Kumquats Anbauen: Die Besten Sorten, Pflanztipps, Pflege, Probleme und Ernte
Kumquats sind kleine, geschmackvolle Früchte, die wie Mini-Orangen aussehen. Während das Fruchtfleisch leicht sauer ist, besticht die Schale durch ihre Süße, was ihnen ein einzigartiges Aroma verleiht. Das Anbauen von Kumquats erfreut sich wachsender Beliebtheit, da diese Pflanzen pflegeleicht sind und zudem optisch ansprechend wirken.
Beliebte Kumquats-Sorten
Kumquats (Citrus japonica) stammen aus Ostasien und ihre Früchte können rund oder oval sein.
Nagami
Diese Sorte ist besonders beliebt und zeichnet sich durch ihre länglichen Früchte aus. Obwohl die Anzahl der Samen mit zwei bis fünf pro Frucht etwas höher ist, überzeugt der Geschmack durch seine Exzellenz.
Meiwa
Etwas größer als Nagami, ist Meiwa perfekt für den heimischen Garten geeignet. Die Frucht besitzt süßeres Fruchtfleisch und Saft und ist häufig samenlos. Als halbzwergige Sorte bleibt sie kompakter als andere Kumquat-Arten.
Marumi
Ideal für Kübelpflanzen ist Marumi, die bei optimalen Bedingungen viele Früchte trägt. Bei Kultivierung im Topf ist alle zwei Jahre ein Rückschnitt der Wurzeln empfehlenswert.
Centennial Variegated
Diese Sorte ist eine Kreuzung aus Nagami und Mandarine und besticht durch ihren außergewöhnlich süßen Geschmack. Die Früchte variieren farblich, bis sie zur reifen orangen Farbe heranreifen. Geeignet für USDA Winterhärtezonen 8, ist sie eine Top-Empfehlung für erfahrene Gärtner.
Kumquats Pflanzen – So Gelingt der Anbau
Kumquats sind selbstbestäubend, sodass bereits ein einziger Baum genügt. Sie gedeihen vor allem in USDA Anbauzonen 9 bis 10, lassen sich jedoch auch in kälteren Regionen im Topf kultivieren und bei Bedarf ins Winterquartier bringen.
Standort
- Volle Sonne: Kumquats benötigen viel Licht und vertragen keine Schattenlage, außer in extrem heißen Regionen, wo Halbschatten akzeptabel ist.
- Boden: Lockere, gut drainierte, humusreiche Böden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,5 sind ideal. Staunässe wird nicht vertragen.
- Pflanzzeit: Frühling, wenn die Sonnentage regelmäßig sind.
Kumquats im Topf anpflanzen
Kumquats gedeihen auch gut in großen Töpfen. Wichtig ist eine gute Drainage, um Wurzelfäule vorzubeugen. Verwenden Sie möglichst große Pflanzgefäße und schaffen Sie bei Bedarf zusätzliche Abflusslöcher.
Kumquats aus Samen ziehen
Die Vermehrung aus Samen ist zwar mühsam und führt meist zu schwächeren Pflanzen, kann aber ein spannendes Experiment sein. Die Samengewinnung erfolgt im Herbst, nach dem Einweichen und Aussortieren schwimmender Samen:
- Pepeln Sie die Kumquats und legen Sie sie in Wasser, bis das Fruchtfleisch weich ist.
- Quetschen Sie das Fruchtfleisch sanft aus und sammeln Sie die Samen, die oben schwimmen.
- Die Samen auf einem Papiertuch trocknen lassen und anschließend in feuchtem Torf in einem Plastikbeutel im Kühlschrank bis zum Frühjahr lagern.
- Im Frühling die Samen flach auf Anzuchterde legen, leicht bedecken, feucht halten und in einem Plastiksack an einem hellen Ort keimen lassen.
Setzlinge pflanzen
Setzlinge sollten an einem sonnigen Standort in lockerem, gut drainiertem Boden gepflanzt werden. Tonböden sind ungeeignet. Für windige Lagen empfiehlt sich ein Pflanzpfahl. Beim Heckenanbau sind Abstände von etwa 1,5 Metern empfehlenswert. Einzelbäume sollten 3,5 bis 4 Meter Abstand halten. Kumquatbäume wachsen bis etwa 4,5 Meter hoch.
Kumquat-Pflege – Wertvolle Tipps für Gesunde Bäume
Düngen
Während der ersten drei Monate nach der Pflanzung nicht düngen. Danach alle zwei Monate während der Vegetationsperiode mit Flüssigdünger auf Basis von Fisch- oder Algenextrakten oder mit granuliertem Zitrusdünger düngen. Bei Trockendüngern immer vor und nach der Anwendung wässern, da die Wurzeln empfindlich auf Dünger reagieren.
Wässern
Der Boden sollte stets feucht, aber nicht nass sein. Lassen Sie die Oberfläche kurzfristig austrocknen, gießen Sie jedoch, sobald der Boden rund 2,5 cm trocken ist. Kumquats sind anfällig für Wurzelfäule, daher gilt: besser weniger als zu viel gießen. Kübelpflanzen benötigen beim Trocknen der oberen Erdschicht eine gründliche Durchwurzelungsgabe Wasser, bis es aus den Abflusslöchern läuft.
Beschneiden
Der Schnitt dient vorrangig der Formgebung, idealerweise nach der Ernte und vor der nächsten Blüte im Ruhemodus. Entfernen Sie kreuzende, kranke oder abgestorbene Äste für bessere Belüftung.
Begleitpflanzen für Kumquats
Diese Pflanzen unterstützen das Wachstum und die Gesundheit von Kumquats besonders gut:
- Zitrusarten wie Zitrone, Limette und Grapefruit
- Borretsch
- Kapuzinerkresse
- Fenchel
- Zitronenmelisse
- Rainfarn
Häufige Probleme beim Kumquat-Anbau und Lösungen
Wollläuse
Diese saugenden Schädlinge leben meist unter den Blättern und scheiden Honigtau aus, der Ameisen anlockt und Rußflecken verursachen kann. Entfernen Sie Unkraut und Mähen Sie angrenzendes hohes Gras, um Überwinterungsplätze zu beseitigen. Eine Isopropylalkohol-Lösung (1:5 verdünnt) kann direkt auf die Tiere gesprüht werden.
Blattläuse
Blattläuse verursachen ähnliche Schäden wie Wollläuse. Für eine effektive Bekämpfung eignen sich Neemöl und biozide Pyrethrum-Präparate. Achten Sie auf eine frühzeitige Erkennung.
Wurzelfäule
Entsteht durch Staunässe und sauerstoffarme Böden oder durch Pilzbefall. Vermeiden Sie Überwässerung, sorgen Sie für gut durchlässigen Boden und vermeiden Sie schwere Tonböden.
Rußiger Pilz (Sooty Mold)
Zeigt sich durch eine schwarze, rußartige Schicht auf Blättern und Früchten. Die Ursache sind meistens honigtau-ausscheidende Schädlinge wie Wollläuse oder Blattläuse. Zuerst das Schädlingsproblem bekämpfen, danach die schwarzen Ablagerungen mit einem feuchten Tuch abwischen.
Ernte und Verwendung von Kumquats
Kumquats sind erntereif, wenn sie eine tief orange Farbe haben und die Schale leicht weich ist. Die Früchte können komplett mit Schale gegessen werden und bereichern Obstsalate, Eintöpfe, Aufläufe oder Marmeladen. Besonders beliebt sind kandierte Kumquats bei Kindern. Kühl gelagert halten sie sich mehrere Wochen frisch.
