Wie man Bambus im Garten pflanzt, kultiviert und pflegt

Bambus im Garten pflanzen, pflegen und nutzen – Der umfassende Ratgeber

Bambus ist eine faszinierende Pflanze, die Ihrem Garten nicht nur eine exotische Atmosphäre verleiht, sondern auch als vielseitiger Rohstoff dient. Obwohl viele Gärtner beim Gedanken an Bambus an eine unkontrollierbare Ausbreitung denken, kann Bambus mit der richtigen Auswahl und Pflege ganz gezähmt wachsen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Pflanzen, Wachsen, Pflegen und Verwenden von Bambus im heimischen Garten.

Was ist Bambus?

Bambus ist botanisch gesehen kein Baum, sondern eine Grasart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Er zählt zu den schnellst wachsenden Pflanzen der Welt und kann unter optimalen Bedingungen bis zu 3,5 cm pro Stunde wachsen. Weltweit gibt es rund 1.500 Bambusarten, die vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten gedeihen. Ein Großteil der Bambusstämme, auch Halme oder Culms genannt, wächst innerhalb von wenigen Monaten auf ihre endgültige Höhe.

Bambus ist robust, mehrjährig und in vielen Klimazonen einsetzbar – selbst in kälteren Regionen wie Teilen der USA gibt es heimischen Bambus an Flussufern oder in Feuchtgebieten.

Beliebte Bambusarten für den Garten

Für den heimischen Garten kommen hauptsächlich Horstbildende (Clumping) Bambusarten infrage, da sie langsam und kontrolliert wachsen. Im Gegensatz dazu breitet sich laufender Bambus über lange Rhizome unkontrolliert aus und sollte im Garten vermieden werden.

Bambusa

  • Bambusa oldhamii: Groß und robust, wird bis zu 15 Meter hoch und ist ideal für Bau und Möbel.
  • Bambusa ventricosa (Buddha Belly): Auffällig mit verdickten Halmen, Varianten von klein bis riesig bis 14 Meter.
  • Bambusa multiplex (Tiny Fern): Klein und kompakt, wächst bis ca. 1 Meter, ideal für kleine Gärten oder als Kübelpflanze.

Fargesia

  • Fargesia murielae (Regenschirm-Bambus): Kälteresistent bis -29 °C, bläuliche Jungtriebe.
  • Fargesia nitida (Blauer Brunnen): Bis zu 4,5 Meter, dunkelblaue bis violette Halme.
  • Fargesia rufa: Kompakter, bis zu 3 Meter hoch, benötigt etwas Schatten.

Chusquea

Kalt resistente, fast holzige Halme aus Lateinamerika, z.B. Chusquea gigantea bis 7,5 Meter Höhe.

Borinda

Dekorative Arten mit gefälligen Farben wie Borinda fungosa (schokoladenbraune Halme) und Borinda papyrifera (neue Halme hellblau-weiß).

Bambus pflanzen und vermehren

Rhizome teilen

Die einfachste und zuverlässigste Methode, Bambus zu vermehren, ist das Teilen von Rhizomen:

  • Giessen Sie den Bambus mindestens einen Tag vorher gut, ohne Staunässe zu erzeugen.
  • Graben Sie vorsichtig abseits der Pflanze nach den unterirdischen Rhizomen.
  • Wählen Sie Rhizomabschnitte mit mehreren kleinen Trieben und starkem Wurzelwerk aus.
  • Schneiden Sie mit einer scharfen Gartenschere den Abschnitt ab und reinigen Sie die Erde ab.
  • Teilen Sie das Rhizom so, dass auf jedem Stück mindestens ein Trieb ist.
  • Setzen Sie die Stücke in ein halb gefülltes Gefäß mit Anzuchterde, Trieb nach oben, und bedecken Sie es vollständig.
  • Halten Sie die Erde ständig feucht, bis neue Triebe sichtbar werden.
  • Pflanzen Sie die Jungpflanzen anschließend an ihren endgültigen Standort um.

Bambus aus Samen ziehen

Bambus blüht nur selten und produziert unregelmäßig Samen, die oft schnell ihre Keimfähigkeit verlieren. Die Anzucht aus Samen ist daher anspruchsvoll und weniger sicher als Rhizomvermehrung.

Triebe teilen

Sie können auch größere Horste freigraben und mit mindestens 15 cm Rhizomen und mehreren Trieben abtrennen, um sie umzupflanzen.

Bambus-Setzlinge kaufen

Der Kauf von Jungpflanzen aus einer regionalen Gärtnerei ist eine gute Möglichkeit, passende Bambusarten für Ihr Klima zu erhalten. Achten Sie darauf, ein ausreichend großes Pflanzloch mit humusreicher, gut durchlässiger Erde vorzubereiten und den Bambus nach dem Pflanzen gut zu wässern.

