mit fungiziden Kupferpräparaten.

Ernte und Lagerung von Taro

Taro benötigt etwa 200 Tage bis zur Reife, erkennbar an gelb werdenden Blättern. So ernten Sie richtig:

  • Graben Sie die gesamte Pflanze vorsichtig aus.
  • Trennen Sie kleine Sprossknollen zum Nachpflanzen oder Verzehr ab.
  • Reinigen Sie die große Knolle und entfernen alle Blätter.
  • Lagerung an einem kühlen, trockenen Ort – besser nicht im Kühlschrank.
  • Junge Blätter im Kühlschrank bis zu einer Woche frisch halten.
  • Ernten Sie Blätter während der Saison, dabei stets mindestens zwei Drittel am Pflanzenstamm belassen.

Sicherheitshinweise zum Umgang mit Taro

  • Roh darf Taro niemals gegessen werden, da es Natriumoxalat enthält, das zu Reizungen führen kann.
  • Beim Schälen und Schneiden roher Knollen empfehlen sich Handschuhe.
  • Kochen (manchmal mehrfaches Abkochen bei Blättern) neutralisiert die schädlichen Stoffe.
  • Blätter werden meist wie Spinat zubereitet, oft mit Kokosmilch kombiniert.
  • Taro kann ähnlich wie Kartoffeln gebacken, gebraten oder geröstet werden, zerkleinert sich jedoch nicht gut zum Püree.
  • Gekochte Taro-Knollen lassen sich bis zu einem Jahr im Tiefkühler lagern.

Fazit: Taro als bereichernde Wurzelpflanze im Garten

Taro ist eine vielseitige, nährstoffreiche Wurzelpflanze, die sowohl in tropischen Gegenden als auch bei uns als außergewöhnliches Gemüse wächst. Die einfache Vermehrung, die dekorativen Blätter und der kulinarische Genuss sprechen für sich. Mit der richtigen Pflege und Standortwahl erhalten Sie eine lohnende Ernte, die vielseitig in der Küche eingesetzt werden kann. Probieren Sie Taro aus und bringen Sie Abwechslung in Ihren Gemüsegarten!

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