Wie man Sommerkürbis richtig erntet und lagert
Der Sommergarten hat viele schöne Seiten – eine davon ist die Erntezeit für Sommerkürbis. Sommerkürbisse sind lecker, vielseitig verwendbar und versprechen eine reiche Ernte, sobald die Früchte abreifen. Viele Hobbygärtner sind sich jedoch unsicher, wann genau sie ihren Sommerkürbis am besten ernten und wie sie die Früchte richtig lagern, damit sie lange frisch bleiben. In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige über den richtigen Zeitpunkt der Ernte, die Lagerung und Haltbarmachung von Sommerkürbis.
Arten von Sommerkürbis
Wenn Sie eine reiche Ernte an Sommerkürbis haben, fragen Sie sich vielleicht, wann genau der beste Moment zur Ernte ist. Zunächst ist es wichtig, Sommerkürbis von Winterkürbis zu unterscheiden, denn sie werden zu unterschiedlichen Zeiten geerntet.
Gängige Sommerkürbissorten sind unter anderem:
- Cousa
- Crookneck
- Pattypan
- Straight neck
- Zucchini
- Tatume
- Zephyr
- Ronde de Nice
- Tinda
Winterkürbisse, zu denen unter anderem Acorn, Butternut, Hubbard, Delicata, Kürbis und Spaghettikürbis gehören, werden geerntet, wenn die Schale hart ist. Sommerkürbisse hingegen zeichnen sich durch eine weiche und noch unreife Schale aus.
Wann erntet man Sommerkürbis?
Ein häufiger Fehler gerade bei der ersten Ernte von Sommerkürbis ist, die Früchte zu groß werden zu lassen. Viele glauben, ein großer Kürbis bringt mehr Geschmack, doch das Gegenteil ist der Fall: Zu große Früchte verlieren an Geschmack und werden oft holzig oder faserig.
Besonders bei Zucchini kennt wohl jeder den Effekt: Wird die Frucht zu groß, schmeckt sie oft bitter oder ist nahezu ungenießbar.
Wann erntet man am besten?
Die Faustregel lautet: Je kleiner der Kürbis, desto besser der Geschmack. Es lohnt sich, lieber etwas zu früh als zu spät zu ernten.
Um den optimalen Erntezeitpunkt zu bestimmen, sollten Sie das jeweilige Reifedatum der Sorte beachten. Je nach Sorte variiert dieses, beispielsweise reifen Zucchini zwischen 30 und 60 Tagen.
Hier einige allgemeine Richtwerte für die Ernte:
- Lange Sorten wie herkömmliche Zucchini: Länge nicht über 20 cm, Durchmesser maximal 5 cm.
- Pattypan-Sorten (klein und gerundet): maximal 10 cm Durchmesser. Eine größere Pfannkuchen-große Frucht schmeckt meist nicht mehr gut.
- Crookneck-Sommerkürbis: zwischen 10 und 18 cm Größe ernten. Leicht größere Früchte sind ok, aber nicht zu groß werden lassen.
Probieren Sie ruhig eine kleine Frucht – ist sie zart und lecker, haben Sie den richtigen Erntezeitpunkt gewählt.
Bei größeren, runden Sorten wie Cousa oder rundem Zucchini ist das Kriterium die Schale: Sie sollte glänzend, aber noch weich genug sein, um sie mit dem Fingernagel leicht einzudrücken.
Manchmal wachsen einzelne Früchte versteckt und werden zu groß. Auch diese können Sie noch gut zu Püree oder Suppen verarbeiten. Alternativ füttere ich meine Hühner gern mit halbierten, übergroßen Früchten.
Wenn die Früchte auf die richtige Größe wachsen, sollte man die Pflanzen alle zwei Tage kontrollieren, da Sommerkürbisse sehr schnell wachsen können – manchmal bis zu 5 cm am Tag.
Wann erntet man Blüten?
Die Blüten vom Sommerkürbis sind eine Delikatesse, die Sie im richtigen Moment ernten sollten. Optimal ist die Ernte der Blüten am Morgen, bevor sie sich öffnen, während sie noch in der Knospenform sind.
Wie erntet man Sommerkürbis richtig?
