Was ist Drahtstiel und wie kann man ihn verhindern und behandeln?

Was ist Wirestem und wie kann man es vorbeugen und behandeln?

Wirestem ist eine Pflanzenkrankheit, die vor allem Kohlgewächse befällt und durch den Pilz Rhizoctonia solani verursacht wird. Sie kann zu erheblichen Schäden an den Pflanzenstängeln führen, das Wachstum hemmen und im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanzen führen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Wirestem, wie Sie die Krankheit erkennen, vorbeugen und effektiv behandeln können.

Was ist Wirestem?

Wirestem ist eine boden- und samenbürtige Pilzkrankheit, die besonders Kohlarten wie Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl und Federkohl befällt. Die Krankheit zeigt sich durch schwarzfärbige, verhärtete Stängel, die wie Draht aussehen – daher auch der Name „Wirestem“. Der Pilz infiziert die Pflanzen meist an der Erdoberfläche und am Stängelansatz, führt zu Nekrosen und unterbricht den Wasser- und Nährstofftransport. Junge Pflanzen können durch Wirestem ganz absterben, während ältere Pflanzen Wachstumsverzögerungen und weiche, verfärbte Stellen an den Wurzeln und Stängeln zeigen.

Symptome von Wirestem erkennen

  • Dunkle, längliche Nekrosen auf dem Stängel direkt oberhalb der Erde
  • Schrumpfende und verfärbte Sämlinge
  • Absterbende oder welkende Blätter, oft mit bläulicher Färbung an jungen Blattspitzen
  • Verfärbte, matschige Wurzelbereiche bei wurzeltreibenden Gemüsearten
  • In schweren Fällen Zerfall des Wurzelgewebes

Wirestem tritt besonders in warmen, feuchten Böden häufig auf und ist oft im Herbst stärker ausgeprägt als im Frühling.

Welche Pflanzen sind von Wirestem betroffen?

Wirestem betrifft hauptsächlich Kohlgewächse der Familie Brassica oleracea. Dazu gehören:

  • Grünkohl (Kale)
  • Stielkohl (Collard greens)
  • Kohl (Cabbage)
  • Blumenkohl (Cauliflower)
  • Brokkoli (Broccoli)

Weitere Kreuzblütler wie Kohlrabi, Senf und Rüben können ebenfalls betroffen sein, wenn auch meist in geringerem Maße. Junge Pflanzen sind dabei wesentlich anfälliger als ältere.

Wirestem effektiv vorbeugen – praktische Tipps

Vorbeugung ist der beste Schutz gegen Wirestem, denn eine einmalige Infektion des Bodens kann dauerhaft bestehen bleiben. Wichtig sind vor allem gesunde Pflanzen, gute Bodenpflege und hygienisches Arbeiten.

1. Gesunde Saatgut- und Pflanzenauswahl

Verwenden Sie nur zertifiziert gesundes Saatgut und schadfreie Jungpflanzen. Der Erreger kann durch kontaminierte Samen oder Setzlinge eingeschleppt werden. Entfernen Sie zudem Pflanzenreste am Ende der Saison gründlich, um die Ausbreitung des Pilzes zu verhindern.

2. Kreuzkontamination bei feuchtem Wetter vermeiden

Vermeiden Sie das Arbeiten im Beet bei feucht-kühlem Wetter, da die Krankheitsverbreitung so begünstigt wird. Reinigen Sie Werkzeuge und Schuhwerk nach der Arbeit, um Sporen nicht zu übertragen.

3. Bodenbelüftung und Pflanzabstand optimieren

Lockern Sie den Boden mechanisch oder durch Zugabe von Kompost, um Staunässe zu verhindern. Achten Sie auf ausreichende Pflanzabstände und lichten Sie bei Bedarf aus, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Pflanzen Sie Jungpflanzen nicht zu tief, sondern nur so, dass der Wurzelballen und ein kleiner Teil des Stängels bedeckt sind.

4. Fruchtfolge einhalten

Vermeiden Sie den Anbau von Kohlgewächsen am gleichen Platz in aufeinanderfolgenden Jahren. So reduzieren Sie das Risiko einer Bodenbesiedelung mit dem Pilz. Wild wachsende Kreuzblütler sollten umgehend entfernt werden, da sie als Wirte dienen können.

5. Boden vor der Pflanzung vorbereiten

Wählen Sie gut drainierte, lockere Standorte oder verwenden Sie Hochbeete. Ein Zwischenfruchtanbau von Roggen kann die Bodenstruktur verbessern und das Bodenleben fördern, ohne zu viel Stickstoff hinzuzufügen, der den Pilz begünstigen könnte.

6. Stickstoffgehalt im Boden kontrollieren

Zu viel Stickstoff kann die Anfälligkeit der Pflanzen für Wirestem erhöhen. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist daher entscheidend.

7. Frische, sterile Anzuchterde verwenden

Für Jungpflanzen nur keimfreie Anzuchterde einsetzen und keinesfalls kontaminierten Boden verwenden, z. B. aus dem Garten.

8. Richtig gießen

Gießen Sie vom Wurzelansatz, nicht von oben auf die Blätter. Lassen Sie die oberste Bodenschicht zwischen den Wassergaben antrocknen. Ideal ist das Gießen am Morgen, damit die Pflanzen tagsüber gut abtrocknen können.

Wirestem behandeln – Was ist möglich?

Eine Heilung von Wirestem ist schwierig. Die wirksamste Maßnahme bleibt die Vorbeugung. Dennoch können folgende Ansätze helfen:

1. Befallene Flächen meiden

Wurde ein Bereich mit Wirestem befallen, sollten dort für mehrere Jahre keine Kohlgewächse mehr angepflanzt werden, da der Pilz im Boden lange überdauert.

2. Befallene Pflanzenteile entfernen

Bei Jungpflanzen, die bereits Symptome zeigen, kann das Entfernen stark befallener Stängel (>75% Umfang) und das Pflanzen flach gesetzter, gesunder Setzlinge helfen, den Befall einzudämmen.

3. Fungizide mit Vorsicht einsetzen

Bestimmte Fungizide, z. B. Pentachloronitrobenzol, können vorbeugend auf Boden oder Saatgut angewandt werden. Aufgrund möglicher Gesundheitsrisiken sollten diese nur nach Beratung mit Fachstellen und unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften eingesetzt werden.

Fazit: Wirestem dauerhaft verhindern durch gute Gartenpraxis

Wirestem ist zwar vergleichsweise selten, kann aber sehr schädlich für Kohlpflanzen sein. Die Krankheit ist schwer zu bekämpfen, deshalb sollten Sie auf eine nachhaltige Bodenpflege, Fruchtfolge und hygienisches Arbeiten setzen. Auch der Verzicht auf kontaminiertes Saatgut und das richtige Gießen spielen eine wichtige Rolle.

Durch konsequentes Vorbeugen und Beobachten Ihrer Pflanzen können Sie Wirestem rechtzeitig erkennen und Schäden minimieren. So steht einer erfolgreichen Kohlernte nichts im Weg!

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