Alles, was Sie über den Anbau von Orach wissen müssen
Orach – allein der Klang dieses Namens macht schon Spaß! Obwohl sein Name an einen mythischen Ort erinnert, ist Orach (Atriplex hortensis) ein köstliches Blattgemüse, das vor einigen Jahrhunderten aus der Mode geraten ist. Dank des aktuellen Trends, alte Gemüsesorten neu zu entdecken, erlebt Orach jedoch ein verdientes Comeback.
Was ist Orach?
Orach, auch bekannt als Salzkraut oder roter Bergspinat, gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) und ist ein Verwandter von Amarant, Spinat, Guter Heinrich und Lammsalat. Besonders in Mittelmeerländern wurde Orach bis ins späte Mittelalter und die frühe Tudorszeit gerne angebaut, bevor Spinat populärer wurde.
Die Blätter von Orach enthalten – wie Spinat und Mangold – einen überraschend hohen Salzgehalt sowie wertvolle Nährstoffe wie Eisen, Magnesium, Calcium, Zink, Phosphor und Vitamin C. Tatsächlich liefert eine Portion Orach etwa doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen oder Orangen. Zudem ist das Gemüse reich an Antioxidantien, die viele gesundheitliche Vorteile bieten.
Wichtig: Orach enthält Oxalsäure, was bei Nieren- oder Gallenproblemen bedenkenlos mit einem Arzt abgesprochen werden sollte.
Farbenfrohe Vielfalt: Orach-Sorten
- Deep Red Orach: Die bekannteste Sorte mit tiefroten Blättern, auch „roter Bergspinat“ genannt.
- Lime Green: Knallig hellgrüne Blätter, die ebenso nährstoffreich sind wie dunkle Blattgemüse.
- Magenta Magic: Leuchtend pinke Blätter, die farbliche Highlights und zarte Aromen in Gerichte bringen.
- Dark Green: Ähnlich wie Spinat glänzend dunkelgrüne, herzförmige Blätter.
- Golden Orach: Sanft gelb-grüne Blätter mit mildem Geschmack, ideal jung geerntet.
- Triple Purple: Tief pflaumenfarbene Blätter, die in Kombination mit limonengrünen Sorten einen schönen Kontrast bieten.
- Mixed Aurora Orach: Eine bunte Mischung verschiedener Farben, perfekt für alle, die die Vielfalt lieben.
Anbau von Orach: So gelingt die Kultivierung
Eine der großen Stärken von Orach ist seine Hitzetoleranz. Anders als Spinat oder Mangold kann Orach auch im Sommer angebaut werden, ideal in den Pflanzzonen 4 bis 8. Bei wärmeren Regionen empfehlen sich schattige Plätze zu den heißesten Tageszeiten.
Orach wächst bevorzugt in gut durchlässigen, humusreichen Böden mit gutem Kompostgehalt und kommt auch mit leichter Trockenheit zurecht.
So pflanzen Sie Orach aus Samen
- Säen Sie die Samen nach dem letzten Frost direkt ins Freiland, ideal zwei Wochen danach.
- Setzen Sie die Samen 12 bis 18 Zoll (ca. 30–45 cm) auseinander.
- Pflanzen Sie die Samen nur etwa dreimal so tief wie ihr Durchmesser und bedecken Sie sie leicht.
- Die Keimung erfolgt innerhalb von 7–12 Tagen.
- Die Reifezeit beträgt circa 45 bis 50 Tage.
Orach eignet sich auch hervorragend als Microgreen: Samen werden flach auf Anzuchterde gestreut, leicht bedeckt, mit Wasser besprüht und mit einer Folie abgedeckt. Sobald die Keimlinge erscheinen, entfernen Sie die Abdeckung und pflegen die Pflanzen weiter.
Pflegehinweise für Orach
Regelmäßiges Gießen fördert ein gesundes, schmackhaftes Wachstum, auch wenn Orach kurze Trockenzeiten toleriert. Eine Düngergabe ist meist nicht nötig, gelegentlich kann verdünnter Komposttee den Pflanzen zusätzlichen Nährstoffschub geben.
Vermeiden Sie mineralische Düngemittel, da Orach Nitrate aus chemischen Düngern anreichern kann – setzen Sie lieber auf Bio-Alternativen.
Schädlinge und Schutz
Orach ist relativ robust gegenüber Schädlingen, kann aber von Blattläusen, Heuschrecken oder Wildtieren wie Rehen befallen werden. Netzabdeckungen oder Anbau in Töpfen auf Fenstersimsen sind effektive Schutzmaßnahmen.
Gute und schlechte Nachbarn im Garten
Beim Mischkultur-Anbau passt Orach gut zu Kohlgemüse (Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl), Salat, Erbsen, Lauch und Bohnen. Auch Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen oder Paprika sind geeignete Nachbarn.
Wählen Sie bei der Nachbarschaftsortung Pflanzen, die keine direkte Konkurrenz zu Orach sind – Hülsenfrüchte sind ideal, da sie den Boden durch Stickstoffanreicherung bereichern.
Ernte und Verwendung von Orach
Junge Orach-Blätter eignen sich hervorragend für frische Salate und bunte Wraps. Sie bringen Farbe und wertvolle Nährstoffe auf den Teller. Ältere Blätter werden zäher und sollten wie Spinat oder Mangold zubereitet werden.
Tipp: Blanchieren Sie die Blätter nur kurz, indem Sie heißes Wasser darübergeben, um die Nährstoffe zu erhalten. Für Suppen oder Eintöpfe einfach kurz vor dem Servieren untermischen.
Orach ist frostresistent und kann deshalb bis in den Herbst hinein geerntet werden. Entfernen Sie Blütenknospen bei Bedarf, damit die Pflanzen buschig bleiben und mehr Blattwachstum zeigen.
Orach-Samen ernten und lagern
Da Orach einjährig ist, sollten Sie einige Pflanzen für die Samenbildung stehen lassen. Wenn die Samenstände austrocknen, schneiden Sie die Stängel ab, binden diese zusammen und trocknen sie an einem warmen, trockenen Ort – idealerweise aufgehängt in einer Papiertüte.
Nach etwa zwei Wochen können die Samen durch sanftes Abreiben der Stängel gelöst werden. Tragen Sie Handschuhe, denn die Samenhülsen sind scharfkantig.
Bewahren Sie die getrockneten Samen in Papierumschlägen an einem kühlen, dunklen Ort auf. Die Keimfähigkeit bleibt etwa 5–6 Jahre erhalten.
Orach richtig lagern
Frische Orach-Blätter bleiben in feuchten Papiertüchern im Kühlschrank nur wenige Tage frisch. Zum Einfrieren blanchieren, hacken und in flachen Gefrierbeuteln einfrieren – so lässt sich das Gemüse bequem für Suppen und Saucen verwenden.
Wer Orach einkochen möchte, sollte bewährte Methoden für Blattgemüse verwenden, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Fügen Sie Ihrem Gemüsegarten also unbedingt Orach hinzu –für mehr Vielfalt, Farbe und wertvolle Vitamine!
