Begonie: Beste Sorten, Pflanzanleitung, Pflege, Probleme und Ernte

Begonien: Die besten Sorten, Anbau, Pflege, Probleme und Ernte

Begonien sind vielseitige Pflanzen, die in vielen Gärten oft unterschätzt werden. Neben ihrer attraktiven Optik sind viele Sorten essbar und ziehen zahlreiche Bestäuber an. In diesem Artikel erfahren Sie alles rund um den Anbau, die besten Sorten, Pflegehinweise, mögliche Probleme sowie die Verwendung von Begonien in der Küche.

Die besten Begonien-Sorten

Nicht alle Begonien sind essbar. Während sie in Parks und öffentlichen Flächen farbenfroh wachsen, eignen sich nur bestimmte Sorten zum Verzehr. Für den Ziergarten oder zur Anlockung von Bestäubern können Sie hingegen jede beliebige Sorte wählen.

Tuberöse Begonie

Die tuberösen Begonien (Begonia x Tuberosa) besitzen essbare Blüten, Blätter und Stängel, die von süß bis herb-säuerlich im Geschmack variieren. Besonders die Stängel können als Rhabarber-Ersatz verwendet werden, da beide Pflanzen Oxalsäure enthalten, die den säuerlichen Geschmack verursacht.

Es gibt verschiedenfarbige Sorten, z.B.:

  • ‘Dusty Rose’: Rosa, fransige Blüten und sattgrüne, fleischige Blätter
  • ‘Dragon Wing Pink’: Hitzebeständig, verträgt Schatten
  • ‘Encanto Orange’: Orange Blüten ähnlich leuchtenden Fuchsia Blüten, kletternd
  • ‘Nonstop Fire’: Riesige, gefüllte Blüten, die über die gesamte Saison blühen

Faserbegonie

Die Gruppe der faserigen Begonien umfasst unter anderem die weit verbreiteten Wachs-Begonien (Begonia cucullata). Diese wachsen teilweise auch wild (z.B. in Florida und Hawaii) und können roh oder gekocht gegessen werden. Ihre fleischigen Blätter sind weniger bitter als die der tuberösen Begonien. Die Blätter variieren von rot bis braun, die Blüten sind meist rosa, weiß oder rot.

Wachs-Begonien tolerieren mehr Schatten als tuberöse Begonien.
Bekannte Sorten sind:

  • ‘Charm’: Helle pinke Blüten mit gelben Zentren
  • ‘Richmond’: Grüne Blätter mit roten Unterseiten, ideal für Hängetöpfe

Winterharte Begonie

Winterharte Begonien (Begonia grandis) eignen sich für kühlere Regionen, sind aber weniger zum Verzehr geeignet. Beispiele:

  • ‘Alba’: Kleine weiße Blüten an roten Stängeln, gedeiht auch im tiefen Schatten
  • ‘Heron’s Pirouette’: Zarte rosa Blüten, kompakt wachsend (ca. 30–60 cm)

Begonien pflanzen: Anleitung für den erfolgreichen Anbau

Standort und Boden

Begonien gedeihen in den USDA-Klimazonen 9 bis 11; winterharte Arten sind auch in den Zonen 6 bis 9 geeignet. Als einjährige Pflanze sind sie unter Umständen auch in kühleren Zonen möglich.

Je nach Sorte benötigen Begonien Schatten, Halbschatten oder volle Sonne, solange diese nicht zu heiß ist. Optimal sind Morgen- und Nachmittagssonne.

Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein, idealerweise mit einem pH-Wert zwischen 5,2 und 6,0.

Pflanzzeitpunkt und Abstand

Pflanzen Sie die Jungpflanzen erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Begonien sind frostempfindlich und benötigen Temperaturen über 10 °C. Der Pflanzabstand liegt bei 18 bis 25 cm.

Begonien aus Samen ziehen

Das Aussäen von Begonien ist anspruchsvoll, da die Samen winzig sind und die Keimrate gering sein kann. Wenn Sie Samen kaufen, sind meist pelletierte Samen einfacher zu handhaben.

Für optimale Keimbedingungen stellen Sie die Samen mindestens 14 Stunden täglich unter spezielle Pflanzenlampen. So gehen Sie vor:

  • Füllen Sie ein Gefäß zu 3/4 mit Anzuchterde.
  • Streuen Sie wenige Samen auf die Oberfläche und drücken Sie sie leicht an – Samen benötigen Licht zum Keimen, daher nicht bedecken.
  • Befeuchten Sie die Erde mit warmem Wasser und lassen Sie die Erde nie austrocknen.
  • Stellen Sie den Topf in einen verschlossenen Plastikbeutel und unter die Beleuchtung, entfernt von heißen Lampen.
  • Nach ca. 14 Tagen sollten erste Keimlinge sichtbar werden.
  • Entfernen Sie den Beutel zur besseren Luftzirkulation und lassen Sie die Pflanzen unter der Lampe, bis sie kräftig sind.
  • Wenn die Pflanzen drei Blätter haben, pikieren Sie sie vorsichtig in Einzeltöpfe.

Stecklinge und Rhizome vermehren

Diese Methode ist einfacher und schneller als Säen:

  • Nehmen Sie 10 cm lange Triebstecklinge, entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie die Hälfte in feuchte Anzuchterde.
  • Halten Sie die Erde feucht, nach einigen Wochen bilden sich neue Pflanzen.
  • Bei Rhizomen legen Sie ein Stück waagerecht 2-5 cm tief in die Erde und decken es ab. Nach einigen Wochen zeigt sich neues Wachstum.

