12 Schädlinge und Krankheiten beim Maulbeerbaum und wie man sie bekämpft
Unser großer, 30 Jahre alter Maulbeerbaum ist ein echtes Schmuckstück und liefert jedes Jahr über 190 Liter Beeren. Diese großen, laubabwerfenden Bäume haben zwar selten größere Probleme, aber wenn Sie einen Maulbeerbaum auf Ihrem Grundstück haben, sollten Sie die wichtigsten Schädlinge und Krankheiten kennen, um rechtzeitig eingreifen zu können.
Glücklicherweise sind die meisten Probleme bei Maulbeerbäumen eher geringfügig und lassen sich durch gezielten Schnitt oder geeignete Spritzmittel in den Griff bekommen. Ignorieren Sie Schädlinge oder Krankheiten jedoch nicht, denn dadurch können sich ernsthafte Schäden entwickeln.
5 Häufige Maulbeerbaum-Schädlinge
Maulbeerbäume sind zwar robuster als viele andere Obstbäume, dennoch gibt es einige Schädlinge, auf die Sie achten sollten.
1. Herbst-Webspinner (Fall Webworm)
Der Herbst-Webspinner ist ein gelber oder grüner Raupen-Schädling mit einem breiten, unregelmäßigen Streifen und dunklem Kopf. Die erwachsenen Falter sind weiß mit dunklen Punkten auf den Flügeln. Die Larven spinnen Nester am Ende der Äste.
Während einer starken Befallssaison fressen diese Raupen viele Blätter, aber da sie erst am Ende der Wachstumsperiode auftreten, ist der Schaden meist nur kosmetisch. Bei kleinen Bäumen reicht es, die Nester mechanisch zu entfernen.
Natürliche Feinde wie Marienkäfer und parasitäre Wespen helfen ebenfalls, die Population im Zaum zu halten. Auch Bacillus thuringiensis ist ein wirkungsvolles biologisches Mittel gegen junge Larven.
2. Glasklarflügel-Blattzikade (Glassy-winged Sharpshooter)
Dieser dunkelbraune, etwa 1,3 cm große Blattläuse verwandt saugt Pflanzensaft aus dem Baum. Direkt verursachen sie selten ernsthaften Schaden, doch durch Ausscheidungen setzen sie Bakterien frei, die Pflanzenkrankheiten wie den Maulbeerblattbrand auslösen können.
Ein vollständiges Entfernen ist schwierig. Natürliche Fressfeinde wie parasitäre Wespen sowie Insektizide auf Seifenbasis unterstützen die Bekämpfung.
3. Wollläuse (Mealybugs)
Diese Insekten haben einen grauen bis rosa Körper mit einer wachsartigen Überzugsschicht. Sie bilden oft Gruppen, saugen Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus, der das Pflanzenwachstum hemmt.
Biologische Feinde aussetzen, Holzbefall mit kräftigem Wasserstrahl entfernen oder insektizide Seifen einsetzen, sind bewährte Methoden. Ein gesunder Baum kann Wollläuse besser verdrängen.
4. Schildläuse (Scales)
Diese Schädlinge – unter anderem Kalifornische Rote Schildlaus, Oleanderschildlaus und San Jose Schildlaus – sind kleine, gepanzerte Insekten, die sich auf Blättern und Rinde als kleine Erhebungen zeigen.
Starker Befall führt zu Blattwelke, Gelbfärbung, Blattrispen und vorzeitigem Blattfall. Auch Borkenhaut kann reißen und Harz absondern. Regelmäßiges Gießen, Rückschnitt infizierter Bereiche und Förderung natürlicher Feinde wie Marienkäfer helfen bei der Kontrolle.
5. Weiße Fliegen (Whiteflies)
Maulbeerbäume sind anfällig für die Riesenweiße Fliege und die Maulbeerweiße Fliege. Diese saugen Pflanzensaft an der Unterseite der Blätter und scheiden Honigtau aus.
