Unkrauttee-Dünger herstellen: Nährstoffreicher Pflanzendünger für Ihren Garten
Unkrauttee ist eine einfache und effektive Möglichkeit, Ihren Garten mit natürlichen Nährstoffen zu versorgen – ganz ohne chemische Zusätze. Anders als bei Komposttee wird Unkrauttee aus frischen Gartenunkräutern hergestellt und benötigt keine aufwendige Kompostierung oder zusätzliche Zutaten. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie diesen wertvollen Flüssigdünger selbst zubereiten und optimal verwenden können.
Was ist Unkrauttee?
Der Begriff „Unkraut“ bezeichnet in der Regel Pflanzen, die an unerwünschten Stellen wachsen – beispielsweise Löwenzahn auf einem perfekt gepflegten Rasen. Doch viele dieser sogenannten Unkräuter besitzen wertvolle Eigenschaften, sind entweder ess- oder heilbar oder tragen wichtige Nährstoffe in sich. Unkrauttee wird aus diesen Pflanzen ohne Schadstoffe hergestellt und dient als nährstoffreicher Flüssigdünger für andere Gartenpflanzen.
Unkrauttee vs. Komposttee – Wo liegt der Unterschied?
Komposttee entsteht aus gealtertem und bereits zersetztem Pflanzenmaterial, das mit Wasser und beispielsweise Melasse angereichert wird, um Mikroorganismen zu fördern und als Dünger genutzt zu werden. Unkrauttee hingegen wird ausschließlich aus frischen Gartenunkräutern und Wasser hergestellt, ohne Zusatzstoffe oder Komposthaufen. Die Fermentation dauert mehrere Wochen, während das Pflanzenmaterial langsam seine Nährstoffe ans Wasser abgibt.
Zutaten für Ihren Unkrauttee
- Ein Kunststoff-Eimer mit dicht schließendem Deckel (kein Metall)
- Frische Gartenunkräuter
- Wasser
Anleitung: So bereiten Sie Unkrauttee selber zu
1. Sammeln Sie die Kräuter
Sammeln Sie frische Gartenunkräuter, bis der Eimer etwa zu zwei Dritteln gefüllt ist. Achten Sie darauf, die Pflanzen locker einzufüllen, ohne sie stark zu pressen.
2. Pflanzen bedecken
Gießen Sie so viel Wasser auf die Kräuter, bis diese von etwa einem Zentimeter Wasser bedeckt sind.
3. Eimer verschließen und lagern
Verschließen Sie den Eimer fest und stellen Sie ihn an einen warmen, schattigen Ort, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist – ideal sind Schuppen oder Garagen.
4. Fermentieren lassen und umrühren
Lassen Sie den Unkrauttee vier bis sechs Wochen gären. Rühren Sie den Inhalt ein- bis zweimal pro Woche gut um. Während der Fermentation entwickelt der Sud einen unangenehmen Geruch – ein Zeichen dafür, dass die Pflanzen zersetzt werden und wertvolle Nährstoffe freigesetzt werden.
Anwendung von Unkrauttee im Garten
1. Abseihen
Nach der Gärzeit den Sud durch ein feines Tuch oder eine alte Küchensieb mit einem Stoffeinsatz abseihen. Tragen Sie dabei alte Kleidung, Handschuhe und ggf. eine Schutzbrille, da die Flüssigkeit stark färben kann und reizend sein kann.
2. Verdünnen
Unkrauttee ist sehr konzentriert und sollte nie unverdünnt verwendet werden. Mischen Sie den Sud im Verhältnis 2:10 mit Wasser (zum Beispiel 2 Tassen Unkrauttee auf 10 Tassen Wasser).
3. Ausbringen
Gießen Sie den verdünnten Tee direkt an die Wurzeln Ihrer Pflanzen, idealerweise bei trockenem Wetter. So vermeiden Sie, dass die Nährstoffe durch Regen ausgewaschen werden und verloren gehen.
Welche Unkräuter eignen sich für den Unkrauttee?
Grundsätzlich können unbedenkliche Gartenunkräuter verwendet werden, die weder giftig noch schädlich sind. Meiden Sie unbedingt giftige Pflanzen wie Nachtschatten oder Fingerhut.
Typische Unkräuter, die sich hervorragend für die Herstellung von Unkrauttee eignen, sind unter anderem:
- Wegerich (ganze Pflanze)
- Löwenzahn (ganze Pflanze)
- Klette (Wurzeln und Blätter)
- Hahnenfuß (ganze Pflanze)
- Krabbenhirse (Wurzeln und Blätter)
- Glatt- und Krauser Ampfer (Wurzeln und Blätter)
- Brennnessel und Disteln (Wurzeln und Blätter – Handschuhe tragen!)
- Japanischer Staudenknöterich (ganze Pflanze)
- Wucherblumen (ganze Pflanze)
- Vogelwicke (ganze Pflanze)
- Schwarzer Nachtschatten (nicht verwenden!)
- Lamm-/Spitz-Amarant (ganze Pflanze, was nicht gegessen wurde)
- Fuchsschwanz (Wurzeln, Stiele, Blätter)
- Kleine Klette (ganze Pflanze)
- Portulak (lecker und perfekt für Tee)
Praktische Tipps und Schlussbemerkungen
Unkrauttee bietet nicht nur einen natürlichen Dünger, sondern hilft auch, die Verbreitung von Samen invasiver Unkräuter zu verhindern, indem diese bei der Fermentation zerstört werden. Verwenden Sie den Tee innerhalb derselben Gartensaison, da er schnell verdirbt. Bereiten Sie lieber kleinere Mengen zu, die Sie innerhalb von circa einem Monat aufbrauchen können.
Übrig gebliebenen Tee können Sie für Zimmerpflanzen verwenden, dann aber stärker verdünnt (ca. 1:12). Überschüsse dürfen auch an Bäume und Sträucher ausgegeben werden, die sich über die extra Nährstoffe freuen.
Viel Erfolg und Freude beim Brauen Ihres eigenen Unkrauttees für einen gesunden, nachhaltigen Garten!
