Wie man Kurkuma im eigenen Garten anbaut
Haben Sie schon einmal Kurkuma-Tee probiert oder Kurkuma zu einem köstlichen Gericht hinzugefügt? Wenn nicht, verpassen Sie etwas Besonderes. Kurkuma ist ein Gewürz mit jahrhundertealter Tradition, das Erkältungen lindern und Speisen eine wunderbare Farbe verleihen kann. Die meisten von uns kaufen Kurkuma im Supermarkt, doch die eigene Kultivierung ist einfacher als gedacht – hier erfahren Sie, wie Sie frischen Kurkuma zuhause anbauen können.
Wissenswertes über Kurkuma
Kurkuma wird seit über 4.500 Jahren in Asien, Indien und Afrika angebaut. In den letzten Jahren hat das „Superfood“ auch weltweit an Beliebtheit gewonnen und findet Anwendung in verschiedenen Gerichten und Getränken.
Die Pflanze benötigt warme Temperaturen über eine lange Vegetationsperiode – ideale Bedingungen für den Außenanbau findet man nur in USDA-Pflanzzonen 8-12. Dort kann Kurkuma ganzjährig im Freien wachsen. In kühleren Regionen empfiehlt sich der Anbau im Haus oder Gewächshaus, zumindest für einen Teil der Zeit.
Kurkuma ist mit Ingwer verwandt und erinnert im Wuchs etwas an diesen. Die breiten, lanzettförmigen Blätter wachsen an kurzen Stielen. Wenn die Pflanze blüht, entstehen zarte weiße oder rosa Blüten.
Gesundheitliche Vorteile von Curcumin im Kurkuma
Das Rhizom der Kurkumapflanze enthält etwa 3-5 % Curcumin, die bioaktive Substanz mit zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Curcumin Entzündungen im Körper reduzieren kann, was vielen Erkrankungen zugutekommt.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Studien belegen eine positive Wirkung von Curcumin auf das Herz.
- Krebs: Erste Forschungen deuten auf eine mögliche unterstützende Wirkung bei der Krebsbekämpfung hin.
- Neuroprotektion: Curcumin kann Schutz vor Krankheiten wie Alzheimer bieten.
- Arthritis: Es gibt Hinweise auf Linderung von Gelenkbeschwerden.
- Depression: Möglicherweise kann Curcumin als ergänzende Behandlung helfen.
- Chronische Schmerzen: Studien zeigen eine schmerzlindernde Wirkung bei neuropathischen Beschwerden.
Für eine nennenswerte Wirkung müsste Curcumin in größeren Mengen konsumiert werden, weshalb viele auf entsprechende Nahrungsergänzungen zurückgreifen. Als Gewürz bereichert Kurkuma jede Küche mit seinem unvergleichlichen Geschmack.
Beliebte Kurkuma-Sorten
- Hawaiian Red: Bekannt für sein kräftig orange-rotfarbenes Fruchtfleisch.
- Indira Yellow: Intensiver Geschmack und leuchtend gelbes Inneres.
- White Mango: Fruchtiger Geschmack ähnlich grüner Mango; hellgelbgrünes Fruchtfleisch.
- Lakadong: Hoher Curcumingehalt, besonders geschätzt für seine Qualität.
- Alleppey: Starker Geschmack und hoher Curcuminanteil, beliebt in den USA.
- Madras: Traditionelle Sorte in Indien und Großbritannien mit leuchtend gelber Farbe.
Auch Rajapore, Sangli, Erode und Nizamabad sind bekannte Sorten aus Indien, die in Nordamerika seltener zu finden sind.
So pflanzen Sie Kurkuma
Zum Anbau benötigen Sie Saat-Rhizome, die Sie bei spezialisierten Händlern oder online erwerben können. Achten Sie darauf, unbehandelte Rhizome zu kaufen, da handelsübliche Kurkuma-Wurzeln im Supermarkt oft behandelt sind und nicht keimen.
Kurkuma bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort mit lockerer und nährstoffreicher Erde, idealerweise in Hochbeeten ohne Steine oder Klumpen. Die Pflanztiefe sollte etwa 10 cm betragen, mit einem Abstand von rund 15 cm zwischen den Rhizomen, um ausreichend Platz für das Wachstum der Wurzeln zu gewährleisten.