Blattstecklinge

Etwas langwieriger, aber möglich: Pflanzensaft steckt in einem Blatt, das ca. 1 cm tief in feuchte Erde gesteckt und dann in einem warmen, hellen Bereich mit Plastikabdeckung gehalten wird. Geduld ist gefragt.

Begonien im Topf anbauen

Begonien fühlen sich in Gefäßen wohl und bringen farbenfrohe Akzente auf Balkon & Terrasse. Stehende Sorten eignen sich für Solitärpflanzungen, kriechende oder niedrige Typen für Hängeampeln oder Mischpflanzungen.

Verwenden Sie hochwertige, gut durchlässige und immer leicht feuchte Erde, damit keine Staunässe entsteht. Die Topfgröße sollte zur erwarteten Wuchshöhe passen. Für große Pflanzen ist ggf. eine Stütze empfehlenswert.

Wichtig ist genug Luftzirkulation, damit Blüten nicht welken. Stellen Sie den Topf deshalb nicht zu dicht neben andere Pflanzen und vermeiden Sie geschlossene Räume.

In kälteren Regionen lassen sich Begonien im Kübel vor Frost einfach reinholen, um sie zu schützen.

Pflege von Begonien

Düngung

Wöchentliches Düngen mit einem organischen Flüssigdünger (speziell für Blütenpflanzen, ca. 1/4 der empfohlenen Stärke) sorgt für gesundes Wachstum und reichhaltige Blütenpracht.

Bewässerung

Gießen Sie die Erde um die Basis der Pflanze, vermeiden Sie direktes Benässen der Blätter. Die Erde sollte stets leicht feucht, aber nicht nass sein – etwa wie ein gut ausgewrungener Schwamm.

Rückschnitt

Leggy oder sparrig gewordene Begonien können kräftig zurückgeschnitten werden; sie erholen sich gut. Entfernen Sie verblühte Blüten regelmäßig, um neue Blütenbildung zu fördern.

Im Winter kann die Pflanze zurückgeschnitten werden. Bei Bedarf graben Sie die Rhizome aus und lagern sie trocken frostfrei. In milden Regionen können die Pflanzen oft im Boden überwintern.

Begonien als Begleitpflanzen

Begonien ziehen Bienen und andere Bestäuber an. Pflanzt man sie bei Gemüse und Obstbäumen, fördert man natürliche Ökosysteme und die Bestäubung.

Gute Partnerpflanzen mit ähnlichen Anforderungen sind Kapuzinerkresse, Funkien (Hosta), Fleißige Lieschen (Impatiens) und Kaladien (Caladium).

Häufige Probleme beim Anbau von essbaren Begonien

Echter Mehltau

Dieser Pilz entsteht in warmen, trockenen, aber feuchten Umgebungen mit schlechter Luftzirkulation. Erkennbar an weißem, pudrigem Belag auf Blättern.

Vorbeugen durch ausreichenden Abstand der Pflanzen, Basisbewässerung und gute Luftzirkulation. Befallene Blätter entfernen und mit einem Gemisch aus Wasser und Milch (1:1) besprühen.

Wollläuse (Mealybugs)

Schädlinge, die Pflanzensaft saugen und klebrigen Honigtau ausscheiden. Sie sind schwer zu bekämpfen, da sie eine schützende Wachsschicht haben.

Entfernen Sie befallene Pflanzenteile, fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer, und behandeln Sie frühzeitig regelmäßig mit Neemöl.

Thripse

Diese kleinen Insekten saugen Pflanzensaft und hinterlassen schwarze Rückstände.

Vorbeugen mit organischer insektizider Seife oder Neemöl, um die Pflanzen unattraktiv zu machen.

Spinnmilben

Winzige Tiere, die Blätter anknabbern und oftmals durch feine Netzstruktur auffallen. Sie schädigen die Pflanze und beeinträchtigen das Wachstum.

Bekämpfen Sie sie mit Schwefelhaltigen biologischen Sprays oder Neemöl. Halten Sie die Pflanzen frei von Unkraut und in guter Kondition.

Stängelfäule

Entsteht durch Überwässerung oder zu dichte Erde mit schlechter Drainage. Symptome sind gelbe, schlaffe Pflanzen.

Ist die Pflanze einmal befallen, hilft nur vollständiges Entfernen samt Erde. Vermeiden Sie Staunässe durch gut durchlässigen Boden und kontrolliertes Gießen.

Begonien essen: Genuss und Vorsicht

Viele Begoniensorten sind essbar, aber wählen Sie nur geeignete Pflanztypen zum Verzehr. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, um toxische Pflanzen zu vermeiden.

Essbare Sorten sind beispielsweise B. annulata, B. auriculata, B. barbata, B. gracilis, B. grandis var evansiana, B. hernandioides, B. malabarica, B. mannii, B. picta, B. palmata, B. plebeja, B. Semperflorens, B. rex und B. roxburghii.

Verwendet werden Blatt, Blüten und bei manchen sogar die ganze Pflanze. Typische Verwendungen sind Tee, Salate, Saucen oder gebraten als Gemüse.

Historisch wurden Begonien auch als Wundsalbe oder Mittel gegen Husten und Fieber eingesetzt.

Hinweis: Aufgrund des Oxalsäuregehalts sollten Begonien in Maßen genossen werden und sind bei Gicht, Nierensteinen oder Rheuma zu meiden. Die Pflanzen sind giftig für viele Tiere; daher halten Sie Haustiere und Nutztier fern. Achten Sie darauf, dass unbehandelte Pflanzen ohne Pestizide verwendet werden.

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