Anthraknose: Wie man diese Pilzkrankheit vorbeugt und behandelt

Anthraknose: Wie Sie diese Pilzkrankheit im Garten erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Anthraknose, oft auch als Trieb- oder Zweigschwäche bezeichnet, ist eine weit verbreitete Pilzkrankheit, die zahlreiche Pflanzen, Bäume und Sträucher befällt. Sobald sich die Krankheit im Garten ausgebreitet hat, ist eine Behandlung schwierig – daher liegt der Fokus auf der frühzeitigen Vorbeugung.

Was ist Anthraknose?

Anthraknose wird durch Pilze der Gattung Colletotrichum verursacht und tritt vor allem im östlichen Teil der USA vermehrt auf. Besonders im Frühjahr, wenn das Wetter kühl und feucht ist, breitet sich diese Pilzinfektion aus.

Die Krankheit zeigt sich hauptsächlich an Blättern und Zweigen kleiner Pflanzen, trifft aber auch Obstbäume, Gemüse, Gräser sowie Laub- und Nadelbäume. Der Pilz überwintert in Samen, im Boden und in Gartenabfällen. Wann immer die Wetterbedingungen günstig sind – kühl und feucht – kann sich Anthraknose ausbreiten und im jährlichen Zyklus erneut auftreten.

Häufig befallene Pflanzen durch Anthraknose

Anthraknose befällt viele Pflanzen, wobei einige Arten besonders anfällig sind:

  • Paprika
  • Bohnen
  • Tomaten
  • Auberginen
  • Gurken
  • Netzmelonen
  • Wassermelonen
  • Erbsen
  • Kürbisse

Auch viele Laubbäume leiden unter Anthraknose, darunter:

  • Esche
  • Ahorn
  • Weißeiche
  • Platane
  • Walnuss

Anthraknose erkennen – Symptome und Merkmale

Anthraknose ist meist auf den Blättern und den Blattadern gut sichtbar durch kleine, dunkle und eingesunkene Läsionen. Anfangs ähneln die Symptome anderen Blattfleckenkrankheiten, doch ein genauer Blick auf die Unterseite der Blätter hilft bei der Diagnose: Dort finden sich winzige, nadelkopfgroße hellbraune oder bräunliche Punkte.

Weitere Erkennungsmerkmale sind:

  • Unregelmäßige gelbe oder braune Flecken, die dunkler werden und sich ausbreiten
  • Befall aller Pflanzenteile, inklusive Stängel, Blüten und Früchte
  • Kleine, dunkle, eingesunkene Fruchtflecken mit pinken Sporen bei feuchtem Wetter, die Fruchtfäule verursachen
  • Absterben der Spitzen junger Zweige bei Bäumen und Entwicklung brauner Flecken sowie Blattfall

Anthraknose vorbeugen – die besten Tipps für einen gesunden Garten

Vorbeugung ist der Schlüssel im Kampf gegen Anthraknose. Gute Gartenhygiene und gesunde Pflanzen schützen effektiv vor einer Infektion. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen:

1. Gartenabfälle regelmäßig entfernen

Der Pilz überdauert in abgestorbenen Pflanzenteilen und Gartenabfällen. Entfernen Sie deshalb tote Blätter, Zweige und andere Reste sorgfältig, bevor sie auf den Boden fallen und dort überwintern können.

2. Pflanzen regelmäßig schneiden

Altes und totes Holz bietet dem Pilz ideale Wachstumsbedingungen. Schneiden Sie jährlich totes oder krankes Holz bei Bäumen und Sträuchern aus, um eine Ausbreitung zu verhindern.

3. Optimal Licht, Wasser und Dünger gewährleisten

Gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger. Achten Sie auf ausreichend Sonnenlicht (6 bis 10 Stunden täglich für die meisten Gemüsepflanzen) sowie auf eine ausgewogene Wasserversorgung und Nährstoffzufuhr.

4. Fruchtfolge einhalten

Planen Sie eine dreijährige bis vierjährige Fruchtfolge ein, um den Pilz daran zu hindern, sich dauerhaft in einem Gartenbeet festzusetzen und Ihre Pflanzen wiederholt zu befallen.

5. Gartengeräte hygienisch reinigen

Pilzsporen übertragen sich leicht über Werkzeuge. Desinfizieren Sie nach jedem Gebrauch Ihre Gartengeräte mit einer Lösung aus einem Teil Bleichmittel und zehn Teilen Wasser.

6. Regelmäßig mit Neemöl sprühen

Neemöl ist ein organisches, vielseitiges Fungizid und Insektizid, das Eier, Larven und ausgewachsene Schädlinge abtötet und gleichzeitig Pilzbefall vorbeugt. Tragen Sie Neemöl alle ein bis zwei Wochen auf alle Gartenpflanzen auf. Bei leichter Anthraknose kann eine wöchentliche Anwendung helfen, die Krankheit zurückzudrängen.

7. Mulch unter den Pflanzen ausbringen

Eine dicke Mulchschicht verhindert den direkten Bodenkontakt von Pflanzenteilen und stoppt so die Ausbreitung der Sporen. Verwenden Sie zerkleinerte Blätter, Grasschnitt, Pappe oder Zeitungspapier als Mulchmaterial.

Anthraknose bekämpfen – effektive Maßnahmen gegen Pilzbefall

Wenn Anthraknose trotz Vorbeugung auftritt, helfen diese Tipps, den Pilz effektiv einzudämmen:

1. Befallene Pflanzenteile entfernen und entsorgen

Entfernen Sie alle befallenen Pflanzenteile sofort und entsorgen Sie diese außerhalb des Gartens – keinesfalls auf den Kompost. So vermeiden Sie, dass die Sporen überwintern und im nächsten Jahr erneut ausbrechen.

2. Kranke Pflanzenteile gezielt auslichten

Schneiden Sie erkrankte Äste und Triebe sorgfältig aus und entsorgen Sie diese. Dies verhindert, dass sich Anthraknose weiter ausbreitet.

3. Kupferhaltige Fungizide verwenden

Kupferbasierte Fungizide sind eine natürliche Möglichkeit, Anthraknose und andere Pilzinfektionen zu bekämpfen. Erhältlich in den meisten Gartenfachmärkten, sollten Sie die Anwendungshinweise genau befolgen, da Kupfer sich im Boden anreichert und schädlich für Regenwürmer sowie Mikroorganismen sein kann.

4. Keine Samen von befallenen Pflanzen aufbewahren

Da Anthraknose auch auf Samen überdauert, sollten Sie keine Samen von infizierten Pflanzen für die nächste Saison verwenden. Kaufen Sie stattdessen neue, resistente Sorten von zuverlässigen Anbietern.

5. In schweren Fällen chemische Behandlungen prüfen

Bei großflächigem Befall oder sehr empfindlichen Pflanzen kann eine chemische Behandlung nötig sein. Diese erfordert meist mehrere Anwendungen und einen Wechsel der eingesetzten Mittel, besonders bei Bäumen. Konsultieren Sie hierfür am besten einen Fachberater.

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