Bambus-Pflege: Tipps für gesundes Wachstum

Bambus bevorzugt nährstoffreiche, gut durchlüftete Böden mit einem pH-Wert um 6,0. Lockern Sie den Boden und mischen Sie organisches Material wie Kompost unter. Ein Mulch aus Laub oder Rindenmulch hilft, Feuchtigkeit zu speichern und Bodentemperatur zu regulieren.

Die meisten Bambusarten benötigen viel Sonne, einige bevorzugen jedoch auch halbschattige Standorte. Gießen Sie neu gepflanzten Bambus regelmäßig, besonders bei Trockenperioden bis zu viermal pro Woche, ohne Staunässe zu fördern.

Zur Nährstoffversorgung eignet sich ein stickstoffreicher Dünger, etwa ein standardmäßiger Rasendünger, der im Frühjahr und Sommer angewendet wird. So bleibt der Bambus vital und wachstumsstark.

Für eine dichte Heckenpflanzung empfiehlt sich ein Pflanzabstand von ca. 1,5 Metern. Für lockere Bestände mit einzelnen Horsten sind größere Abstände von 3 bis 6 Metern möglich. Regelmäßiges Auslichten der Außenhalme fördert eine aufrechte und gesunde Wuchsform.

4 wirksame Maßnahmen, um Bambus einzuzäunen

  • Einen ca. 50 cm tiefen Graben rund um den Bambus ausheben und mit Steinen oder Kies füllen.
  • Eine Rhizomsperre aus robustem Kunststoff einbauen, direkt bei der Pflanzung.
  • Austreibende Rhizome außerhalb des gewünschten Bereichs sofort entfernen.
  • Bambus in großen Töpfen oder Hochbeeten kultivieren und dort regelmäßig umtopfen.

Begleitpflanzen für Bambus

Bambus passt gut zu Pflanzen mit flachen Wurzelsystemen und Schattenverträglichkeit, wie z.B.:

  • Oleander
  • Paprika
  • Yams
  • Orchideen
  • Ziergräser
  • Bromelien

Typische Probleme beim Bambusanbau und ihre Lösungen

Bambus-Spinnmilben

Diese winzigen Schädlinge treten besonders bei heißem und trockenem Wetter auf. Gelbliche Blätter und feine Spinnweben unter den Blättern sind erste Anzeichen. Regelmäßiges Einsprühen mit insektizider Seife oder Neem-Öl hilft effektiv gegen die Milben.

Blattläuse

Auch Bambus kann von Blattläusen befallen werden. Natürliche Feinde wie Marienkäfer und Schlupfwespen sind nützliche Helfer. Bei starkem Befall sind Neem-Öl oder biologische Insektizide zu empfehlen.

Bambus-Woll- und Schmierläuse

Weiße, fluffige Beläge auf den Blättern können auf Mehltau- oder Schmierlausbefall hinweisen. Entfernen Sie die Läuse mit Isopropylalkohol und fördern Sie die Ansiedlung natürlicher Fressfeinde. Im Notfall helfen gezielte Behandlungen mit insektizider Seife.

Bambus-Mosaikvirus

Dieses Virus zeigt sich durch verfärbte, fleckige Blätter und Absterben der Triebe. Es gibt keine Heilung. Entfernen Sie erkrankte Pflanzen und lassen Sie den Boden etwa ein Jahr ruhen, bevor Sie neu pflanzen.

Wurzelfäule

Verursacht durch Pilze, häufig erkennbar an Pilzfruchtkörpern am Stammfuß. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Rostpilz

Bei geschwächten Pflanzen können rostartige Verfärbungen an Blättern und Halmen auftreten. Kupferhaltige Fungizide und gute Nährstoffversorgung beugen vor.

Verwendungsmöglichkeiten von Bambus

Bambus ist nicht nur dekorativ, sondern ein überaus vielseitiger Rohstoff:

  • Bau von Möbeln und Werkzeugen
  • Futter- und Einstreumaterial im Tierbereich
  • Sichtschutz und Gartenzaun
  • Bodendecker und Windschutz
  • Kunsthandwerk und Bodenbeläge

Ob als natürlicher Sichtschutz, Material für DIY-Projekte oder als exotische Gartenpflanze – mit Bambus setzen Sie ein grünes Statement, das Ihren Garten aufwertet.

Entdecken Sie die Vielfalt an Bambusarten und erleben Sie selbst, wie einfach und lohnend der Anbau von Bambus sein kann!

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