Anleitung zum Pflanzen
- Graben Sie kleine Löcher und setzen Sie die Rhizome mit den Austrieben nach oben ein.
- Decken Sie die Rhizome mit Erde zu und drücken Sie diese leicht an.
- Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.
Kultur im Topf
Kurkuma wächst auch hervorragend in großen Töpfen oder halben Weinfässern (mindestens 20 Liter Volumen), die eine gute Drainage besitzen sollten. Ein idealer Bodenmix besteht aus 70-80 % hochwertiger Blumenerde und 20-30 % gut verrottetem Kompost. Dadurch wird ein nährstoffreiches und durchlässiges Substrat geschaffen.
Steht Ihr Topf drinnen, sollten Sie einen möglichst sonnigen Standort, z. B. am Fenster, wählen oder zusätzlich Pflanzenlampen nutzen. Vor dem Aussetzen ins Freie ist ein schrittweises Abhärten empfehlenswert.
Pflege und Bewässerung von Kurkuma
Die Pflege von Kurkuma ist vergleichsweise einfach. Die Erde sollte stets leicht feucht gehalten werden, eine Überwässerung gilt es zu vermeiden. Kontrollieren Sie alle paar Tage die Feuchtigkeit mit dem Finger – fühlt sich die Erde wie ein gut ausgewrungener Schwamm an, ist das optimal.
In den wärmeren Monaten benötigt die Pflanze mehr Wasser, im Winter kann die Bewässerung reduziert werden. Außerdem empfiehlt sich alle acht Wochen die Gabe eines Gemüsedüngers, etwa ein Tomaten- und Gemüse-Dünger wie Miracle-Gro Shake ‘N Feed.
Überwachen Sie Ihre Pflanzen auf Schädlinge und Krankheiten, um frühzeitig reagieren zu können.
Häufige Schädlinge und Krankheiten bei Kurkuma
Rhizomenfliege
Die kleine schwarze Rhizomenfliege (Mimegralla coeruleifrons) befällt vor allem schwache Pflanzen und hinterlässt Löcher in den Trieben. Maßnahmen gegen diesen Schädling umfassen:
- Qualitativ hochwertige, gesunde Rhizome kaufen.
- Infizierte Pflanzenteile entfernen.
- Einsatz von organischen Pyrethrin-haltigen Pflanzenschutzmitteln.
Rhizomfäule
Bei Welkeerscheinungen und braun werdenden Blättern kann Rhizomfäule vorliegen, verursacht durch die Pilze Pythium graminicolum und P. aphaniderrnatum. Diese Krankheit tritt vor allem in der frühen Wachstumsphase auf.
- Vermeiden Sie Staunässe und übermäßige Bewässerung.
- Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Anzeichen von Krankheit.
- Im Falle eines Befalls kann Bonide’s Infuse als Fungizid helfen – befolgen Sie die Anwendungshinweise genau.
- Eine vorbeugende Behandlung der Rhizome vor dem Pflanzen ist ebenfalls empfehlenswert.
Ernte und Verwendung von Kurkuma
Nach 8 bis 10 Monaten frostfreier Wärme zeigt Kurkuma seine Erntebereitschaft: Die Blätter verfärben sich gelblich oder braun und welken. Nun können Sie die Rhizome vorsichtig mit einem Spaten oder Rechen ausgraben.
Achten Sie beim Ernten darauf, die Stängel nicht abzubrechen, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Nach dem Ausgraben waschen Sie die Rhizome gründlich ab und entfernen Erde und Schmutz.
Kurkuma ist weit mehr als nur ein Farbstoff oder Nahrungsergänzung: Es verleiht Gerichten ein einzigartiges Aroma. Sie können es vielseitig einsetzen, zum Beispiel in folgenden Rezepten:
- Honig-Kurkuma-Hähnchen
- Würziger Kurkuma-Tee
- Frühstücks-Porridge mit Kurkuma
- Herzhafte Schweinekoteletts mit Ananas-Kurkuma-Glasur
Seien Sie kreativ und entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten mit frischem Kurkuma in Ihrer Küche!
