12 Kirschbaum-Schädlinge und Krankheiten, auf die Sie achten sollten

12 Kirschbaumschädlinge und Krankheiten, auf die Sie achten müssen

Kirschbäume gehören zu den einfachsten Obstbäumen, die Sie im eigenen Garten anbauen können. Doch auch sie sind nicht frei von Problemen. Oft entdeckt man beim Kontrollgang im Garten Schädlinge oder Krankheiten am Kirschbaum, die das Wachstum und die Ernte beeinträchtigen können. Kirschbäume sind eine köstliche Nahrungsquelle – nicht nur für Menschen, sondern auch für zahlreiche Schädlinge und Krankheitserreger.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Kirschbaumschädlinge und Krankheiten vor, damit Sie frühzeitig reagieren und Ihre Bäume gesund erhalten können.

Die 5 häufigsten Kirschbaumschädlinge

1. Blattläuse (Aphids)

Blattläuse sind weiche, kleine Insekten, die sich vor allem auf der Blattunterseite und an jungen Trieben ansiedeln. Leichte Befälle sind meist unproblematisch, doch bei starker Vermehrung verursachen sie gelbe Blätter und nekrotische Flecken. Blattläuse saugen den Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus, auf dem Rußtaupilz wächst. Zudem können sie Krankheiten übertragen.

Mehr zu Blattläusen und deren Bekämpfung finden Sie in unserem Leitfaden zu Blattläusen.

2. Europäische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi)

Die erwachsenen Kirschfruchtfliegen ähneln kleinen Stubenfliegen mit gestreiften Flügeln, ihre Larven sind gelblich-weiß. Sie legen ihre Eier unter die Kirschhaut, wo die Larven die Früchte durchbohren und beschädigen. Kleine Stichstellen auf der Fruchtoberfläche sind ein erstes Anzeichen. Zur Bekämpfung eignen sich speziell angebrachte Fallen und rotierende natürliche Fruchtsprays. Lokale Beratungsstellen geben Hinweise zu empfohlenen Mitteln.

3. Pfirsichtriebsbohrer

Obwohl ihr Name auf Pfirsiche verweist, befallen diese Schädlinge auch Kirschbäume. Sie verursachen den Absterben der Triebspitzen und fressen die Früchte am Stielende an. Die Larven überwintern an den Baumrinden und Gelenken, was die Bekämpfung erschwert. Insektizide, insbesondere Bacillus thuringiensis, sind bei rechtzeitiger Anwendung im Blühbeginn effektiv.

4. Spinnmilben

Spinnmilben gehören zur Familie der Spinnentiere und verursachen verwaschene gelbliche oder bronzene Flecken auf Blättern. Das erste sichtbare Merkmal ist meist das feine Gespinst auf Blattunterseiten. Da sie sehr klein sind, hilft oft eine Lupe beim Erkennen. Zur Bekämpfung eignen sich insektizide Seifen oder pflanzliche Öle. Chemische Insektizide sollten vermieden werden, da sie natürliche Feinde zerstören.

Weitere Tipps zur Spinnmilbenbekämpfung finden Sie in unserem Spinnmilben-Ratgeber.

5. Westliche Kirschfruchtfliege (Rhagoletis indifferens)

Diese Kirschfruchtfliege ist besonders im Westen der USA bekannt für hohe Schäden. Sie legt Eier vorzugsweise an bereits geschädigten Kirschen ab, deren Larven die Früchte matschig zerstören. Gelbe Klebefallen mit Ammoniumcarbonat-Lockstoff sind effektiv zur Fang. Außerdem sind chemische Insektizide wie Spinosad, Malathion oder Acetamiprid im Hausgarten einsetzbar.

Die 7 häufigsten Kirschbaumkrankheiten

1. Bakterieller Kreb (Bacterial Canker)

Diese Krankheit verursacht Krebsgeschwüre an jungen Zweigen an den Blüten- und Blattknospen. Die Geschwüre breiten sich im Winter aus und führen oft zum Absterben der Pflanze im Sommer. Feuchte, kühle Frühjahrsbedingungen begünstigen den Befall. Der Einsatz von gebietseigenen, resistenten Sorten und Kupfersprays vor der Blüte sowie regelmäßiger Schnitt verringern die Infektionsgefahr.

2. Schwarzer Knoten (Black Knot)

Ein Pilzbefall, der längliche, korkige Schwellungen an Zweigen verursacht. Anfangs olivgrün, verfärben sich die Knoten mit der Zeit schwarz. Befallene Abschnitte müssen sofort abgeschnitten und entsorgt werden – nicht kompostieren oder liegen lassen. Fungizide tragen unterstützend zur Bekämpfung bei.

3. Braunfäule (Brown Rot)

Diese Pilzkrankheit zeigt sich durch braune Verfärbungen auf Fruchtfleisch und Haut, eingerollte Kirschen und Sporenrasen. Der Pilz überwintert an Mumien, Blüten und Zweigen. Schutzsprays zur Blütezeit, Entfernen befallener Pflanzenteile und gute Kulturpflege (Bewässerung, Düngung) sind entscheidend zur Vorbeugung.

4. Kirschblattfleckenkrankheit (Cherry Leaf Spot)

Ein Pilz, der rötlich-violette Flecken auf der Blattoberseite verursacht, die später braun werden. Stark befallene Blätter vergilben und können zum Fruchtfall führen. Der Pilz überwintert im Laub. Fungizide sind die wirksamste Behandlung, Resistenzen bei Sorten gibt es nicht.

5. Echter Mehltau (Powdery Mildew)

Mehltau bildet kreisförmige, weißlich-pulvrige Flecken auf Blättern, die im schweren Befall Blasen werfen und Triebspitzen verkrüppeln. Die Erkrankung tritt bevorzugt bei feuchter Witterung auf. Fungizide helfen effektiv.

Tipps dazu lesen Sie in unserem Mehltau-Ratgeber.

6. Silver Leaf

Dieser Pilz lässt die Blätter silbrig glänzen, mit nach oben gewölbten, nekrotischen Rändern. Er kann einzelne Äste oder den gesamten Baum absterben lassen. Der Pilz verbreitet sich über Sporen nach Regen und dringt über Wunden ein, z. B. beim Schnitt. Zur Kontrolle gehören das Entfernen von Pflanzenschutt, Schneiden bei Trockenheit und Wundschutz mit Fungiziden.

7. Verticillium-Welke (Verticillium Wilt)

Eine schwere Pilzinfektion, die Blattwelken an einjährigen Trieben verursacht. Die Blätter werden stumpf und verkümmert. Ältere Bäume erholen sich meist nicht. Junge Bäume benötigen gute Pflege mit ausreichender Düngung und Bewässerung.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Verticillium-Welke-Ratgeber.

Indem Sie Ihre Kirschbäume regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf gezielt behandeln, können Sie gesunde Ernten genießen und die Vitalität Ihrer Bäume langfristig sichern.

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