18 Häufige Probleme beim Anbau von Rosenkohl und wie Sie sie lösen
Rosenkohl anzubauen ist eine Herausforderung, die viele Hobbygärtner kennen. Anders als bei leichteren Kohlsorten wie Grünkohl oder Brokkoli, kämpfen viele mit der Kultur dieser winterharten Brassica-Pflanze. Doch keine Sorge – die meisten Probleme lassen sich mit den richtigen Tipps und Tricks erfolgreich bewältigen. In diesem Artikel erfahren Sie die 18 häufigsten Schwierigkeiten beim Rosenkohl-Anbau und erhalten praktische Lösungen, damit Ihre Ernte gelingt.
1. Kein Keimen der Samen
Wenn aus Ihren Rosenkohl-Samen nach einem Monat kein Pflänzchen sprießt, sollten Sie auf Schädlinge im Boden achten. Kohlfliegenlarven (Kohlwurzelmaden) bohren sich in die Wurzeln und fressen diese von innen auf. Erkennbar sind schleimige Wurzeln mit braunen Narben oder einem wabenartigen Muster. Da diese Larven feuchte Böden im Frühjahr bevorzugen, empfehlen sich spätere Pflanztermine im Jahr und gut durchlässiger Boden. Als natürliche Abwehr können Sie Begleitpflanzen wie Minze oder Lauchgewächse (Schnittlauch, Porree) zwischen Rosenkohl setzen.
2. Schwache, dünne Pflanzen mit braunen Stielen
Wenn die Stiele Ihrer Jungpflanzen braun und welk aussehen und die Blätter umkippen, handelt es sich wahrscheinlich um die sogenannte Schulterfäule (Damping-off). Diese Pilzkrankheit tritt bei kühler, feuchter Erde auf. Um das zu vermeiden, sterilisieren Sie Aussaatgefäße und verwenden Sie nur keimfreie Anzuchterde. Gießen Sie mit warmem Wasser oder noch besser, mit einem verdünnten Knoblauch-« Tee », der Pilzsporen abtötet und Ihre Setzlinge gesund hält.
3. Pflanzen werden auf Bodenhöhe abgefressen
Sogenannte Nacktschnecken oder Stängelgrillen können Pflanzen gerade an der Basis abschneiden. Um das zu verhindern, halten Sie das Beet unkrautfrei und streuen rund um die Pflanzen Holzasche. Außerdem helfen „Kartonkragen“ aus zugeschnittenen Toilettenpapierrollen, die Sie eng um die Stiele kleben und etwa 2,5 cm tief in den Boden drücken. Für zusätzliche Wirkung kleben Sie doppelseitiges Klebeband auf die Kragen.
4. Vorzeitiges Blühen (Schossen)
Rosenkohl kann sowohl durch Kälte als auch durch Wärme zum Schossen gebracht werden. Unerwartete Kälteeinbrüche lassen die Pflanzen denken, der Winter kommt, woraufhin sie frühzeitig blühen und Samen bilden. Pflanzen Sie deshalb die Samen nicht früher als eine Woche vor dem letzten Frosttermin und schützen Sie die Pflanzen mit Strohmulch, Frühbeeten oder Folien bei Kälteeinbrüchen.
5. Dunkle, drahtige Stiele (Drahtstielkrankheit)
Diese Krankheit ist ebenso pilzbedingt und verhindert die richtige Entwicklung der Pflanzen. Sorgen Sie für gut drainierte, warme Böden und arbeiten Sie vor dem Pflanzen Kompost ein, um Staunässe zu vermeiden.
6. Schwarze oder violette Flecken auf den Blättern
Diese Flecken sind Anzeichen für die sogenannte bakterielle Blattfleckenkrankheit, häufig verursacht durch Spritzwasser von oben. Entfernen Sie befallene Blätter sofort und vernichten Sie diese, um die Ausbreitung zu stoppen. Vermeiden Sie zukünftig die Bewässerung über dem Blattwerk und gießen Sie nur direkt am Boden.
7. Faule Pflanzenkerne
Braune, pelzige Verfärbungen im Inneren der Knospen deuten auf Fäulnis hin. Erste Hinweise können gelbgrüne V-förmige Flecken außen sein. Betroffene Pflanzen sowie umliegende Pflanzenteile sollten Sie verbrennen und den Boden mit organischen Fungiziden wie Knoblauchwasser behandeln. Wechseln Sie außerdem die Pflanzfläche regelmäßig.
8. Weißer, pulvriger Belag auf Blättern (Mehltau)
Diese weit verbreitete Pilzkrankheit tritt bei warmen, feuchten Bedingungen auf und macht die Blätter wie mit Puderzucker bestäubt. Abstand zwischen den Pflanzen sorgt für Luftzirkulation und mindert das Risiko. Vermeiden Sie Bewässerung von oben und schneiden Sie regelmäßig befallene Blätter mit sterilen Werkzeugen zurück.
