Mangold (Mangelwurzel): Pflanzanleitung, Pflege, Probleme und Ernte
Mangold, auch bekannt als Mangelwurzel, Acker-Rübe oder Futterrübe, ist ein vielseitiges und schmackhaftes Wurzelgemüse, das eng mit Zucker- und Rote Bete verwandt ist. Obwohl Mangold nicht so bekannt ist, verdient es mehr Aufmerksamkeit aufgrund seines intensiven Aromas und seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Erfahre hier alles Wichtige über den Anbau, die Pflege, häufige Probleme und die erfolgreiche Ernte von Mangold.
1. Mangold pflanzen – der optimale Start für eine reiche Ernte
Anbauzonen und Standort
Mangold gedeiht in den Pflanzzonen 2 bis 10 und ähnelt somit in den Ansprüchen der Roten Bete. Das Gemüse bevorzugt eher kühlere Regionen und verträgt keine tropischen Temperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit, die Fäulnis verursachen können.
Sonnen- und Bodenanforderungen
- Standort: Volle Sonne in gemäßigten Klimazonen; in heißen Gegenden lieber Halbschatten wählen, um Stress durch intensive Hitze zu vermeiden.
- Boden: Lockerer, lehmiger oder sandiger Boden wird empfohlen, um dem Wurzelwachstum ausreichend Raum zu geben. Ein pH-Wert zwischen 6 und 7 ist ideal.
- Düngung: Reichhaltiger, gut verrotteter Kompost oder organischer Dünger verbessert die Bodenfruchtbarkeit vor dem Pflanzen.
Wann und wie Mangold säen
- Temperierte Regionen: Aussaat im Frühling, sobald keine Frostgefahr mehr besteht und die Bodentemperatur mindestens 10 °C (50 °F) beträgt.
- Subtropische Regionen: Späte Sommer- bis Frühherbstaussaat, wenn die Nächte kühler werden.
- Aussaatabstand: Samen in Reihen mit etwa 5 cm Abstand und einer Tiefe von 1,3 bis 2 cm einbringen.
- Dünnung: Wenn die Keimlinge 5–7 cm hoch sind, auf 15 cm Abstand vereinzeln, um genügend Platz für die Wurzeln und Blätter zu gewährleisten.
2. Mangold erfolgreich pflegen – Tipps für gesundes Wachstum
Dünger & Versorgung
Ist der Boden gut vorbereitet mit organischem Material, ist meist keine weitere Düngung nötig. Nach dem Anwachsen der Wurzeln, wenn sie etwa daumendick sind, empfehlen sich ausgewogene Dünger oder gut verrotteter Geflügeldünger.
Achte darauf, dass Dünger oder Kompost nicht auf die Blätter gelangen, um Verbrennungen zu verhindern. Wöchentliches Besprühen der Blätter mit fisch- oder algenbasierten Pflanzenschutzmitteln kann ebenfalls förderlich sein.
Bewässerung
Regelmäßige und gleichmäßige Bewässerung ist essenziell – zu trockener Boden lässt die Wurzeln platzen. Ideal ist eine Tropfbewässerung, die konstant Feuchtigkeit gewährleistet. Falls du per Hand gießt, solltest du häufiger kleine Mengen verteilen. Eine Wassermenge von circa 2,5 cm pro Woche ist optimal, abhängig vom Niederschlag.
Mulchen
Da Mangold etwa fünf Monate zur Ernte benötigt und das Wetter stark schwanken kann, empfiehlt es sich, die Pflanzen mit Stroh oder ähnlichem Material bis zu einer Höhe von ca. 2,5 cm zu mulchen. So wird der Bodenfeuchtigkeitshaushalt stabilisiert und Temperaturschwankungen werden ausgeglichen.
3. Häufige Probleme und ihre Lösung beim Mangold-Anbau
Nährstoffmangel
- Kaliummangel: Erkennbar an gelben Blättern bei grünen Blattadern. Behandle mit Kaliumdünger (Pulver oder Flüssigkeit) eingearbeitet im Boden.
Blattkrankheiten und Schädlinge
- Echter Mehltau (Falscher Mehltau): Beginnt mit gelblichen und braunen Flecken auf Blättern, hemmt das Wachstum und kann zum Absterben der Pflanze führen. Ausreichender Abstand und gute Luftzirkulation sind entscheidend.
- Damping-off: Dabei verpilzen Sämlinge und sterben ab. Vermeide zu feuchte Bedingungen und halte die Erde locker.
- Blattläuse: Saugen Pflanzensaft und übertragen Krankheiten. Natürliche Bekämpfungsmethoden sowie gezielter Pflanzenschutz helfen.
- Rost: Pilzbefall, der rostähnliche Flecken an der Blattunterseite verursacht. Am besten mit zertifiziert samenfreiem Saatgut starten und bei Befall Fungizide einsetzen.
- Flohkäfer: Sorgen für Fraßschäden und verbreiten Krankheiten. Kontrolliere frühzeitig und setze geeignete Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung ein.
- Blattminen: Erkennbar an geschwungenen Linien oder Flecken im Blattgewebe. Entferne befallene Blätter oder setze frühzeitig Insektizide ein.
4. Ideale Nachbarn im Gemüsegarten – Mischkultur mit Mangold
Die richtige Nachbarschaft fördert das Wachstum und schützt vor Schädlingen. Mangold wächst gut neben:
- Mangold (Chard), Rosenkohl, Kohlrabi, Zwiebeln, Blumenkohl, Brokkoli, Salat, Kartoffeln, Tomaten, Mais, Auberginen und Paprika.
Vermeide die Pflanzung neben Stangenbohnen, Krokus oder Senf, da diese Pflanzen nicht gut harmonieren.
5. Mangold ernten und geniessen
Die Wurzeln sind 4 bis 5 Monate nach der Aussaat erntereif. Vermeide zu große Wurzeln, da diese holzig werden können. Mangold wächst größer als Rote Bete und überzeugt durch seine vielseitigen Zubereitungsmöglichkeiten:
- Frisch geraspelt im Salat
- Eingelegt, geröstet oder gekocht und zu Püree verarbeitet
- Sogar als Biergrundlage kann Mangold dienen
- Sein hoher Zuckergehalt macht ihn auch für Desserts interessant
- Blätter und Stiele können roh oder gekocht gegessen werden
6. Samen aus Mangold gewinnen – Saatgut sparen leicht gemacht
Mangold ist ein zweijähriges Gemüse und bildet im zweiten Jahr Blüten und Samen aus. Das Saatgut zu sichern, lohnt sich, da es oft schwierig zu bekommen ist, vor allem als Erbensaatgut.
Die Blütenstände werden abgeschnitten und kopfüber aufgehängt, bis sie vollständig getrocknet sind. Anschließend lassen sich die Samen einfach ausklopfen und in einem luftdichten Behälter, vorzugsweise im Kühlschrank im Gemüsefach, bis zu drei Jahre lagern.
Fazit: Mangold als vielseitige und lohnende Gemüsepflanze
Wenn du Spaß am Anbau von Roter Bete hast, wirst du Mangold lieben – er ist ebenso unkompliziert im Anbau und bringt reichhaltige Ernten. Achte auf einen geeigneten Standort mit ausreichend Wasser und gegebenenfalls etwas Schatten in heißen Regionen.
Teile gern deine Erfahrungen und Tipps zur Zubereitung und Pflege von Mangold mit uns!