Für die Ernte von Sommerkürbis gilt es, die Pflanzen und Früchte nicht zu beschädigen, da verletzte Schalen schnell verderben. Beachten Sie folgende Tipps:
- Benutzen Sie ein scharfes Messer oder eine Gartenschere.
- Halten Sie den Kürbis beim Schneiden, damit die Pflanze nicht belastet wird.
- Schneiden Sie den Stiel mit etwa einem Zentimeter Länge am Kürbis ab.
Ernte der Blüten
Beim Ernten der Blüten sollten Sie nur die männlichen Blüten nehmen, da sonst keine Bestäubung stattfinden kann und keine Früchte wachsen. Männliche Blüten erkennen Sie an dünneren Stielen, weibliche haben dickere Stiele mit einem kleinen Fruchtansatz an der Blütenbasis.
Wie erntet man Saatgut?
Wenn Sie Saatgut konservieren möchten, besonders bei alten Sorten, lassen Sie einige Früchte am Ende der Saison überreif werden. Anschließend die Früchte öffnen, die Samen herauslösen und in eine Schüssel mit Wasser geben.
Spülen Sie das Fruchtfleisch von den Samen ab und legen Sie diese auf ein Papiertuch zum Trocknen. Bewahren Sie die Samen in einem Papiertütchen auf, bis Sie sie wieder aussäen.
Wie lagert man Sommerkürbis richtig?
Sommerkürbis hält sich nicht lange und sollte idealerweise innerhalb einer Woche nach der Ernte verzehrt werden. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, Sommerkürbis länger zu haltbar zu machen, etwa durch Einfrieren oder Einmachen.
Lagerung im Kühlschrank
- Wischen Sie den Kürbis vorsichtig mit einem feuchten Tuch ab und lassen Sie ihn trocknen.
- Legen Sie den Sommerkürbis in einen perforierten Plastikbeutel, damit die Luft zirkulieren kann. Alternativ stechen Sie einige Löcher in einen normalen Plastikbeutel, um die richtige Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.
- Lagern Sie die Früchte nicht länger als sieben Tage, da die Schale sonst zu schrumpeln beginnt.
- Vermeiden Sie Temperaturen unter 10 °C, da der Kürbis sonst schneller verdirbt.
Einfrieren von Sommerkürbis
Das Einfrieren ist meine bevorzugte Methode, um Sommerkürbis haltbar zu machen. Das Vorgehen funktioniert für alle Sorten und Sie können die Sorten nach Wunsch mischen oder getrennt einfrieren:
- Waschen und trocken tupfen.
- Den Kürbis in etwa 1,2 cm dicke Scheiben schneiden.
- Die Scheiben in kochendem Wasser oder Dampf für 3–4 Minuten blanchieren, um Bakterien abzutöten, die den Kürbis sonst verderben lassen.
- Sofort in Eiswasser legen, um den Garprozess zu stoppen.
- Abtropfen lassen und gut trocknen, damit der Kürbis beim Einfrieren nicht zu einem Eisklotz zusammenfriert.
- Portionieren Sie in Gefrierbeutel, am besten sind Einzelportionsgrößen, damit Sie nur das auftauen, was Sie auch brauchen.
- Verwenden Sie einen Vakuumierer oder die Strohhalmmethode, um so viel Luft wie möglich aus der Tüte zu entfernen und diese gut zu verschließen.
Gefrorener Kürbis eignet sich hervorragend für Pfannengerichte, Suppen, Aufläufe, Brot, Pastasoßen oder als Beilage.
Kürbis raspeln und einfrieren
Alternativ können Sie den Sommerkürbis auch raspeln und im Gefrierbeutel einfrieren. Ich blanchiere den geraspelten Kürbis nicht, aber das ist optional.
Geraspelter Kürbis ist ideal für die Verwendung in Brot, Kuchen oder Fritters.
Einmachen und fermentieren
Sommerkürbis lässt sich auch gut einlegen oder fermentieren. Probieren Sie es aus, um Chutneys, herzhafte Marmeladen oder fermentierte Gemüsevariationen zu kreieren und so Ihr Gemüse das ganze Jahr zu genießen.
