13 Probleme bei Erbsenpflanzen und wie man sie löst

13 Häufige Probleme beim Erbsenanbau und wie Sie diese lösen können

Erbsen gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten im Garten – sie sind einfach zu ziehen und liefern leckere, nahrhafte Ergebnisse. Doch selbst bei sorgfältiger Pflege begegnen Gärtner:innen immer wieder Herausforderungen beim Erbsenanbau, von Keimproblemen bis hin zu Schädlingsbefall und Krankheiten. In diesem Artikel erfahren Sie die häufigsten Probleme, mit denen Sie beim Erbsenanbau rechnen sollten, sowie praxisnahe Tipps, um Ihre Ernte zu schützen und zu optimieren.

1. Keimversagen bei Erbsensamen

Erbsen werden oft für schnelle Keimversuche verwendet, doch manchmal keimen die Samen einfach nicht. Wenn nach ein bis zwei Wochen kein Wachstum sichtbar ist, sind die Samen wahrscheinlich nicht mehr lebensfähig. Gründe hierfür können unreife Ernte, unsachgemäße Lagerung oder Temperaturschwankungen sein. Auch zu kalter oder nasser Boden kann Keimung verhindern.

In kälteren Regionen (USDA Zone 4b) empfiehlt sich, erst etwa eine Woche nach dem letzten Frost zu säen, um Fäulnis zu vermeiden. In wärmeren Zonen (6 und höher) können Sie gerne kurz vor dem letzten Frost säen. Alternativ können Sie Erbsen auch vorziehen und später auspflanzen.

2. Wachstumsstopp und Welke junger Sämlinge

Falsche Bodenbedingungen und Pilzkrankheiten wie das Absterben der Keimlinge (Damping-off) können dazu führen, dass junge Pflanzen nicht richtig wachsen oder umfallen. Ursache ist meist kalter, feuchter Boden, in dem Pilzsporen gedeihen. Warten Sie mit der Aussaat, bis sich der Boden aufgewärmt hat. Vor der Aussaat hilft das Befeuchten mit warmem, mit Knoblauch versetztem Wasser. Danach nur noch mit warmem Wasser gießen.

3. Welke durch Wasserstress

Erbsen benötigen ausreichend Wasser, vertragen aber auch keine Staunässe. Bei Trockenheit wirken die Pflanzen schnell schlapp und hängen. Arbeiten Sie vor der Aussaat feuchtigkeitsspeichernde Materialien wie Torfmoos, Reishülsen, Kokosfasern oder Vermiculit in den Boden ein. Mulchen Sie außerdem mit ungefärbtem Kartonpapier (mindestens zwei Zentimeter Abstand zu den Stängeln) – so bleibt der Boden feucht.

Gießen Sie regelmäßig bodennah und kontrollieren Sie täglich die Pflanzen. Wenn sie trotz ausreichender Bewässerung schlapp sind, kann es auch an Staunässe liegen. Der Boden sollte sich wie ein gut ausgewrungener Schwamm anfühlen. Passen Sie die Bewässerung entsprechend an.

4. Welke und Verfärbung durch Pilze

Bei ausreichend Wasser, aber anhaltender Welke kann Fusarium-Welke die Ursache sein. Dieser Bodenpilz blockiert die Wasserzufuhr und verursacht verfärbte, geschwächte Wurzeln und Stängel. Vermeiden Sie das Problem durch die Auswahl widerstandsfähiger Sorten, Bodenbelüftung und pH-Anpassung Richtung neutral. Sonnenbestrahlung sowie trockene Hitze hemmen den Pilz.

Erkrankte Pflanzen sollten Sie sofort entfernen und verbrennen. Behandeln Sie den umliegenden Boden mit einem Antipilzmittel wie Mycostop. Außerdem empfiehlt sich eine regelmäßige Fruchtfolge, um Pilzbefall vorzubeugen.

5. Mehltaubefall bei Erbsen

Mehltau ist eine häufige Pilzkrankheit, die bei warmfeuchtem Wetter auftritt. Die Blätter sehen aus, als wären sie mit weißem Puder bedeckt. Um Mehltau zu verhindern, schneiden Sie Blätter ab, sobald die Erbsen zu blühen beginnen, damit die Luft zirkulieren kann.

Bei leichterem Befall entfernen und verbrennen Sie die betroffenen Blätter und besprühen die Pflanzen mit verdünntem Apfelessig. Bei schwerem Befall sollten Sie alle Pflanzen entfernen, das Gelände zwei Jahre brachliegen lassen und den Boden pilzhemmend behandeln.

