12 Häufige Schädlinge und Krankheiten bei Beersträuchern und wie Sie diese bekämpfen
Leiden Ihre Rubus-Sträucher unter Befall oder fällt die Ernte enttäuschend aus? Die vielfältigen Beersträucher wie Himbeeren, Brombeeren oder Salmonberries sind anfällig für zahlreiche Schädlinge und Krankheiten, die den Ertrag und die Gesundheit der Pflanzen beeinträchtigen können. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die häufigsten Schädlinge und Krankheiten erkennen und effektiv bekämpfen, um eine reiche Beerenernte zu sichern.
7 Häufige Schädlinge an Beersträuchern
Bevor wir uns den Krankheiten widmen, stellen wir Ihnen zunächst die sieben wichtigsten Schädlinge vor, die Ihre Beersträucher bedrohen können.
1. Blattläuse (Aphids)
Blattläuse sind winzige, nusskopfgroße Insekten, die sich oft an der Blattunterseite und an Stängeln sammeln. Sie saugen den Pflanzensaft aus und hinterlassen eine klebrige Flüssigkeit namens Honigtau, die Ameisen und Rußtaupilze anzieht.
In der Regel sind Blattläuse nicht problematisch, solange die Population nicht zu groß wird. Bei starkem Befall hilft ein kräftiger Wasserstrahl zum Abwaschen der Läuse. Anschließend kann Neemöl oder Gartenbauöl zur Vorbeugung eingesetzt werden.
2. Rutenbohrer (Cane Borer)
Die erwachsenen Rutenbohrer sind schwarzköpfige Käfer mit gelb-orangem Körper und etwa 1,3 cm lang. Das eigentliche Problem sind ihre Larven, die als hellköpfige Maden die Ruten von innen anfressen. Die Eiablage erfolgt an der Oberseite der Ruten, aus denen die Larven in die Ruten eindringen und bis in den Boden wandern.
Typische Schäden sind Sägespäne am Ansatz der Ruten, verdickte und absterbende Ruten. Durch das gezielte Auslichten und Entfernen befallener Ruten wird der Lebenszyklus der Schädlinge unterbrochen.
3. Fruchtmaden (Fruitworm)
Auch Himbeerkäfer genannt, sind dies rotbraune Käfer von etwa 0,6 cm Länge. Ihre Larven sind cremeweiß mit dunklen Ringen. Im Frühling schlüpfen die Käfer aus dem Boden und legen Eier in die Blütenknospen, was zu Frassschäden an Früchten und Blättern führt.
Das Ergebnis sind Entlaubung und erhebliche Fruchtschäden. Pflanzabfälle entfernen und klebrige Fallen aufstellen können helfen, im schweren Befall können insektizide Mittel mit dem Wirkstoff Spinosad eingesetzt werden.
4. Japanischer Käfer (Japanese Beetle)
Erkennbar an seinem metallisch-grünen Körper, während die Larven wurzelsaugend sind. Die erwachsenen Käfer fressen die Blätter bis auf die Blattadern (Skelettierung).
Bei geringem Befall sollten die Käfer per Hand abgesammelt und in heißes Seifenwasser getaucht werden. Zur Vorbeugung empfiehlt sich das Besprühen der Pflanzen mit Neemöl.
5. Zikaden (Leafhopper)
Kleine geflügelte Insekten, meist an Blattunterseiten zu finden, die das Wachstum der Sträucher bremsen. Symptome sind weißliche, gesprenkelte Blätter, die schließlich braun und absterbend werden.
Zudem übertragen Zikaden häufig Krankheiten. Effektive Gegenmaßnahmen sind insektizide Seifen oder Gartenbauöle.
6. Milben (Mites)
Winzige Spinnentiere verschiedener Farbnuancen, die sich an der Blattunterseite sammeln und den Pflanzensaft aussaugen. Das Ergebnis ist ein bronzefarbenes Blattbild, starke Befälle verursachen Gespinste und Entlaubung.
Natürliche Fressfeinde wie die westliche Raubmilbe oder Florfliegen einsetzen, denn chemische Mittel wirken meist nicht aufgrund von Resistenzen.