9. Grau-fußeliger Belag unter den Blättern (Falscher Mehltau)
Dieser Pilz bevorzugt kühle, feuchte Luft und zeigt sich auf der Blattunterseite durch graue Flaumsporen mit schwarzen Punkten. Befallene Pflanzen müssen vernichtet und der Boden mindestens drei Jahre lang nicht mehr mit Kohlarten bepflanzt werden. Ein Knoblauch-Fungizid kann weitere Ausbreitung verhindern.
10. Unregelmäßig ausgefranste Löcher in den Blättern
Der Kohlweißling (Pieris rapae) legt seine Eier auf den Blättern ab, wobei die Raupen Ihre Pflanzen fressen. Schützen Sie die Käuter mit Fliegengittern oder leichten Vliesabdeckungen, die mindestens 60 cm Höhe haben und Luft sowie Licht genügend durchlassen. Als natürliche Abschreckung helfen auch gezielt angelegte Fanggärten mit Senf- oder Kohlrabi-Pflanzen.
11. Raupenbefall auf den Blättern
Neben dem Kohlweißling legen auch andere Falter ihre Eier ab. Haben Sie Hühner oder Enten, lassen Sie diese im Gemüsegarten frei laufen – sie fressen die Raupen und schützen so Ihre Pflanzen. Auch das Pflanzen von Schafgarbe lockt nützliche parasitäre Brackwespen an.
12. Blätter mit Löchern und deformierten Stängeln
Diese Schäden sind meist von Käferlarven verursacht, wie den Blattkäfern oder „Junikäfern“. Graben Sie den Boden vor der Pflanzung um, damit Vögel die Larven fressen können. Halten Sie den Boden sauber und streuen Sie Lebensmittelqualität-Kieselgur aus, um die Beißer zu vertreiben.
13. Welkende Pflanzen – Kohlhernie
Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) deformiert die Wurzeln und verhindert die Wasser- sowie Nährstoffaufnahme. Sie tritt besonders in sauren Böden auf. Messen Sie den pH-Wert und kalken Sie frühzeitig, falls der Wert unter 7,2 liegt. Befallenen Boden mindestens ein Jahr brach liegen lassen und dann erst wieder mit Kohlarten bepflanzen.
14. Schossen durch Hitze
Rosenkohl ist sehr empfindlich gegenüber plötzlichen Hitzeperioden und neigt dann zum Schossen. Ernten Sie daher lieber Herbst- oder Winterpflanzen, die ihre Wachstumsphase im kühleren Spätsommer haben. Die richtige Pflanzzeit richtet sich dabei nach Ihrer Klimazone.
15. Pflanzensterben in der Winterpause
In Regionen mit sehr kalten Wintern kann der Rosenkohl auch durch Frostschäden sterben. Graben Sie daher im Herbst erste Wurzeln aus, überwintern Sie diese in Töpfen an einem trockenen, frostfreien Ort und pflanzen Sie sie nach dem letzten Frost wieder aus.
16. Fehlgebildete Rosenkohl-Knospen
Das Auftreten deformierter oder „lockerer“ Knospen liegt häufig an zu engem Anbau oder Kreuzbestäubung verschiedener Kohlarten. Sorgen Sie für ausreichenden Abstand zu anderen Brassica-Kulturen wie Weißkohl, Brokkoli, Rüben, Senf oder Grünkohl, es sei denn, Sie möchten bewusst Hybride erzeugen.
17. Braune Blätter durch Bor-Mangel
Rosenkohl benötigt viel Bor. Geben Sie dem Boden vor dem Pflanzen Borax zu und versorgen Sie Ihre Pflanzen während der Saison mit Bor-gefülltem Komposttee. Achten Sie auf einen nährstoffreichen, gut dränierenden Boden mit hohem Stickstoffgehalt.
18. Umkippen der Pflanzen (Lodging)
Wegen ihrer oberirdischen schweren Knospen kippen Rosenkohlpflanzen bei Wind leicht um. Abhilfe schaffen Pflanzpfähle, kürzere Sorten oder das Anhäufeln von Erde bis etwa 15 cm Höhe rund um den Stamm. Vermeiden Sie zudem dichten Pflanzenstand.
Probleme mit Rosenkohl frühzeitig erkennen und beheben
Die Pflege Ihrer Rosenkohl-Pflanzen erfordert Aufmerksamkeit und etwas Erfahrung, doch die Mühe lohnt sich. Viele der genannten Probleme können Sie mit schnellem Eingreifen verhindern – für eine reiche, gesunde Ernte. Verwenden Sie gut vorbereiteten Boden, wählen Sie möglichst krankheitsresistente Sorten und vermeiden Sie Pflanzenaustausch auf befallenen Flächen.
Mit der richtigen Pflege steht Ihrem Erfolg nichts im Wege – und Sie können sich auf eine große Vielfalt leckerer Rosenkohl-Rezepte freuen!
