Schafgarbe (Yarrow) Anbauen: Die Besten Sorten, Pflegetipps und Ernte
Sie suchen eine heimische Pflanze, die sich perfekt als Bodendecker oder zur Begrenzung im Garten eignet? Schafgarbe könnte genau das Richtige für Sie sein. Die robuste, mehrjährige Pflanze zieht zahlreiche Bestäuber an und benötigt, einmal etabliert, kaum Pflege.
Was ist Schafgarbe?
Schafgarbe (botanisch Achillea millefolium) ist eine mehrjährige krautige Pflanze mit Blütenköpfen, die aus dutzenden winzigen, dicht gepackten Blüten bestehen. Sie ist in vielen Farben erhältlich, darunter verschiedene Rosatöne, Rot und Gelb – kurzum: jede nur denkbare Nuance.
Die aromatische Heilpflanze wird seit Jahrhunderten geschätzt und kann bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt werden. Somit ist Schafgarbe sowohl eine wunderschöne Zierpflanze im Blumenbeet als auch eine wertvolle Ergänzung im Kräutergarten.
Beliebte Schafgarben-Sorten
- Coronation Gold: Diese Sorte begeistert mit senfgelben Blüten und silbergrauen Blättern – ein echter Hingucker im Garten.
- Apple Blossom: Ein Kreuzung von zwei Sorten mit purpurrosa Blüten, die 5-8 cm breit sind.
- Fanal: Auch als „Leuchtturm“ bezeichnet, trägt diese Sorte rote Blüten mit gelben Zentren.
- Paprika: Eine Hybride mit ziegelroten Blüten (5-8 cm breit), die später zu zartem Rosa verblassen.
- Cerise Queen: Produziert leuchtend pinkfarbene Blüten, die sich wunderbar vom dunkelgrünen Laub abheben. Diese Pflanzen erreichen eine Höhe von 30-90 cm.
Standortwahl und Pflanzbedingungen für Schafgarbe
Schafgarbe wächst oft sehr ausladend und kann invasiv werden. Wählen Sie daher einen Platz, an dem eine wildere Ausbreitung nicht stört.
Wuchszone
Die Schafgarbe ist in der nördlichen Hemisphäre heimisch (Nordamerika, Europa, Asien) und gedeiht in den Winterhärtezonen 3 bis 9 – ein sehr großer Bereich.
Sonneneinstrahlung
Für kompakte Wuchsformen und üppige Blüte sollte der Standort sonnig bis vollsonnig sein. Im Halbschatten neigen die Pflanzen zum Verholzen und schwachen Wachstum.
Bodenbeschaffenheit
Schafgarbe bevorzugt durchlässige Böden. Lockern Sie das Beet vor dem Pflanzen auf 30–38 cm Tiefe mit einer Gartenfräse und arbeiten Sie 5–10 cm Kompost ein.
Sie verträgt fast alle Bodenarten – sandig, tonig oder lehmig – solange die Drainage stimmt. Der pH-Wert sollte zwischen 4,0 und 8,0 liegen.
Schafgarbe aus Samen anbauen
- Starten Sie 6–8 Wochen vor dem letzten Frosttermin die Aussaat im Haus.
- Füllen Sie Anzuchttöpfe mit feuchter Anzuchterde und säen Sie die Samen oberflächlich aus, nicht zu tief!
- Stellen Sie die Töpfe an einen warmen, sonnigen Platz.
- Die Keimdauer beträgt 14–21 Tage. Geduld ist gefragt!
- Zur Beschleunigung können Sie die Töpfe mit Folie abdecken, die nach dem Keimen entfernt wird.
Propagation durch Stecklinge
Eine häufigere Vermehrungsmethode ist die Teilung der Pflanzen oder Stecklingsentnahme von bewährten Exemplaren.
- Schneiden Sie etwa 15 cm junge Triebe ab.
- Entfernen Sie die unteren 5 cm Blätter und tauchen Sie den Steckling in Bewurzelungshormon (im Gartencenter erhältlich).
- Pflanzen Sie die Stecklinge in einen mit Anzuchterde gefüllten Topf und stellen Sie sie an einen warmen, hellen Ort.
- Halten Sie die Erde feucht, und nach etwa drei Wochen prüfen Sie durch vorsichtiges Ziehen, ob sich Wurzeln gebildet haben.
Der ideale Pflanzzeitpunkt und Pflanzabstand
Die beste Zeit, Schafgarbe ins Beet zu setzen, ist im Frühling oder Frühsommer, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Ermitteln Sie die letzte Frost-Datum anhand Ihrer USDA-Pflanzzone.
