Soursop Anbauen: Anleitung zum Pflanzen und Pflegen des Brasilianischen Pawpaw
Soursop, auch bekannt als Graviola oder Guanabana, ist eine exotische, tropische Frucht, die mit ihrem einzigartigen Geschmack und vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten begeistert. Wenn Sie genug von diesem köstlichen Fruchtaroma haben, könnten Sie erwägen, Soursop selbst anzubauen. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über das Pflanzen, Pflegen und die Ernte des Soursop-Baums wissen müssen – ideal für Gartenliebhaber und tropische Pflanzenfreunde.
Was ist Soursop?
Soursop (Annona muricata) ist ein immergrüner Baum, der mit Cherimoya, Zuckerapfel und anderen exotischen Annonengewächsen verwandt ist. Ursprünglich stammt er aus tropischen Regionen der Karibik und Amerikas. Der Baum kann bis zu 9 Meter hoch wachsen und ist für sein schnelles Wachstum bekannt. Bei optimalen Bedingungen trägt der Baum schon nach 3 bis 5 Jahren Früchte.
Das Fruchtfleisch hat eine cremige, puddingartige Konsistenz mit einer außergewöhnlichen Geschmacksnuance: eine erfrischende Zitrusnote, gepaart mit der Süße von Erdbeeren und Mango sowie dem knackigen Biss eines Apfels. Damit eignet sich Soursop hervorragend zur Herstellung von Eiscreme, Smoothies, Puddings und sogar herzhaften Gerichten wie Suppen.
Darüber hinaus ist die Frucht reich an Vitamin A und C sowie weiteren gesunden Inhaltsstoffen.
Beliebte Sorten von Soursop
Soursop gibt es in verschiedenen Sorten, die grob nach Geschmack (süß, normal, sehr sauer) und Fasergehalt (faserhaltig oder faserlos) unterschieden werden. „Süß“ ist dabei relativ, da auch die süßesten Sorten eine gewisse Säure mitbringen.
- Cuban Fiberless: Sehr beliebt wegen ihres glatten, cremigen Fruchtfleisches ohne Fasern. Der Baum wird 5–10 Meter hoch und benötigt Temperaturen über 5 °C. Selbstbefruchtend und mäßig wasserbedürftig, aber nicht trockenresistent.
- Sirsak: Empfindlich gegenüber Kälte, bevorzugt sandigen bis lehmigen Boden und tropische Klimazonen wie Indonesien.
- Whitman Fiberless: Faserarme Sorte mit süßem, leicht zu schälendem Fruchtfleisch, allerdings weniger produktiv.
- Bennett: Große Früchte mit viel Fruchtfleisch, ein Hybrid, der seit den 1920ern für hohe Erträge bekannt ist. Hautfarbe blaugrün.
- Giant: Produziert riesige Früchte bis zu 7 kg. Baum bis zu 9 m hoch, Fruchtfleisch faserarm. Vorsicht vor herabfallenden schweren Früchten.
So pflanzen Sie Soursop
Soursop ist eine tropische Pflanze, die Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Ideal sind die Klimazonen 10 bis 13. Alternativ können Sie den Baum auch in einem beheizten Gewächshaus kultivieren oder in einem großen Topf ziehen. Durch regelmäßigen Rückschnitt behalten Sie die Größe gut im Griff.
Vermehrung durch Samen
Die Vermehrung erfolgt am besten über Samen. Frische Samen entnehmen Sie aus reifer Frucht, reinigen sie sanft und weichen sie bis zu 12 Stunden in lauwarmem Wasser ein. Anschließend etwa 1,5 cm tief in Anzuchterde pflanzen und feucht halten. Die Keimung erfolgt meist innerhalb von zwei Wochen. Die Samen haben eine Keimrate von über 90 %.
Jugendliche Pflanzen sind sehr kälteempfindlich, daher sollten sie mindestens sechs Monate im Innenbereich wachsen, bevor sie ins Freie kommen. Bei Frost sterben die Pflanzen sehr schnell ab.
Optimale Wachstumsbedingungen
- Temperatur: Frost kann für den Baum tödlich sein. Temperaturen unter 0 °C sollten vermieden werden. Bei Temperaturen unter 5–7 °C können Blätter abfallen.
- Boden: Neutral bis leicht sauer (pH 5,5–7,5).
- Bodenart: Sandiger Boden mit guter Drainage und gleichzeitig ausreichender Feuchtigkeit. Staunässe vermeidet man am besten, da sie schnell zu Wurzelfäule führt.
- Standort: Volle Sonne oder Halbschatten. Junge Bäume sollten vor kaltem Wind geschützt werden, eventuell mit Stützen sichern.
