Rußiger Schimmel auf Pflanzen: Was es ist und wie man ihn bekämpft
Wenn Ihre Pflanzen aussehen, als wären sie zu nah an einem Lagerfeuer gewesen und komplett mit schwarzem Ruß bedeckt sind, haben Sie sehr wahrscheinlich Probleme mit rußigem Schimmel. Diese typische Pflanzenerkrankung ist leicht an ihrem einzigartigen Erscheinungsbild zu erkennen, kann jedoch plötzlich auftreten und viele Gartenliebhaber vor die Frage stellen, ob sie die Pflanze noch retten können.
Was ist rußiger Schimmel?
Rußiger Schimmel gehört zur Familie der Pflanzenschimmel und wächst typischerweise auf Honigtau, einem Sekret, das von bestimmten Schädlingen produziert wird, die Ihren Garten befallen können. Blattläuse und Schildläuse sind zwei der häufigsten Honigtau-produzierenden Schädlinge.
Wenn diese Schädlinge Ihre Pflanzen befallen, überziehen sie Blätter und Stängel mit Honigtau. Danach landen die Sporen des rußigen Schimmels auf der klebrigen Oberfläche und beginnen zu wachsen und sich zu vermehren.
Wichtig zu wissen: Rußiger Schimmel ist ein oberflächlicher Belag, der Ihre Pflanzen nicht direkt angreift. Er benötigt die Nährstoffe im Honigtau, um zu gedeihen. Honigtau ist sehr zuckerhaltig und nährstoffreich, was dem Pilz die Grundlage für sein Wachstum liefert.
Der Schimmel bevorzugt Orte mit schlechter Luftzirkulation, hoher Luftfeuchtigkeit und längeren Phasen von Nässe.
Was ist Honigtau?
Immer wieder sprechen wir von Honigtau, doch was genau ist das? Honigtau ist eine süße, klebrige Flüssigkeit, die Pflanzen saugende Insekten beim Fressen des Pflanzensaftes ausscheiden. Die Insekten können nicht alle aufgenommenen Nährstoffe verwerten und scheiden daher den Überschuss als Honigtau aus.
Dieser Honigtau kann sich überall dort ablagern, wo die Schädlinge unterwegs sind – nicht nur auf Blättern, Zweigen und Ästen, sondern auch auf Früchten, Gras, Gehwegen oder sogar auf Beton.
Und wo Honigtau ist, kann auch rußiger Schimmel wachsen.
Welche Schädlinge produzieren Honigtau?
Glücklicherweise produzieren nicht alle Schädlinge Honigtau, sodass Sie nicht bei jedem Insekt Sorge haben müssen. Rußiger Schimmel tritt nur in Verbindung mit diesem klebrigen Sekret auf.
Folgende Insekten sind Honigtau-Produzenten:
- Blattläuse
- Wollläuse
- Zikaden
- Psylliden
- Weiche Schildläuse
- Weiße Fliegen
Wichtig zu beachten: Sowohl die Larven- als auch die erwachsenen Stadien dieser Insekten scheiden während der Fütterung Honigtau aus.
Pflanzen, die häufig von rußigem Schimmel befallen werden
Grundsätzlich kann jede Pflanze betroffen sein, da sich die Schädlinge wenig wählerisch zeigen. Sowohl Zierpflanzen als auch Gemüse, zum Beispiel Tomaten, können betroffen sein.
Typische Pflanzen, die oft rußigen Schimmel aufweisen, sind:
- Azalee
- Kamelie
- Zitrusbäume
- Ulme
- Feigen
- Lorbeer
- Oleander
- Pekannussbaum
- Kiefer
- Rosen
Symptome von rußigem Schimmel an Pflanzen
Wie der Name schon vermuten lässt, zeigt sich rußiger Schimmel als verschmutzter schwarzer oder dunkelbrauner Pilzbelag auf Zweigen, Ästen und vor allem auf der Oberseite von Blättern. Das Aussehen erinnert an feinen Ruß, einen pulverigen Belag oder eine dicke Matte, die Risse bekommt und sich schält.
In der Regel ist der Befall mit rußigem Schimmel ein Indikator für ein aktives Schädlingsproblem. Je anfälliger Ihre Pflanzen für Schädlinge sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass rußiger Schimmel entsteht.
- Rußiger, schwarzer oder dunkelbrauner Pilzbelag, meist auf Blattoberseiten
- Belag variiert von feinem Ruß bis zu dickeren Schichten mit Rissen
- Präsenz von saugenden Schädlingen an der Pflanze
- Oft werden auch Ameisen durch den Honigtau angelockt
- Der Schimmel bevorzugt oft neue, zarte Pflanzentriebe – daher besonders dort nach Schädlingen suchen
Kann rußiger Schimmel meine Pflanzen töten?
