Was tun mit grünen Kartoffeln & wie man das in Zukunft verhindert
Beim Ernten meiner Kartoffeln vor etwa einer Woche war ich enttäuscht, dass einige davon beschädigt waren – vermutlich von hungrigen kleinen Nagern. Solche Challenges gehören leider zum Gärtnern dazu. Man muss Pests akzeptieren und aus Fehlern lernen, um es im nächsten Jahr besser zu machen.
Ein größeres Problem, das ich häufiger hatte, sind grüne Kartoffeln – entweder schon vor der Ernte oder während der Lagerung. Wissenswertes zu Ursachen, Risiken und Verwendung grüner Kartoffeln hilft dir, diese Situation richtig einzuschätzen. Außerdem verrate ich Tipps, wie du grünes Kartoffelwachstum verhindern kannst.
Warum werden Kartoffeln grün?
Kartoffeln werden aus mehreren Gründen grün, meistens durch zu viel Lichteinwirkung während Lagerung oder sogar im Boden. Bleiben sie auf der Küchentheke, verfärben sie sich oft schon innerhalb von Wochen.
Das Grün entsteht durch die Bildung von Chlorophyll, einem harmlosen, aber lichtempfindlichen Pflanzenfarbstoff. Problematisch ist vielmehr, dass durch Licht auch das Gift Solanin gebildet wird.
Grüne Kartoffeln können auch schon im Garten entstehen – zum Beispiel bei einem besonders heißen oder sonnigen Sommer oder wenn die Kartoffeln nicht ausreichend mit Erde bedeckt (angehäufelt) wurden. Werden die Knollen zu dicht gepflanzt, kann das nach oben gedrängt werden und zur Grünfärbung führen.
Kann man grüne Kartoffeln essen?
Chlorophyll vs. Solanin – was ist gefährlich?
Grün verfärbte Kartoffeln sind wegen des Giftes Solanin potenziell giftig. Beim Licht-Kontakt bildet die Kartoffel Chlorophyll, das geschmacksneutral und ungefährlich ist, aber gleichzeitig das Solanin gebildet wird.
Solanin ist ein natürliches Gift, das die Pflanze vor Fressfeinden schützt. Es sitzt in Schale, Keimen, Wurzeln, Blättern und Früchten. Die Konzentration ist bei grünen Kartoffeln erhöht.
Auswirkungen auf den Menschen
Das Bitter-Gift bewirkt unangenehmen Geschmack, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Extreme Fälle von Vergiftung sind selten und benötigen eine große Menge Solanin, etwa das Essen von über einem Pfund komplett grüner Kartoffeln bei einem 45 kg schweren Erwachsenen.
Kleine Mengen zu essen, etwa aus Versehen, ist meist ungefährlich, aber der bittere Geschmack wird dich vom weiteren Verzehr abhalten. Auch die grünen Keime enthalten viel Solanin und sollten unbedingt entfernt werden.
Achtung: Auch wenn Kartoffeln nicht grün sind, kann durch Schäden, Krankheiten, falsche Lagerung oder Frost der Solaningehalt steigen und zur Bitterkeit führen.
Was kann man mit grünen Kartoffeln machen?
- Kochen und Verzehren: Grüne Stellen großzügig entfernen, Schale komplett schälen. Sind grüne Stellen bis ins Innere sichtbar, wegwerfen. Kochen oder lange erhitzen reduziert das Gift nicht.
- Verkompostieren: Grüne Kartoffeln können bedenkenlos kompostiert werden – Solanin zerstört sich im Komposthaufen. Für schnellere Zersetzung eventuell zerkleinern.
- Als Pflanzgut nutzen: Wenn sie noch nicht verfault sind, können Keime der grünen Kartoffeln als Saatkartoffeln eingesetzt werden. Vor Pflanzung regelmäßig auf Fäulnis prüfen.
- Nicht an Tiere verfüttern: Vor allem Nutztiere wie Schweine und Hühner sollten keine grünen Kartoffeln bekommen, da auch sie darunter leiden können.
Tipps zur Vorbeugung von grünen Kartoffeln
- Pflanztiefe beachten: Kartoffeln sollten 10-15 cm tief gelegt werden, um Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
- Anhäufeln (Hügeln): Während des Wachstums immer wieder Erde um die Pflanzen anhäufen, sodass die Kartoffeln mit ausreichend Erde bedeckt sind. So bleibt das Licht draußen und das Grünwerden wird verhindert.
- Richtige Lagerung: Kartoffeln erst nach vollständiger Hautverhärtung („Abhärtung“) lagern. Kühl (ca. 7-10 °C ideal), dunkel und luftig aufbewahren – ein Keller oder eine dunkle Kammer ist perfekt. Lichtkontakt unbedingt vermeiden, da sonst schnell neue grüne Stellen entstehen.
- Schutz vor Wärmequellen: Kartoffeln nicht neben Herd, Kühlschrank oder anderen Wärmequellen lagern.
- Stress vermeiden: Vorsicht beim Ernten, keine Verletzungen an den Knollen verursachen, denn Stress fördert die Solaninbildung.
Fazit: Rote und weiße Kartoffeln – grüne Kartoffeln vermeiden
Rote Kartoffelsorten neigen weniger zu Grünfärbung als weiße Sorten. Dennoch hilft das nur bei richtiger Pflanz- und Lagerpraxis.
Bei der Ernte gilt: Rote und weiße Kartoffeln sind deine besten Freunde – grüne solltest du entsorgen oder nur nach gründlicher Vorbereitung verarbeiten.
Mit einem bewussten Umgang bei Anbau und Lagerung kannst du leckere Kartoffeln genießen, ohne dich um die Risiken grüner Knollen sorgen zu müssen.
Ich wünsche dir eine reiche und erfolgreiche Kartoffelernte!