Formgebung durch Schnitt
Sobald der Stamm dick genug ist (ca. 2 cm Durchmesser), schneiden Sie den Baum auf eine Höhe von rund 65 bis 75 cm zurück. Wählen Sie den stärksten vertikalen Trieb als zentralen Leittrieb und bis zu fünf seitliche Äste, die waagrecht wachsen sollten. Klammern aus Wäscheklammern können helfen, Äste in der gewünschten Position zu fixieren. Diese Technik fördert eine gesunde und ausgewogene Baumform.
Soursop richtig pflegen
- Mulchen: Schützen Sie die oberflächlichen Wurzeln mit Mulch, um Feuchtigkeit zu bewahren.
- Düngung: Verwenden Sie einen ausgewogenen Dünger (NPK 10-10-10).
- 1. Jahr: 125 g pro Anwendung im Frühjahr und frühen Herbst
- 2. Jahr: 250 g pro Anwendung
- Ab dem 3. Jahr: 680 g pro Anwendung
- Bewässerung: Regelmäßig gießen, ohne Staunässe zu verursachen. Gut drainierende Böden sind entscheidend.
- Schnitt: Im zweiten Jahr eventuell den zentralen Trieb um ein Drittel kürzen und seitliche Triebe in Form bringen.
Blüte und Bestäubung
Nach 3 bis 5 Jahren erscheinen gelb-grüne Blüten am Stamm und den Ästen. Für einen besseren Fruchtansatz empfiehlt sich eine manuelle Bestäubung der ersten Blüten, wobei hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 21 und 29 °C die Befruchtung fördern. Erwachsene Bäume müssen selten geschnitten werden, außer um totes oder krankes Holz zu entfernen.
Häufige Probleme beim Soursop-Anbau und Lösungen
Anthracnose
Ein Pilzbefall, der gelbe oder braune Flecken auf Blättern verursacht und den Ertrag mindert. Eine Behandlung mit fungiziden Mitteln kann helfen.
Pink Disease
Erkennbar an rosa Belägen an jungen Zweigen, die anschließend absterben. Befallene Stellen abschneiden und verbrennen; vorbeugend mit Kupferfungizid behandeln.
Armillaria-Wurzelfäule
Eine Pilzkrankheit, die durch zu feuchten Boden verursacht wird. Vermeiden Sie Überwässerung und sorgen Sie für gute Drainage.
Fruchtfäule
Wird durch den Pilz Gliocladium roseum verursacht. Befallene Früchte entfernen und den Baum mit Bacillus subtilis-haltigen Fungiziden behandeln.
Rost
Pilzkrankheit mit orangeroten Belägen auf den Blättern. Regelmäßige Kontrolle und Behandlung sind nötig.
Bakterielle Welke
Verursacht faule Früchte nach der Ernte. Bekämpfung durch geeignete Fungizide.
Schädlinge
- Karpfenschmetterlingsraupen: Zerstören das Holz. Befallene Teile abschneiden und verbrennen.
- Wollläuse: Saugen Pflanzensaft, führen zur Schwächung der Pflanze. Lokale Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen.
- Fruchtfliegen: Legen Eier in Früchte, diese werden ungenießbar. Neemöl oder Insektizidsprays regelmäßig verwenden.
- Blattläuse und Schildläuse: Beschädigen Blätter und Äste; entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen einleiten.
Ernte und Verwendung der Soursop-Frucht
Die Früchte reifen nicht alle gleichzeitig und sollten nur gepflückt werden, wenn sie innerhalb von fünf Tagen verzehrt oder weiterverarbeitet werden. Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Stacheln auf der Frucht aufgerichtet sind, die Schale von dunkelgrün zu hellgrün-gelb wechselt und die Frucht leicht nachgibt.
Lassen Sie die Frucht nach der Ernte noch 4 bis 5 Tage liegen, damit sie nachreift und süßer wird. Vermeiden Sie, dass die Früchte vom Baum fallen, da sie dann zu überreif und matschig sind.
Vor dem Verzehr die Samen entfernen, da diese als giftig gelten.
Fazit: Soursop im eigenen Garten anbauen
Der Anbau von Soursop ist eine lohnende Herausforderung für Tropenliebhaber und Gartenexperten gleichermaßen. Mit den richtigen Standortbedingungen, einer sorgfältigen Pflege und konsequenter Schädlingsbekämpfung können Sie eine schmackhafte und vitaminreiche exotische Frucht ernten. Probieren Sie es aus und bereichern Sie Ihren Garten mit dieser außergewöhnlichen Pflanze!
