Wie und Warum Sie Ihren Garten als Lebensraum für Wildtiere zertifizieren lassen sollten
In Zeiten, in denen Lebensräume für Wildtiere immer knapper werden, ist es wichtiger denn je, aktiv etwas für den Schutz unserer heimischen Arten zu tun. Eine effektive Methode ist es, den eigenen Garten oder ein Stück Land als zertifizierten Lebensraum für Wildtiere anzumelden. Hier erfahren Sie, welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen und wie Sie damit nachhaltig die lokale Artenvielfalt unterstützen können.
Was ist ein zertifizierter Lebensraum für Wildtiere?
Ein zertifizierter Lebensraum ist ein Bereich auf Ihrem Grundstück, der speziell gestaltet oder belassen wird, um Nahrung, Wasser, Schutz, Brutplätze und nachhaltige Bewirtschaftung für Wildtiere zu bieten. Die Zertifizierung erfolgt über die National Wildlife Federation (NWF) und steht Haus- und Gartenbesitzern in den USA und Kanada offen. Auch Privatleute in anderen Ländern können Ähnliches über lokale Naturschutzprogramme beantragen.
Die Kosten für die Zertifizierung betragen 20 US-Dollar, die direkt dem Artenschutz zugutekommen. Selbst kleine Gartenflächen können zertifiziert werden – es ist keine riesige Fläche erforderlich.
Die 5 Grundvoraussetzungen für die Zertifizierung
1. Nahrung: Mindestens drei verschiedene Nahrungsquellen anbieten
Um Wildtiere anzulocken, sollten Sie mindestens drei unterschiedliche Nahrungsquellen bereitstellen. Dazu gehören:
- Futterstationen mit Samen für Vögel und Eichhörnchen
- Nektarspender für Kolibris und Schmetterlinge
- Natürliche Pflanzen wie Beerensträucher, Nussbäume und heimische Wildpflanzen
Gerade heimische Pflanzenarten sind besonders wertvoll, da die lokale Tierwelt auf diese als Nahrung spezialisiert ist. Informieren Sie sich, welche heimischen Früchte, Nüsse, Beeren oder Pollen in Ihrer Region vorkommen und passen Sie Ihre Auswahl entsprechend an.
2. Wasser: Eine zuverlässige Wasserquelle bereitstellen
Wildtiere benötigen jederzeit Zugang zu sauberem Wasser. Sie können hierfür entweder natürliche Quellen wie Teiche, Bäche oder Feuchtgebiete nutzen oder künstliche Wasserstellen aufstellen:
- Vogeltränken oder Springbrunnen (regelmäßig reinigen!)
- Regenwasserbecken oder künstliche Teiche
- Rain Gardens oder Fassgärten, die Schutz für Kleintiere bieten
Achten Sie darauf, dass kleine Tiere nicht im Wasser ertrinken, indem Sie Äste oder Steine als Ausstiegsmöglichkeiten bereitstellen.
3. Schutz: Mindestens zwei Arten von Unterschlupfen bieten
Wildtiere brauchen Schutz vor Fressfeinden und Witterung. Hierfür sind zwei Arten von Deckung erforderlich, z. B.:
- dichte Büsche, Hecken oder Sträucher
- Steinhaufen, Totholz oder Baumhöhlen
- Kleine Höhlen, Nistkästen oder Fledermauskästen
Wählen Sie die Schutztypen abhängig von den Tieren in Ihrer Region. Singvögel suchen oft Schutz in Gebüschen, während größere Säugetiere wie Rehe dichte Hecken bevorzugen.
4. Brutplätze: Geeignete Orte zum Nachwuchs großziehen bereitstellen
Neben Schutz benötigen viele Tiere sichere Rückzugsorte zum Brüten und Aufziehen ihrer Jungen. Dazu zählen:
- Stauden, Büsche und Bäume mit natürlichen Höhlen oder Nistplätzen
- Totholzstapel oder Wurzelwerk von abgestorbenen Bäumen
- Fledermaus- und Vogelkästen
Wenn Sie wenig Platz haben, können Nistkästen eine praktische Lösung sein, um unterschiedlichsten Arten eine Heimat zu geben.
5. Nachhaltige Pflegemaßnahmen für langfristigen Schutz
Ihr Garten sollte ökologisch bewirtschaftet werden, um die Lebensräume dauerhaft zu erhalten. Wichtige Maßnahmen sind:
- Kontrolle von invasiven, nicht-heimischen Pflanzen- und Tierarten
- Verzicht auf chemische Pestizide, Düngemittel und Fungizide
- Wasserschutz und Bodenpflege durch naturnahe Bepflanzung und Erosionsschutz
Zum Beispiel sollte die Vermehrung verwilderter Haushaltskatzen eingeschränkt werden, da diese jährlich Milliarden einheimischer Vögel und Säugetiere töten. Pflanzen Sie zur Abschreckung Kräuter wie Lavendel, Zitronen-Thymian oder Estragon.
Wichtige Hinweise für die Koexistenz von Wildtieren und Nutzpflanzen
Wildtiere werden auch Ihre Nutzpflanzen entdecken. Beeren werden von Vögeln gefressen, Rehe knabbern junge Gemüsepflanzen an. Um Frustration zu vermeiden, setzen Sie nachtschutzende Zäune, feinmaschige Netze oder Pflanzen mit abschreckender Wirkung um Ihre Beete.
So können Sie sowohl die Artenvielfalt fördern als auch Ihre Ernte schützen.
Vorteil: Offizielle Bescheinigung für Wildtierfreundlichkeit
Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie eine offizielle Urkunde, die Sie stolz im Garten ausstellen können. Optional gibt es auch ein schönes Schild, um Nachbarn eventuellen Einwänden zuvorzukommen.
Die Zertifizierung unterstreicht Ihren Beitrag zum Naturschutz und gibt Ihnen die Legitimation, naturnahe Gartenpraktiken umzusetzen – auch in städtischer Umgebung.
Fazit: So verwandeln Sie Ihren Garten in ein zertifiziertes Wildtierparadies
Ein zertifizierter Lebensraum für Wildtiere zu schaffen ist eine lohnende Aufgabe, die nicht nur der Natur hilft, sondern auch Ihnen Freude bringt. Mit den richtigen Pflanzen, Wasserstellen, Schutzräumen und einem nachhaltigen Pflegekonzept leisten Sie aktiven Artenschutz vor der eigenen Haustür. Informieren Sie sich über Ihre regionale Zertifizierungsmöglichkeit und starten Sie noch heute!
