12 Cannabis-Krankheiten und Probleme, auf die Sie achten sollten

12 Cannabis-Krankheiten und Nährstoffmängel: Wie Sie Ihre Pflanzen gesund halten

Egal welche Pflanzen Sie anbauen, irgendwann begegnen Sie unvermeidlich pflanzlichen Krankheiten. Cannabis bildet hierbei keine Ausnahme. Ob Sie die Pflanzen nun aus kommerziellen Gründen oder für medizinische Zwecke anbauen – es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie mindestens einige der folgenden Krankheiten bei Ihren Cannabispflanzen erkennen werden.

Dieses Wissen hilft Ihnen, Probleme frühzeitig zu identifizieren und möglicherweise rechtzeitig zu behandeln.

1. Staudruckkrankheit (Damping-Off)

Die Staudruckkrankheit tritt bei vielen Pflanzen auf, besonders häufig jedoch bei Cannabis-Sämlingen. Der Erreger Pythium gedeiht in kühler, feuchter Erde und befällt junge Triebe, wodurch ihre Stängel verfaulen und keine Nährstoffe mehr aufnehmen können.

Wenn Ihre Sämlinge schwach wachsen oder umkippen, untersuchen Sie die Stängel unter der Erde. Sind diese braun verfärbt und im Bereich der Wurzeln dünner als oberhalb der Erde, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Pythium.

Die betroffenen Pflanzen sind nicht mehr zu retten. Um eine erneute Infektion zu vermeiden, behandeln Sie den Boden mit warmem Knoblauchwasser als natürliches Fungizid und lassen Sie die Erde vor dem nächsten Pflanzen vollständig trocknen. Gießen Sie anschließend nur mit warmem Wasser und reinigen Sie immer Ihre Werkzeuge zwischen den Einsätzen.

2. Fusarium-Welke

Fusarium ist ein bodenbürtiger Krankheitserreger, der die Xylemgefäße im Stängel befällt. Dadurch wird der Nährstofftransport durch die Pflanze blockiert.

Die Blätter der befallenen Pflanzen rollen sich ein, welken und die Stängel werden schwach. Schließlich fallen die Pflanzen um und sterben. Befallene Pflanzen müssen verbrannt werden, und der Boden sollte mit einem Fungizid behandelt werden. Verzichten Sie mindestens drei Jahre lang auf den Anbau von Cannabis oder Nachtschattengewächsen in diesem Boden.

3. Falscher Mehltau (Downy Mildew)

Falscher Mehltau entsteht besonders bei feuchtem Wetter, unabhängig davon, ob die Temperaturen kalt oder warm sind. Prüfen Sie regelmäßig die Blattunterseiten auf grauen oder weißen Flaum sowie die Oberseiten auf gelbe Flecken.

Falscher Mehltau ist schwer vollständig zu beseitigen, und das Rauchen befallener Blätter ist gesundheitsschädlich. Die betroffenen Pflanzen sollten sofort vernichtet werden. Werfen Sie diese niemals auf den Kompost, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden – Verbrennen oder ordnungsgemäße Entsorgung ist notwendig. Achten Sie darauf, beim Verbrennen nicht in Windrichtung zu stehen, um Sporen nicht einzuatmen.

4. Echter Mehltau (Powdery Mildew)

Bei warmem, feuchtem Sommerwetter zeigt sich echter Mehltau durch einen weißen, samtartigen Belag auf den Pflanzen.

Ein frühes Erkennen ermöglicht eine Behandlung mittels Knoblauch- oder Neem-Fungiziden. Betroffen mehr als 5 bis 10 % der Pflanze, sollte die Pflanze entfernt, verbrannt oder entsorgt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

5. Grauschimmel (Botrytis)

Bekannt als Bud Rot tritt Grauschimmel bei nassen Bedingungen oder durch Bewässerung von oben auf. Feuchtigkeit bleibt in den Blüten hängen und kann nicht verdunsten, was zu einem fauligen, pelzigen Inneren der Knospen führt.

Die Blüten sehen von außen oft noch intakt aus, sind jedoch beim Öffnen deutlich faul und mit Schimmel überzogen.

