Nährstoffreicher Dünger aus Teich-, See- und Fluss Pflanzen selbst herstellen
Wenn Sie einen Gartenliebhaber mit einem Gewässer in der Nähe sind, haben Sie nicht nur Zugang zu wunderbarem Trinkwasser, sondern auch zu wertvollen Nährstoffen direkt vor Ort. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Pflanzen aus Teichen, Seen oder Flüssen als natürlichen und effektiven Dünger für Ihren Garten nutzen können.
Frisches Süßwasseralgen: Der verborgene Schatz für Ihren Garten
Der Begriff „Süßwasser“ bezeichnet alle Gewässer, die kein Salz enthalten, wie Teiche, Seen, Flüsse, Bäche, Rinnsale und Feuchtgebiete. Diese Gewässer sind wichtige Zuflüsse für größere Gewässer wie Meere und Ozeane.
Wer schon einmal im Freien in solchen Gewässern geschwommen ist, kennt die Vielzahl an Wasserpflanzen, die dort wachsen – von langen, schleimigen Algenfäden bis hin zu filamentösen Algen (manchmal als „Teichschlamm“ bekannt). Neben den bekannten Wasserpflanzen, wie Seerosen oder Schilf, stehen bei uns heute diese schleimigen Gewächse im Mittelpunkt.
„Algen“ oder „Seegras“ ist ein Sammelbegriff für schnell wachsende Wasserpflanzen. Viele verbinden das Wort mit Meeresalgen wie Kelp oder Blasentang, doch es umfasst auch Süßwasseralgen. Ein großer Vorteil der Süßwasseralgen im Vergleich zu Meerespflanzen ist, dass sie kein Salz enthalten.
Salz im Boden kann schädlich sein und diesen unfruchtbar machen, deshalb ist es wichtig, beim Düngen mit Wasserpflanzen auf Sorten ohne Salz zu setzen. Gesunder, nährstoffreicher Boden ist die Grundlage eines blühenden Gartens – und genau das bieten Süßwasserpflanzen.
Wie Fluss- und Teichpflanzen Ihrem Garten zugutekommen
Viele schrecken vor der schleimigen Beschaffenheit der Flussalgen zurück, dabei stecken in diesen Pflanzen wertvolle Nährstoffe, die jeden Gärtner begeistern. Vor allem enthalten sie viel Stickstoff – ein entscheidender Nährstoff für grünes Blattwachstum und die Kompostierung.
Aerobe Bakterien ernähren sich von Stickstoff, wodurch sie sich vermehren können. Mehr dieser nützlichen Mikroorganismen bedeutet reicher Kompost, der Ihre Pflanzen optimal mit Nährstoffen versorgt.
Zusätzlich zu Stickstoff enthalten viele dieser Wasserpflanzen auch Phosphor und Kalium, die sie aus dem Wasser und Sediment aufgenommen haben und nun an Ihren Kompost abgeben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Diese Wasserpflanzen tragen keine Krankheiten, die auf Landpflanzen übergehen könnten – somit sind sie sehr sicher in der Anwendung.
Zubereitungsvarianten: Kompostieren, Schichten oder Mulchen
Kompostieren
Die einfachste und vielseitigste Methode ist das Kompostieren der Wasserpflanzen. Beim Mischen und Wenden des Komposts verteilen sich die Nährstoffe optimal. Dabei sollten Sie vor allem auf ein gutes Verhältnis von kohlenstoffreichen zu stickstoffreichen Materialien achten – ideal ist 2:1.
- Kohlenstoffreiche Materialien: zerknülltes Papier, trockene Blätter, Stroh, Pappe
- Stickstoffreiche Materialien: Fluss- oder Teichpflanzen, Rasenschnitt, Kaffeesatz, Gemüsereste
Schichtweise Anwendung (Lasagne-Methode)
Diese Methode eignet sich perfekt für Hugelkultur-Hügel oder Hochbeete. Alternieren Sie abwechselnd Schichten aus Erde und Wasserpflanzen, ähnlich wie bei einer Lasagne.