7. Thripse (Thrips)
Sehr kleine, schlanke, geflügelte Insekten in gelblich bis schwarz mit manchmal roten oder weißen Markierungen. Sie saugen Pflanzensäfte an Blättern und verursachen Verfärbungen und Verformungen, ähnlich wie Milben.
Zur Behandlung eignen sich insektizide Seifen und Gartenbauöle.
5 Häufige Krankheiten bei Beersträuchern
Im Weiteren stellen wir Ihnen die fünf größten Krankheitsgefahren für Ihre Beersträucher vor, die sowohl Früchte als auch Pflanzen beschädigen können.
1. Anthracnose
Diese Pilzkrankheit gedeiht auf altem Schnittgut und wird durch Regentropfen auf die Blätter übertragen. Sie zeigt sich durch rötlich-braune, eingesunkene Flecken mit violetten Rändern an Blättern und jungen Trieben. Auch Ruten weisen Läsionen auf.
Anthracnose verursacht vorzeitigen Blattfall und das Austrocknen der Früchte. Vorbeugend sind alte Ruten zu entfernen und auf gute Luftzirkulation zu achten.
2. Rutenwelke (Cane Blight)
Eine durch den Pilz Leptosphaeria coniothyrium ausgelöste Krankheit, die über Niederschläge oder Bewässerung in Pflanzentriebswunden eindringt. Typische Symptome sind braune Krebsgeschwüre an den Ruten, Welken und Absterben der Blätter.
Behandeln Sie mit dem Zurückschneiden der befallenen Ruten unterhalb der Krebsgeschwüre. Desinfizieren Sie das Werkzeug und fördern Sie die Luftzirkulation durch regelmäßigen Schnitt. Vermeiden Sie Spritzwasser von oben.
3. Grauschimmel (Botrytis cinerea)
Der Grauschimmel überwintert in Fallobst und Pflanzenresten und breitet sich besonders bei warm-feuchtem Wetter schnell aus. Man erkennt ihn an grauen, haarigen Schimmelstellen auf Blüten und reifenden Früchten.
Entfernen Sie befallene Ruten und Fruchtreste rigoros, um eine Ausbreitung zu verhindern. Schnittmaßnahmen verbessern die Luftzirkulation, doch eine vollständige Beseitigung ist schwierig. Fungizide können die Ausbreitung verlangsamen.
4. Blattkräuselkrankheit (Leaf Curl)
Ein Virus, das oft von Blattläusen übertragen wird und für die Pflanzen meist tödlich ist. Die Blätter verdicken sich, kräuseln und verfärben sich gelblich-grün. Das Wachstum der Triebe verlangsamt sich, die Fruchtbildung nimmt ab und die Pflanze stirbt meist nach 2-3 Jahren.
Da es keine Heilung gibt, sollten befallene Pflanzen frühzeitig entfernt werden und Blattlausbefall streng kontrolliert werden.
5. Triebkrankheit (Spur Blight)
Diese Pilzkrankheit verbreitet sich durch Wind und Spritzwasser und führt im späten Frühling zu violett-braunen Verfärbungen an Blättern, Knospen und Ruten, die sich ausbreiten und die Blätter abfallen lassen.
Regelmäßiges Entfernen alter Fruchtruten und eine saubere Umgebung sind wichtig. Nutzen Sie Neemöl und kupferhaltige Fungizide als Behandlung. Ein guter Schnitt zur Lüftung hilft ebenfalls.
Fazit
Um die Gesundheit und den Ertrag Ihrer Beersträucher zu sichern, sollten Sie regelmäßig Ihre Pflanzen auf typische Schädlinge und Krankheiten kontrollieren. Frühzeitiges Erkennen und gezielte Maßnahmen wie Rückschnitt, natürliche Schädlingsbekämpfung und Pflegemaßnahmen erhöhen die Widerstandskraft der Pflanzen. So steht einer reichen und gesunden Ernte Ihrer Himbeeren & Co. nichts im Weg.
