Einen Leitfaden zum Anbau und zur Pflege von Clematis
Clematis ist eine beliebte Kletterpflanze, die oft über Zäune rankt oder Hauswände schmückt. Mit ihren auffälligen Blüten und elegant wachsenden Trieben verzaubert sie jeden Gartenfreund. Das Anbauen von Clematis ist kinderleicht und sehr lohnenswert.
Einmal mit Clematis angefangen, werden Sie sicherlich nicht bei einer Sorte bleiben. Schon bald suchen Sie nach neuen Arten, die Sie ausprobieren können! In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles Wichtige über Clematis: von den besten Sorten über die richtige Pflanzung bis hin zu Krankheiten und Schädlingsbekämpfung.
Alles, was Sie über Clematis wissen sollten
Die große Vielfalt an Clematis-Arten (Clematis spp.) kann die Auswahl im eigenen Garten zunächst überwältigend machen. Besonders wenn Sie Neuling in Sachen Clematis sind, ist es nicht immer leicht, die passende Sorte zu finden.
Welche Clematis passt zu Ihnen?
Bevor Sie sich entscheiden, überlegen Sie, welche Blütenfarbe Ihnen gefällt. Bevorzugen Sie große, auffällige Blüten oder eher zarte, filigrane? Für jeden Geschmack gibt es die passende Clematis.
Clematis-Kletterpflanzen werden in drei Gruppen unterteilt:
- Gruppe 1: Blüht im Frühling mit kleinen Blüten.
- Gruppe 2: Die häufigste Gruppe mit großen Blüten im Frühling und Sommer.
- Gruppe 3: Blüht im Sommer und Herbst.
Beliebte Clematis-Sorten
- Elizabeth: Clematis montana var. rubens ‘Elizabeth’ beeindruckt mit zart rosa Blüten, die einen angenehmen Vanilleduft verströmen. Sie wächst bis zu drei Meter hoch und ist für die USDA-Zonen 6-9 geeignet. Die Sorte wurde mit dem Royal Horticultural Society (RHS) Award of Merit ausgezeichnet.
- Jackmanii: Seit 1862 im Garten beliebt. Clematis ‘Jackmanii’ bringt von Juli bis September dunkelviolette Blüten hervor. Sie wächst bis zu 3,5 m hoch, ist robust bis Zone 4-11 und eine weitere RHS-Auszeichnungsträgerin.
- Golden Tiara: Clematis tangutica ‘Golden Tiara’ begeistert mit großen gelben Blüten und plüschigen Samenständen. Sie ist ideal, um Vögel und Schmetterlinge anzulocken. Diese spät blühende Sorte wächst bis zu 7,5 m hoch und gedeiht in den Zonen 4-9.
- Comtesse de Bouchaud: Eine der pflegeleichtesten Sorten mit großen pink-lavendelfarbenen Blüten mit gewellten Blütenblättern. Blüht von Frühsommer bis Spätsommer und ist ebenfalls ein RHS Award of Garden Merit Gewinner.
- Claire de Lune: Bekannt für große, zart weiße bis lavendelfarbene Blüten mit welligen Blütenblättern. Gut geeignet für die Zonen 4 bis 9.
Wie pflanzt man Clematis richtig?
Clematis gedeihen besonders gut in den USDA-Härtezonen 4 bis 9, doch es gibt Ausnahmen. Wichtig ist, dass der Standort zwischen voller Sonne und Halbschatten liegt. Vollschatten sollten Sie vermeiden, da dies das Wachstum hemmt und die Blütenpracht einschränkt.
Da Clematis kletternd wachsen, brauchen sie ausreichend Platz und eine stabile Kletterhilfe. Die meisten Sorten erreichen mindestens drei Meter Höhe und oft auch eine ähnliche Breite.
Clematis aus Samen zu ziehen ist sehr zeit- und arbeitsintensiv und meist nicht zuverlässig. Kaufen Sie Ihre Pflanzen daher am besten vorgezogen in einer Baumschule.
Vorbereitung des Bodens
Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen ist im Frühling oder im mittleren Herbst. Der Boden sollte gut durchlässig sein, aber auch Feuchtigkeit speichern können. Mischen Sie bei Bedarf Kompost oder gut verrotteten Stallmist unter, um die Bodenqualität zu verbessern.
Graben Sie ein Loch, das etwa ein Drittel größer und tiefer ist als der Wurzelballen der Pflanze. Setzen Sie den Wurzelballen so ein, dass die Oberseite zwei bis drei Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt. Entfernen Sie alle Äste und Blätter, die sich jetzt unter der Erde befinden und füllen Sie das Loch wieder auf.