Beginnen Sie mit einer Unkrautunterdrückungsschicht aus doppellagiger, unbehandelter Pappe oder Gartenvlies. Darauf folgt eine Drainageschicht aus Kies oder kleinen Steinen.
Füllen Sie die Hochbeete mit guter, nährstoffreicher Erde für Kübelpflanzen, ergänzt mit reifem Kompost und Luftzuschlägen wie Perlit, Vulkanstein, Vermiculit oder Torfmoos.
Auf diese Erdschicht legen Sie eine zwei bis vier Zentimeter dicke Lage Wasserpflanzen. Wiederholen Sie die Schichten nach Belieben. Während die Pflanzen verrotten, geben sie kontinuierlich Nährstoffe ab.
Besonders calciumreiche Wasserpflanzen eignen sich hervorragend für Tomaten, Kürbisse und Zucchini, die anfällig für Blütenendfäule sind.
Mulchen
Die einfachste Anwendung ist das Mulchen. Verteilen Sie frisch geerntete Wasserpflanzen großzügig (mindestens zehn Zentimeter dick) um die Basis Ihrer Pflanzen. Wichtig ist, das Mulchmaterial innerhalb von 48 Stunden nach der Ernte aufzubringen, da es stark schrumpft und sehr schnell zersetzt wird.
Es ist ratsam, die Mulchschicht nicht direkt an die Stängel der Pflanzen zu legen, sondern etwas Abstand zu halten. Das Mulchmaterial speichert Feuchtigkeit und gibt während des Verrottungsprozesses wertvolle Nährstoffe ab.
Wichtige Tipps für die Nutzung von Süßwasserpflanzen im Garten
- Lange, fadenförmige Wasserpflanzen vor der Nutzung zerkleinern, um Verfilzungen zu vermeiden.
- In sehr heißem und trockenem Wetter empfiehlt es sich, statt Mulchen eine „Kompost-Tee“-Lösung herzustellen: Zerkleinerte Algen in Wasser pürieren, mit Wasser verdünnen und direkt an die Pflanzen geben.
- Für den Kompost-Tee einen speziellen Mixer verwenden, der nicht für Lebensmittel genutzt wird, um unangenehme Geschmacksübertragungen zu verhindern.
- Beim Sammeln der Pflanzen keine Kleidung tragen, die Sie behalten möchten – Wasserpflanzen hinterlassen oft hartnäckige grüne Flecken.
Geruch und Hundeliebe – Was Sie beachten sollten
Algen und Wasserpflanzen können einen starken, unangenehmen Geruch entwickeln. Hunde scheinen diesen Geruch jedoch zu mögen und rollen sich gerne darin.
Wenn Sie verhindern möchten, dass Ihr Vierbeiner den Dünger in Beeten verteilt oder darin spielt, gibt es zwei Alternativen:
- Die Wasserpflanzen an einem warmen, sonnigen Tag gut trocknen. Das reduziert den Geruch, und Sie können die getrockneten Pflanzen zerkleinern und als Pulver zum Mischen in den Boden verwenden.
- Reines Gewässer aus dem Teich oder Fluss als natürliche Dünge- und Bewässerungslösung nutzen, vorausgesetzt, es ist sauber genug als Trinkwasser.
Fazit: Natürlich düngen mit Süßwasserpflanzen
Die Nutzung von Pflanzen aus Teichen, Seen und Flüssen ist eine nachhaltige und effektive Methode, um Ihren Garten mit wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium zu versorgen. Egal ob durch Kompostierung, Schichtung oder Mulchen – Süßwasseralgen verbessern die Bodenfruchtbarkeit und fördern gesundes Pflanzenwachstum auf natürliche Weise.
Probieren Sie es aus und entdecken Sie, wie einfach und wirkungsvoll diese natürliche Quelle für Bio-Dünger sein kann!