Obwohl rußiger Schimmel optisch unschön ist, tötet er die Pflanzen normalerweise nicht direkt. Der Schimmel selbst ist nicht tödlich, jedoch können die Schädlinge, die Honigtau ausscheiden, durchaus Schäden anrichten, die im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanze führen können.
Der Hauptnachteil des Schimmels ist die Beeinträchtigung der Fotosynthese: Durch die Bedeckung der Blätter können Pflanzen weniger Licht aufnehmen, was ihr Wachstum hemmt und sie anfälliger gegenüber Krankheiten macht. Auch der ästhetische Wert von Zierpflanzen wird durch den schwarzen Belag deutlich gemindert.
Der Schimmel ist zudem ein Warnsignal für einen bestehenden Schädlingsbefall, der möglichst schnell bekämpft werden sollte, um langfristigen Schaden zu vermeiden.
Wie entfernt man rußigen Schimmel?
Glücklicherweise lässt sich rußiger Schimmel wirksam bekämpfen. Der wichtigste Schritt ist, die Schädlinge zu identifizieren und zu kontrollieren, denn ohne Honigtau kann der Schimmel nicht überleben.
1. Schädlinge identifizieren
Der rußige Schimmel tritt gewöhnlich bei unbehandelten Schädlingsbefällen auf. Um das Problem in den Griff zu bekommen, sollten Sie zuerst herausfinden, welche Schädlinge Ihre Pflanzen befallen. Das ist nicht immer leicht, denn der schwarze Belag kann manche Insekten gut tarnen.
Es lohnt sich, auch benachbarte Pflanzen zu prüfen, da sich Schädlinge selten nur auf einer einzelnen Pflanze aufhalten.
2. Pflanzen gründlich waschen
Eine effektive Methode, den Schimmel zu entfernen, ist das sanfte Abwaschen der Pflanzen mit Seifenwasser. Dieses Vorgehen entfernt den Belag von Blättern, Stängeln und Ästen.
Vermeiden Sie aggressive Seifen oder Reinigungsmittel, da diese das Pflanzenlaub verbrennen können. Verwenden Sie lauwarmes Wasser, da dies wirksamer gegen Schimmelsporen ist.
Mischen Sie dazu 1 Teelöffel mildes Flüssigseifenkonzentrat in 1 Gallone (ca. 4 Liter) Wasser. Ein Pumpsprüher erleichtert die Behandlung. Sprühen Sie die Pflanzen ein und wischen Sie die Blätter vorsichtig ab.
Bei starkem Befall kann die Entfernung des Schimmels mehrere Wochen oder Monate dauern, selbst wenn die Schädlinge erfolgreich bekämpft wurden. Regelmäßiges Sprühen beschleunigt den Prozess deutlich.
3. Befallene Pflanzenteile zurückschneiden
Schwer befallene Pflanzenteile lassen sich durch behutsames Zurückschneiden entfernen. Dies hilft auch, Ameisen von Ihren Pflanzen fernzuhalten.
Nutzen Sie scharfe Gartenscheren, um saubere Schnitte zu erzielen und zusätzliches Pflanzenverletzungen zu vermeiden. Säubern Sie die Scheren nach dem Gebrauch mit Alkohol oder Bleichmittel, um eine Weiterverbreitung von Schimmelsporen zu verhindern.
4. Neemöl anwenden
Für Liebhaber des ökologischen Gartens steht Neemöl als bewährtes Mittel zur Verfügung, das sowohl gegen Schädlinge als auch gegen Schimmel wirkt.
Besprühen Sie alle Pflanzenteile gründlich, besonders die Blattunterseiten, da sich dort häufig Schädlinge verstecken. Bei Bedarf wiederholen Sie die Anwendung nach 5 bis 7 Tagen, sofern noch Schädlinge zu erkennen sind. Achten Sie darauf, dass die Pflanze auf die erste Behandlung gut reagiert hat.
Bei geringem Befall reicht oft eine Anwendung aus, bei stärkeren Problemen sind zwei Anwendungen empfehlenswert.
Fazit
Rußiger Schimmel ist eine häufige Pflanzenerkrankung in heimischen Gärten, die zwar Ihre Pflanzen nicht direkt tötet, aber deren Wachstum schwächen und ihr Erscheinungsbild stark beeinträchtigen kann. Die Ursache für den Schimmel sind meist Honigtau produzierende Schädlinge, deren Bekämpfung entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist.
Mit gezielter Schädlingsbekämpfung, regelmäßigem Abwaschen der Pflanzen, kontrolliertem Rückschnitt und dem Einsatz von Neemöl können Sie das Problem nachhaltig lösen und Ihre Pflanzen wieder gesund und attraktiv machen.