Gießen Sie die Pflanzen nach der Pflanzung gut und regelmäßig, um eine optimale Anwurzelung zu fördern.
Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 30–60 cm betragen, damit sie ausreichend Platz zum Wachsen haben.
Pflegehinweise für Schafgarbe
Diese Pflanzen sind pflegeleicht und eignen sich perfekt für Gärtner mit wenig Zeit oder weniger grünem Daumen.
Wasserbedarf
Schafgarbe ist trockenheitsresistent und benötigt etwa 2,5 cm Regen pro Woche. Einmal etabliert, kommen die Pflanzen auch mit deutlich weniger aus. Bei Trockenperioden empfiehlt sich wöchentliches Gießen, um Farbenpracht zu erhalten.
Verblühte Blüten entfernen (Deadheading)
Im Sommer sollten welke Blüten regelmäßig entfernt werden. Das fördert eine zweite Blüte und verlängert die Blühphase.
Teilung der Pflanzen
Alle 3–5 Jahre empfiehlt sich eine Teilung der Stauden, um die Vitalität zu erhalten. Dies ist am besten im Frühjahr oder Herbst möglich. Entfernen Sie abgestorbene oder beschädigte Pflanzenmitten und teilen Sie das Wurzelwerk.
Die abgetrennten Pflanzenteile lassen sich gut verschenken oder an anderen Stellen im Garten einpflanzen.
Düngung
Im Frühling ist eine Kompostgabe um die Basis der Pflanzen ideal. Damit bleibt die Schafgarbe gesund und kräftig.
Häufige Schädlinge und Erkrankungen bei Schafgarbe
Schafgarbe ist allgemein ein krankheitsresistentes Gewächs. Trotzdem können einige Probleme auftreten:
Echter Mehltau
Diese Pilzkrankheit zeigt sich durch weiß-grauen Belag auf den Blättern, oft erst spät im Sommer bei trocken-warmen Bedingungen.
Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und entsorgen Sie diese nicht auf dem Kompost. Fungizide können gezielt eingesetzt werden. Auch Backpulver zur Vorbeugung ist ein Hausmittel.
Verbessern Sie die Luftzirkulation durch Ausdünnen und vermeiden Sie das Gießen von oben, da Wasser die Sporen verschleppen kann.
Rost
Rost ist ebenfalls ein Pilz, der auf Blattunterseiten weiße, später rostrote bis schwarze Pusteln ausbildet. Starker Befall führt zu Blattfall und Wachstumsschäden.
Infiziertes Laub entfernen und Gartenabfall entsorgen. Kupfersprays und Schwefelpulver helfen gegen den Pilzbefall.
Schaumzikade (Spittlebug)
Diese Schädlinge produzieren schuimartigen Nestschutz, der wie Spucke aussieht und die Tiere vor Fressfeinden schützt.
Bekämpfen lässt sich die Schaumnestbildung durch starken Wasserstrahl oder Förderung natürlicher Fressfeinde wie Spinnen und Wespen. Insektizide sind aufgrund des geringen Schadens potentiell nützlicher Insekten abzulehnen.
Ernte und Verwendung der Schafgarbe
Früher war Schafgarbe ein unverzichtbares Heilkraut und Bestandteil jeder Klostergärtnerei. Dank blutstillender Wirkung wurde die Pflanze geschätzt und sogar als Insektenschutz an Kleidung angebracht.
Heutzutage nutzen viele Schafgarbenblätter und -blüten bei Erkältung, Verdauungsbeschwerden und möglicherweise zur Linderung des Reizdarmsyndroms.
Ernten Sie die Pflanzen am besten während der Blüte. Für medizinische Zwecke sammeln Sie frische oder getrocknete Blätter und Blüten.
Zum Trocknen hängen Sie die Blütenstände kopfüber in kleinen Bündeln an einem schattigen, luftigen Ort auf. Frisch oder getrocknet sind sie eine aromatische Ergänzung für Tees.
Junge Blätter eignen sich frisch geschnitten hervorragend als Salatbeigabe. Zudem kann Schafgarbe als Hopfenersatz beim Bierbrauen verwendet werden.
Fazit: Schafgarbe – Einfach zu pflegen, vielseitig und schön
Ob als bunte Ergänzung im Staudenbeet, als naturfreundliche Bienenweide oder als Heilpflanze – Schafgarbe überzeugt durch Schönheit, Robustheit und wenig Pflegeaufwand. Probieren Sie es aus und erleben Sie die vielfältigen Vorteile dieser großartigen Pflanze in Ihrem Garten!