6. Mosaikvirus – gelb gefleckte Blätter

Unregelmäßige gelbe Muster auf Blättern und Schoten weisen oft auf das Mosaikvirus hin, das durch Blattläuse übertragen wird. Besonders Acker- oder schwarze Augenbohnen sind anfällig. Behandeln können Sie den Virus nicht, aber Sie können mit organischem Fungizid vorbeugen und resistente Sorten wählen.

Infizierte Pflanzen müssen beseitigt werden, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern.

7. Blattläuse und klebrige Blätter

Gelbe, eingerollte Blätter mit klebrigem Belag sind ein sicheres Zeichen für Blattlausbefall. Diese saugenden Schädlinge verbreiten auch Viruskrankheiten.

Bekämpfen Sie Blattläuse mit Neem-Öl oder insektizider Seife. Fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer, denn sie sind hervorragende Blattlausjäger.

8. Abgefressene Pflanzenstängel durch Raupen

Larven nachtaktiver Falter – sogenannte „Stängel- oder Eulenraupen“ – fressen nachts an Erbsen und fällen die Pflanzen an der Basis.

Verhindern Sie Schäden durch gründliches Umgraben im Frühjahr, wodurch Eier an die Bodenoberfläche kommen und von Vögeln und Nützlingen gefressen werden. Hühner und andere Geflügelarten helfen ebenfalls beim Verschlingen der Raupen. Umzäunen Sie Ihren Garten und pflanzen Sie Sonnenblumen oder Topinambur am Rand, um Raupen abzulenken.

9. Braune, verwelkte Blätter durch Spinnmilben

Feiner Staub und feine Spinnweben an welken Blättern deuten auf Spinnmilben hin. Diese saugen Pflanzensaft aus und schwächen die Erbsen.

Besprühen Sie die Pflanzen regelmäßig mit Neem-Öl, insektizider oder Kastilienseife, um die Milben zu vertreiben.

10. Silbrige Spuren auf Blättern durch Minierfliegen

Die Larven von Minierfliegen hinterlassen silbrig-weiße Fraßgänge in den Blättern. Vorbeugend lohnt sich eine gründliche Bodenbearbeitung im Herbst und Frühjahr, das Anpflanzen von Lockpflanzen sowie das Abdecken mit Netzen oder Folien.

Entfernen Sie befallene Blätter umgehend und verbrennen Sie diese, um die Ausbreitung zu verhindern.

11. Üppiges Blattwachstum ohne Blüten

Ein Überschuss an Stickstoff im Boden fördert das Blattwachstum, behindert aber die Blütenbildung. Testen Sie Ihren Boden mit einem Set oder über das örtliche Beratungsamt und gleichen Sie mit sägemehlhaltigem Mulch aus, um den Stickstoff zu binden.

12. Blüten, aber keine Erbsenschoten

Wenn Erbsen blühen, aber keine Schoten tragen, kann die Befruchtung gestört sein. Lockern Sie die Pflanzen durch Ausdünnen übermäßiger Blätter und schütteln Sie sie sanft, um den Pollen besser zu verteilen. Alternativ können Sie den Pollen mit weichen Pinseln von Blüte zu Blüte übertragen.

13. Verschwundene Pflanzen durch Wildtiere

Haben Sie anhaltende Verluste von Erbsenpflanzen? Wahrscheinlich sind Tiere wie Kaninchen, Rehe oder Murmeltiere Schuld. Schützen Sie Ihren Garten mit wildtiersicherem Zaun und verteilen Sie Duftstoffe von Raubtieren (z.B. Wolfs- oder Kojotenduft) als Abschreckung. Auch das Besprühen mit Neem-Öl hält Tiere fern.

Fazit – So meistern Sie Ihren Erbsenanbau erfolgreich

Beim Erbsenanbau kann trotz bester Pflege viel schiefgehen. Mit Wissen, guter Vorbereitung und präventiven Maßnahmen lassen sich viele Probleme vermeiden. Wählen Sie resistente Sorten, achten Sie auf Boden und Wasserhaushalt und sorgen Sie für gesunde Luftzirkulation im Bestand.

Verteilen Sie Ihre Erbsenbeete im Garten, um Risiken zu streuen. Erleben Sie den Anbau als Experiment und Freude – so werden Sie immer besser und genießen reiche Ernten.

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