Clematis im Kübel ziehen
Das Anbauen von Clematis im Kübel ist ebenfalls möglich. Wählen Sie einen Topf mit mindestens 45 cm Tiefe und Breite. Verwenden Sie hochwertige, nährstoffreiche Blumenerde mit guter Wasserspeicherung.
Eine Deckschicht aus Kieselsteinen hilft, den Wurzelbereich kühl zu halten. Bitte stellen Sie den Topf nicht zu nah an eine Wand aus Ziegel oder Beton – ideal sind mindestens 30 cm Abstand, um Austrocknung zu vermeiden.
Unterstützung für Ihre Clematis
Wenn die Clematis zu wachsen beginnt, benötigt sie eine stabile Kletterhilfe. Ohne diese wird sie am Boden entlangkriechen – eine unschöne Wuchsform, wenn Sie sich einen farbenfrohen Blickfang wünschen.
Geeignete Rankhilfen sind:
- Metall- oder Holzspaliere
- Obelisken
- Zäune
- Rankgitter oder Käfige
Wenn Sie die Clematis an einer Wand wachsen lassen möchten, befestigen Sie die Pflanze zunächst mit Jute-, Draht- oder Sisalschnur, bis sie selbstständig klettern kann.
Pflege der Clematis
Die Winterhärte hängt von der Art ab. Manche Clematis vertragen Temperaturen bis zu -34 °C, andere sind empfindlicher. Achten Sie auf regelmäßige Bewässerung, besonders in trockenen Phasen. Der Boden sollte stets feucht, aber nicht nass sein.
In den ersten Wachstumswochen empfiehlt sich häufiges Gießen. Danach kann die oberste Bodenschicht zwischen den Bewässerungen leicht antrocknen. Bei Kübelpflanzen ist das Bewässerungsintervall häufiger zu kontrollieren, da der Boden schneller austrocknet.
Eine Mulchschicht auf der Erde hilft, die Feuchtigkeit zu speichern und die Wurzeln kühl zu halten. Teilen Sie die Fläche geschickt mit anderen Pflanzen wie Rosen, die Schatten spenden, ohne jedoch die Clematis-Blätter zu bedecken, damit die Blüten ungehindert wachsen können.
Düngen
Für große, prachtvolle Blüten düngen Sie Ihre Clematis am besten im späten Winter oder zeitigen Frühling mit einem speziellen Blumendünger.
Alternativ können Sie zweimal jährlich eine Schicht gut verrotteten Kompost oder Stallmist als Langzeitdünger einarbeiten.
Rückschnitt der Clematis
Das Beschneiden richtet sich nach der Gruppe der Clematis:
- Gruppe 1: Kein starker Schnitt nötig, nur leicht nach der Blüte ausdünnen.
- Gruppe 2: Im späten Winter oder frühen Frühling kräftig zurückschneiden. Einige Triebe nahe dem Boden oberhalb des ersten Knospens schneiden, um buschiges Wachstum anzuregen. Die übrigen Triebe ca. 30–60 cm einkürzen, oberhalb eines Auges.
- Gruppe 3: Stark zurückschneiden, etwa 60 cm über dem Boden.
Häufige Krankheiten und Schädlinge bei Clematis
Clematis-Saftfluss (Slime Flux)
Diese bakterielle Erkrankung ist leider oft der Grund für welkende Pflanzen und üblen Geruch. Symptome sind gelbe, welkende Blätter, eine schleimige, übelriechende Substanz an den Stängeln sowie absterbende Zweige.
Es gibt keine Heilung, doch durch vorsichtige Pflege und Vermeidung von Verletzungen am Pflanzengewebe (z.B. durch Frost, Schädlingsfraß oder mechanische Schäden) lässt sich ein Befall verhindern. Bei Befall sollten infizierte Stängel entfernt und vernichtet werden. Oft verläuft die Krankheit aber tödlich.
Clematis-Welke (Wilt)
Verursacht wird diese Pilzkrankheit durch Calophoma clematidina. Das Erkennen gelingt an dunklen, abgestorbenen Stängeln und Blattflecken. Vorbeugung gelingt durch Mulchen, Sonneneinstrahlung und ausreichende Pflanzabstände.
Bei Befall befallene Triebe entfernen, gegebenenfalls Pflanze separieren. Chemische Mittel sind nicht verfügbar, daher ist Vorsorge entscheidend.
Blattläuse
Winzige Schädlinge, die an der Pflanze klebrig-feinen Honigtau hinterlassen. Sie sind meist nur bei starkem Befall gut sichtbar.
Mehr Informationen und Behandlungstipps finden Sie in unserem Blattlaus-Leitfaden.
Ohrwürmer
Diese braunen Insekten ernähren sich gerne von Blüten und können an Clematis Schaden anrichten.
Am besten kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig oder verwenden einen organischen Insektizid-Einsatz. Mehr dazu in unserem Ohrwurm-Ratgeber.
