Wie Sie sicher und human Bären von Ihrem Garten fernhalten
Bären in Gärten – eine Herausforderung, die immer mehr Gartenbesitzer betrifft. Durch zunehmende Populationen und sich ausweitende Lebensräume stoßen Menschen in vielen Regionen immer häufiger auf schwarze Bären, die nach Nahrung suchen. Besonders Gärten mit Bienenstöcken, Obstbäumen oder Beerensträuchern geraten ins Visier der Tiere.
Was fressen Bären? – Die Gründe für ihren Besuch im Garten
Bären sind Allesfresser und opportunistische Nahrungssucher. Ihre Ernährung umfasst Früchte, Nüsse, Samen, Gemüse, Insekten, Fische und Säugetiere. Aufgrund ihrer Vorliebe für Süßes werden sie besonders von Obstgärten, Beerensträuchern und Bienenstöcken angezogen. Wildwachsende Pflaumen, Krabäpfel, Brombeeren sowie Pawpaw-Früchte gehören zu ihrem natürlichen Speiseplan.
Außerdem klettern Bären oft auf Bäume, um an wilden Honig zu gelangen. Daher ist ihr Interesse an Bienenstöcken verständlich und berechtigt.
Bären auf Golfplätzen – Warum gerade dort?
Golfplätze bieten Bären eine willkommene Nahrungsquelle in Form von Klee und Löwenzahn, die besonders zu Beginn des Frühlings nach der Winterruhe wertvolle Nährstoffe liefern. Deshalb empfiehlt es sich, im heimischen Garten traditionelle Grasarten anzupflanzen und Unkräuter wie Klee und Löwenzahn zu bekämpfen, um die Attraktivität für Bären zu reduzieren.
Sollte ich mir um mein Gemüse Sorgen machen?
Gemüse gehört nicht zu den bevorzugten Nahrungsmitteln von Bären, doch wenn sich die Gelegenheit bietet, graben sie besonders Karotten, Rote Beete und Kartoffeln aus. Auch Maisfelder können zu einem wahren Paradies für hungrige Bären werden.
Gefahr für den Hühnerstall
Ein hungriger Bär schreckt auch nicht vor Kleintieren wie Hühnern oder Kaninchen zurück. Es sind Fälle bekannt, in denen Bären komplette Ställe anheben oder Zäune zerstören, um an das Geflügel zu gelangen. Daher ist ein sicherer Schutz der Tiere von großer Bedeutung.
Praktische Methoden zur Bärenabwehr im Garten
Wer in Bärengebieten lebt, sollte besonders auf den Schutz von Bienenstöcken, Obststräuchern, Gemüsegärten sowie Kleintieren achten. Es gilt, Bären nicht zum Fähnchen zu machen, die regelmäßig in den Garten kommen. Das Vermeiden offener Mülltonnen, leicht zugänglicher Futterstellen oder das Füttern von Haustieren im Freien reduziert das Risiko, dass Bären den Garten als Nahrungsquelle ansehen.
Elektrischer Zaun – die effektivste Abwehrmaßnahme
Ein gewöhnlicher Zaun ist meist zu wenig, da Bären geschickt klettern und graben. Elektrische Zäune sind die beste Wahl zur sicheren Abschreckung. Sie sind relativ einfach zu installieren und können sowohl dauerhaft eingesetzt als auch temporär genutzt werden – etwa für den Schutz von Hühnern oder Ziegen, wenn diese auf Frischweide kommen.
Der elektrische Impuls ist nicht tödlich, aber ausreichend unangenehm, um Bären fernzuhalten. Wichtig ist, dass die Zäune regelmäßig kontrolliert werden, um Sicherheit für alle Tiere zu gewährleisten. Da Bären ein dickes Fell haben, ist insbesondere ein Stromschlag an Nase und Gesicht wirksam, da dort wenig Schutz besteht und die Bären dort ihre Neugier befriedigen.