Bei starkem Befall vergilben und fallen die Blätter vorzeitig ab. Insektizide sind oft wenig wirksam, daher sind alternative Maßnahmen gegen Weiße Fliegen empfehlenswert.
7 Wichtige Krankheiten des Maulbeerbaums
Diese Krankheiten können gefährlich für Ihre Bäume werden – im schlimmsten Fall zerstören sie die Ernte oder töten den Baum.
1. Armillaria-Wurzelfäule (Armillaria Root Rot)
Eine Pilzkrankheit, die zu verfärbten Blättern und vorzeitigem Blattfall führt. Im schlimmsten Fall sterben Äste oder der gesamte Baum ab.
Armillaria ist schwer zu bekämpfen. Pflanzen Sie daher nur krankheitsfreies Material und vermeiden Sie Neubepflanzungen an befallenen Standorten. Befallene Bäume müssen entfernt werden, Fungizide helfen nicht.
2. Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Bacterial Blight)
Diese bakterielle Erkrankung zeigt sich durch kleine, schwarze, eckige Blattflecken sowie braune Stellen an Blättern, Früchten oder Blüten.
Ursache ist häufig schlechte Luftzirkulation und dauerhaft nasse Pflanzenteile. Manchmal können betroffene Äste zurückgeschnitten werden, oft ist bei starkem Befall jedoch eine Entfernung des Baums nötig.
3. Bakterieller Krebs (Canker)
Welke Blätter und abblätternde Rinde sprechen für bakterielle Krebsstellen, die schwarze Sporenmassen aufweisen. Absterbende Äste sind Folge.
Ein fachgerechter Rückschnitt der befallenen Äste hilft, die Krankheit einzudämmen. Verwenden Sie stets sauberes Werkzeug, da sich die Krankheit leicht verbreitet.
4. Baumwollwurzelfäule (Cotton Root Rot)
Auch bekannt als Phymatotrichum- oder Texas-Wurzelfäule, führt diese Fäule zu bräunlichen, welken Blättern, deren Flagge an den Ästen bleiben.
Der Schaderreger zerstört die Wurzeln schnell, Bäume sterben oft innerhalb weniger Wochen. Es gibt keine Heilung – befallene Bäume müssen entfernt werden, sterilisieren Sie außerdem den Boden durch längeres Ruhenlassen (mind. 5 Jahre).
5. Falscher Mehltau (False Mildew)
Vor allem im Süden verbreitet, verursacht diese Pilzerkrankung weiße Beläge an der Blattunterseite, die später gelblich-pulvrig werden und an Mehltau erinnern.
Abgefallene Blätter fördern die Ausbreitung. Sammeln und verbrennen Sie befallenes Material. Gute Ergebnisse erzielt man durch frühzeitiges Spritzen spezieller Fungizide.
6. Popcornerkrankung (Popcorn Disease)
Eine ungewöhnliche Erkrankung, bei der die Früchte vergrößert und deformiert werden, sodass sie an Popcorn erinnern. Vor allem im Süden trist bekannt.
Alle befallenen Früchte und abgefallene Beeren müssen entfernt und entsorgt werden. Die Krankheit beeinträchtigt die Ernte, tötet den Baum aber nicht.
7. Echter Mehltau (Powdery Mildew)
Ein häufiger Pilzbefall, der weiße bis graue, pulverartige Beläge an Blättern, Knospen und Zweigen bildet. Die Blätter rollen sich und wachsen oft verkümmert.
Der Befall breitet sich leicht aus. Unser umfassender Leitfaden hilft Ihnen bei Erkennung und Bekämpfung dieses Problems.
Indem Sie Ihre Maulbeerbäume regelmäßig kontrollieren, gesund kultivieren und rechtzeitig gegen Schädlinge und Krankheiten vorgehen, sichern Sie eine reiche Ernte und die Vitalität Ihrer Bäume für viele Jahre.