6. Stängelkrebs (Stem Canker)

Schwarze Flecken an den Ästen weisen auf Stängelkrebs hin – eine Krankheit, die viele Pflanzenarten befällt, aber insbesondere Cannabis betrifft.

Ähnlich wie bei anderen Pilzkrankheiten ist die einzige Maßnahme die Vernichtung der befallenen Pflanzen, um die Ausbreitung zu verhindern.

7. Mosaikvirus

Dieses Virus ist auch von Gurken und Zucchini bekannt und zeigt sich durch graue oder weiße, marmorierte Linien auf den Blättern, die einem Buntglasfenster ähneln – daher der Name « Mosaik ».

Es ist sehr ansteckend und breitet sich schnell im Garten aus. Befallene Pflanzen müssen unbedingt vernichtet werden. Behandeln Sie die Fläche anschließend mit Fungiziden und verzichten Sie 5 bis 7 Jahre auf den Anbau von essbaren oder medizinischen Pflanzen in der Umgebung.

8. Grünalgen

Grünalgen auf der Bodenoberfläche entstehen, wenn zu großzügig gewässert wird, besonders bei Hitze. Die Algen schaden den Pflanzen nicht direkt, aber lassen Sie die Erde gut trocknen, bevor Sie erneut gießen.

Vermeiden Sie das Problem, indem Sie niemals gießen, solange die Bodenoberfläche noch feucht ist. Die Erde sollte im halben Zoll Tiefe nur leicht feucht sein.

9. Wurzelfäule

Diese Krankheit tritt häufiger bei Hanfpflanzen auf, kann aber auch das Cannabis betreffen. Die Pflanzen wirken plötzlich krank, bis die Wurzeln beim Ausgraben braun-schwarz verfault und matschig sind.

Die Fäule wird meist durch verschiedene Krankheitserreger ausgelöst und lässt sich nicht behandeln. Vorbeugend sollte sparsam und mit warmem Wasser auf Bodenniveau gegossen werden. Da die Erkrankung einzelne Pflanzen betrifft, ist eine Massenvernichtung nicht nötig.

Nährstoffmängel bei Cannabis – Symptome und Lösungen

Zusätzlich zu Krankheiten können bei Cannabispflanzen Nährstoffmängel auftreten. Oft ähneln deren Symptome den Krankheitsanzeichen, doch die Behandlung unterscheidet sich deutlich.

10. Bor-Mangel

Verzerrtes, gelbliches Wachstum an den Spitzen, verdickte, gelb-braune Triebspitzen können auf Bor-Mangel hindeuten. Bor ist essentiell für die Aufnahme von Phosphor und Kalium, welche für das Pflanzenwachstum notwendig sind. Ein Mangel reduziert die Nährstoffaufnahme und schwächt die Pflanze.

11. Kalziummangel

Braune oder bronzefarbene Flecken auf den Blättern können Kalziummangel anzeigen. Diese Symptome können jedoch auch andere Krankheiten oder Schädlinge signalisieren.

Ursache sind oft zu niedriger Boden-pH oder der Einsatz von enthärtetem bzw. gefiltertem Wasser. Das Ziel ist, den Pflanzen durch korrekt dosiertes Gießen und Überwachung des pH-Wertes den Zugang zu vorhandenem Kalzium zu ermöglichen.

12. Stickstoffmangel

Vergilbte, welkende Blätter sind ein klassisches Anzeichen von Stickstoffmangel. Gesunde Pflanzen zeigen leuchtend grüne Blätter, während bei Mangel die Blätter blass und kraftlos wirken.

Verbessern Sie den Stickstoffgehalt durch die Gabe von stickstoffreichem Komposttee direkt an die Wurzeln.

Fazit: Cannabis erfolgreich anbauen trotz Krankheiten und Mängeln

Lassen Sie sich von diesen Krankheiten und Mangelerscheinungen nicht entmutigen. Jedes Kräutergärtnern bringt Herausforderungen mit sich. Betrachten Sie diese Erkrankungen als wertvolle Hinweise und ökologisches Feedback für Ihre Anbaupraxis. Mit Aufmerksamkeit, sorgfältiger Pflege und schnellen Gegenmaßnahmen können Sie viele Probleme verhindern oder beheben und Ihre Cannabispflanzen gedeihen lassen.

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