Empfehlungen der Alaska Department of Fish and Game:
- Zaunspannung: 5.000 bis 7.000 Volt
- Mehrere Drahtstränge, ca. 20 cm Abstand voneinander
- Nutzung von nicht leitenden Kunststoff- oder Fiberglaspfählen
- Glattstahl oder Aluminiumdraht für große Areale, bei kleinen Gehegen rostfreier, poly-beschichteter Draht oder Band
Laute Geräusche als Abschreckung
Handgeräte wie Wildabschreckungshörner erzeugen schrille Töne, die Bären vertreiben können. Ein Signalhorn kann man aus sicherer Entfernung betätigen, doch man muss vor Ort sein, um den Effekt zu nutzen. Wichtig ist, dass Bären einen Fluchtweg haben, um sie nicht zu bedrängen.
Automatische Geräte wie der „Rex Plus Barking Dog Alarm“ oder der „Critter Gitter“ reagieren auf Bewegung, senden laute Geräusche und Lichtsignale aus, wobei Letztere allerdings auch Haustiere stören können.
Wasserspritzen zur Vergrämung
Bewegungssensor-gesteuerte Wasserstrahler wie der „Scarecrow Animal Repeller“ können Bären mit einem plötzlichen Wasserschwall vertreiben. Diese Geräte werden einfach an den Gartenschlauch angeschlossen und aktivieren bei Annäherung eine etwa vier Sekunden lange Wasserfontäne.
Bärenunfreundliche Bepflanzung
Zur Abschreckung können an Einfallstraßen und um Spielbereiche herum Pflanzen eingesetzt werden, die Bären weniger attraktiv finden. Dazu zählen Weiden, Fingerhüte (Penstemon), Orangenblume (Mock Orange), Lupinen und Akelei (Columbine).
Obstgärten sollten sauber gehalten werden, indem fallendes Obst regelmäßig eingesammelt wird, um Gerüche zu minimieren. Ein mindestens 30 Meter weiter Abstand zwischen Bären und Garten verbessert die Sicherheit.
Achtung Dünger und Kompost
Organische Dünger wie Blutmehl, Fischemulsionen oder Hirschabwehrmittel riechen für Bären verlockend und sollten im Garten vermieden werden. Komposthaufen dürfen keine tierischen Abfälle enthalten und müssen mit Kalk bestreut sowie mit trockenen Materialien abgedeckt werden, um Gerüche zu reduzieren. Komposttonnen mit Bärenschutz oder Umzäunungen helfen zusätzlich.
Sichere Unterbringung von Nutztieren
Nutztierunterkünfte sollten robust und verschließbar sein. Zusätzlich können Lichter, Sirenen oder Knallkörper als Abschreckung eingesetzt werden. Die Verlagerung der Abschreckungselemente trägt dazu bei, dass Bären sich nicht an diese gewöhnen.
Bären erkennen – Schwarze Bären und Grizzlys
Die Kenntnis der Bärenart ist wichtig, um angemessen zu reagieren. Schwarze Bären variieren in der Fellfarbe von schwarz über braun zu zimtfarben, haben eine flache Schnauze mit sogenannter „Römischer Nase“, größere Ohren sowie kürzere Krallen.
Grizzlybären, häufig auch als Braunbären bezeichnet, weisen eine auffällige Schulterbeule, ein konkaves Gesicht, kleinere Ohren und längere Krallen auf. Sie sind in bestimmten Regionen häufiger anzutreffen und gelten als gefährdeter, weshalb bei Begegnungen mit einem Grizzly unverzüglich Revierverlassen und Behördenkontakt nötig sind.
Fazit: Sicheres Zusammenleben mit Bären
Das Leben in Bärengebieten verlangt Planung und den verantwortungsbewussten Einsatz humaner Abwehrmaßnahmen. So schützen Sie Ihre Gartenprodukte, Kleintiere und Familienbereiche – und respektieren zugleich das natürliche Verhalten der Bären, deren Lebensraum wir teilen.
Die Beachtung der beschriebenen Hinweise bietet die beste Chance, Konflikte zu vermeiden und ein sicheres Miteinander von Mensch und Wildtier zu ermöglichen.
