Frühe und Späte Kraut- und Braunfäule bei Tomaten: So Schützen Sie Ihre Ernte
Beim Anbau von Tomaten gehören frühe und späte Kraut- und Braunfäule zu den häufigsten und gefährlichsten Pilzkrankheiten, die Ihre Pflanzen bedrohen können. Trotz der ähnlichen Namen handelt es sich um unterschiedliche Pilzarten, die in verschiedenen Wachstumsphasen auftreten und jeweils spezifische Symptome zeigen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie diese Krankheiten erkennen, verhindern und behandeln können – für eine reiche und gesunde Tomatenernte.
Was ist der Unterschied zwischen Früher und Später Kraut- und Braunfäule?
Frühe Kraut- und Braunfäule (early blight) zeigt sich bereits zu Beginn der Saison, während die späte Kraut- und Braunfäule (late blight) meist später auftritt. Beide Krankheiten entstehen durch unterschiedliche Pilzarten und entwickeln sich unter feuchtwarmen Bedingungen, die das Wachstum dieser Erreger begünstigen.
Frühe Kraut- und Braunfäule (Early Blight)
Diese Krankheit wird hauptsächlich durch die Pilze Alternaria tomaphilia und Alternaria solani verursacht und zählt zu den am weitesten verbreiteten Tomatenkrankheiten. Sie befällt neben Tomaten auch andere Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Paprika und Auberginen, was eine schnelle Ausbreitung in eng gepflanzten Beeten fördert.
Optimale Bedingungen für die Frühe Kraut- und Braunfäule
Der Pilz gedeiht besonders bei heißem und feuchtem Wetter, wenn die Temperaturen über 27 °C (80 °F) liegen und die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Insbesondere in der frühen Wachstumsphase, wenn die Tomatenpflanzen jung und noch weniger widerstandsfähig sind, ist die Gefahr für eine Infektion groß.
Erkennung der Frühen Kraut- und Braunfäule
- Erste Anzeichen zeigen sich meist an den unteren Pflanzenteilen, etwa am Stiel und an den unteren Blättern.
- Es bilden sich braune, runde Flecken, die sich allmählich zu größeren Läsionen mit gelblichen Rändern und dunkleren Ringen in der Mitte ausweiten.
- Ohne Gegenmaßnahmen können die Läsionen die Blätter vollständig zerstören oder den Stiel befallen, was zum Absterben der Pflanze führt.
- Bei den Früchten beginnt der Befall oft an der Stielbasis mit dunklen, eingesunkenen Flecken.
Während frühe Kraut- und Braunfäule selten die Pflanzen direkt tötet, beeinträchtigt sie deutlich Ertrag und Qualität der Tomaten, da die Pflanzen Energie für Reparatur statt Fruchtbildung aufwenden.
Späte Kraut- und Braunfäule (Late Blight)
Die späte Kraut- und Braunfäule ist eine besonders aggressive Krankheit, verursacht durch den Wasserpilz Phytophthora infestans. Berüchtigt wurde der Erreger durch die Hungersnot in Irland im 19. Jahrhundert, da er damals auch Kartoffeln massiv befiel.
Optimale Bedingungen für die Späte Kraut- und Braunfäule
Sie gedeiht bei moderaten Temperaturen zwischen 15 und 27 °C (60 bis 80 °F), optimal um 21 °C (70 °F) und benötigt vollständig mit Wasser gesättigte Pflanzenoberflächen. Dauerregen, Wasserspritzer und anhaltende Feuchtigkeit fördern die Verbreitung des Pilzes stark.
Erkennung der Späten Kraut- und Braunfäule
- Die ersten Symptome sind feucht wirkende, hellgrüne bis wassergetränkte Flecken an den Blattkanten der unteren Blätter.
- Diese Flecken verfärben sich schnell zu samtig-schwarzen oder violetten Bereichen.
- Die Blätter welken, werden braun und sterben ab.
- Stiele zeigen braune Läsionen, die oft einen weißlichen Pilzrasen aufweisen und die Stabilität der Pflanze beeinträchtigen.
- Die Frucht entwickelt rissige, lederartige braune Flecken unter der Schale, die mit der Zeit weich und faulig werden.
Späte Kraut- und Braunfäule zerstört Ihre Tomatenernte oft innerhalb weniger Tage, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird.
Vorbeugung gegen Tomatenkrankheiten: So schützen Sie Ihren Garten
- Sauberkeit im Garten: Entfernen Sie Pflanzenreste und befreien Sie das Beet von altem Laub, um Pilzsporen keine Verstecke zu bieten.
- Luftzirkulation: Achten Sie auf ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen, damit Feuchtigkeit schneller verdunsten kann.
- Richtige Bewässerung: Vermeiden Sie das Benetzen von Blättern – gießen Sie stets am Boden der Pflanze.
- Fruchtfolge: Bauen Sie Nachtschattengewächse nicht jedes Jahr am gleichen Standort an.
- Blattentfernung: Entfernen Sie erkrankte Blätter sofort und entsorgen Sie diese sicher.
- Resistente Tomatensorten pflanzen: Wählen Sie Sorten wie „Mountain Magic“, „Jasper“ oder „Defiant PhR“, die gegen beide Blights resistent sind.
Behandlung von Kraut- und Braunfäule
Frühe Kraut- und Braunfäule behandeln
Das regelmäßige Entfernen infizierter Blätter ist eine effektive Maßnahme. Zusätzlich können kupferhaltige Fungizide die Ausbreitung eindämmen. Bei Anwendung sollten Sie einen wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Rhythmus einhalten, solange Symptome sichtbar sind.
Späte Kraut- und Braunfäule behandeln
Leider gibt es keine sichere Heilung für späte Kraut- und Braunfäule, da der Pilz schnell und zerstörerisch wirkt. Zur Vorbeugung eignet sich die Behandlung mit Kupferfungiziden oder Produkten mit dem nützlichen Bakterium Bacillus subtilis als Vorsorgemaßnahme, sobald günstige Bedingungen erwartet werden.
Blight-resistente Tomatensorten für den erfolgreichen Anbau
Wenn Sie eine risikoarme Tomatenernte anstreben, empfehlen sich folgende Sorten, die relative Resistenz gegen früh- und spät auftretende Kraut- und Braunfäule aufweisen:
- Gegen beide Blights: „Mountain Magic“, „Jasper“, „Defiant PhR“
- Primär gegen frühe Kraut- und Braunfäule: „Mountain Supreme“, „Juliet“
- Primär gegen späte Kraut- und Braunfäule: „Iron Lady“, „Matt’s Wild Cherry“
Informieren Sie sich vor Ort, welche Blight-Form in Ihrem Anbaugebiet am häufigsten vorkommt, um gezielt vorzubeugen.
Fazit
Frühe und späte Kraut- und Braunfäule gehören zu den größten Herausforderungen beim Tomatenanbau. Ein gesund gepflegter Garten mit guter Luftzirkulation, passender Bewässerung und dem Anbau resistenter Sorten bildet die beste Grundlage für gesunde Pflanzen. Beobachten Sie Ihre Tomaten regelmäßig, um erste Symptome frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern.
Mit dieser sorgfältigen Pflege sichern Sie sich eine reiche und schmackhafte Tomatenernte – trotz der drohenden Gefahr durch Kraut- und Braunfäule.
