Kresse Anbauen: Die besten Sorten, Pflanzanleitung, Pflege, Probleme und Ernte
Kresse ist ein so einfach zu ziehendes Grün, dass ich überrascht bin, dass sie nicht noch populärer ist. Viele wissen nicht einmal, was ich meine, wenn ich von Kresse spreche – doch ich finde, es lohnt sich wirklich, sie anzubauen. Starten wir eine Petition, damit Kresse zum nächsten Trendgemüse wird!
Was ist Kresse?
Kresse wird auch als Pfefferkraut, Pfefferkresse, Gartenkresse oder Pfeffergras bezeichnet. Verwirren lassen sollte man sich von den vielen Namen nicht – dieses einjährige Blattgemüse gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), hat aber einen ganz eigenen, unverkennbaren Geschmack, der sich von anderen Brassica-Gewächsen unterscheidet.
Kresse wird häufig als Microgreen angebaut und Salaten beigemischt. Ähnlich wie Rucola, nur mit einem knackigeren, frischeren Biss. Wichtig ist, dass Kresse sehr schnell wächst – sobald sie kleine weiße Blüten bildet, wird sie bitter und ungenießbar. Deshalb sollte zeitnah geerntet werden.
Die Pflanze ist so unkompliziert, dass sie fast wie eine Luftpflanze wachsen kann: Kresse braucht kaum Erde, kann fast überall keimen und gedeiht mit wenigen Nährstoffen. Der wichtigste Faktor ist ausreichend Feuchtigkeit – Kresse liebt sehr feuchte Böden.
Kresse-Sorten
- Kresse: Die Standardvariante mit flachen, glatten Blättern.
- Gekrauste Kresse (gewellte Kresse): Hat krause, fransige Blätter mit mehr Textur. Sie ist zweijährig.
- Wasserkresse: Meine Lieblingskresse und ein hervorragendes Salatgrün. Wasserkresse ist mehrjährig und wächst am besten in feucht-nassen Böden.
Kresse Anpflanzen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Standort und Boden
Kresse wächst gut in den Klimazonen 6 bis 9. Für die optimale Entwicklung benötigt sie vollen Sonnenschein, außer in heißen Regionen, dort ist ein Platz im Halbschatten besser geeignet. Der Boden sollte nährstoffreich, gut durchlässig und leicht sauer bis neutral sein (pH 6,0 bis 6,8). Wasserkresse verlangt stets feuchte bis nasse Bedingungen und kann sogar hydroponisch in flachen Wasserbehältern gezogen werden.
Aussaat drinnen und draußen
Eine Voranzucht im Haus ist nicht notwendig, da Kresse sehr schnell keimt und geerntet werden kann. Wer drinnen vorziehen will, sollte die Aussaat 4–6 Wochen vor dem letzten Frosttermin durchführen und die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen 3 Tage abhärten.
Die Aussaat im Freien erfolgt direkt nach dem letzten Frosttermin im Frühjahr oder im Spätherbst für eine Winterernte. Die Samen nur leicht in feuchten Boden drücken, nicht zu tief vergraben, um eine gleichmäßige Keimung zu gewährleisten. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 10 und 15°C.
Abstand und Pflanzung
Die Samen dicht säen und die Pflanzen nach dem Keimen auf etwa 15 cm Abstand vereinzeln.
Kresse im Topf ziehen
Kresse eignet sich hervorragend für den Anbau im Topf, auf der Fensterbank oder auf kleinem Raum. Halten Sie den Boden oder das Substrat gleichmäßig feucht. Perfekt für den ganzjährigen Frischevorrat auch ohne Garten.
Kresse Pflegen: Tipps für eine reiche Ernte
- Bewässerung: Boden stets feucht halten, besonders bei Wasserkresse und während der Keimphase.
- Unkraut entfernen: Unkräuter entfernen, da sie Krankheiten verbreiten können.
- Mulchen: Mulch hilft, die Bodentrockenheit zwischen den Wassergaben zu verhindern.
- Düngung: Kresse benötigt kaum Dünger. Bei Bedarf mit flüssigem Dünger sparsam nachhelfen. Hydroponisch angebaute Kresse unbedingt mit einem kelphaltigen Flüssigdünger versorgen.
- Nachsaat: Wegen des schnellen Wachstums empfiehlt sich eine Nachsaat alle zwei Wochen – so steht jederzeit frische Kresse bereit.
Häufige Probleme beim Kresse-Anbau und Lösungen
Falscher Umgang mit der schnellen Wachstumsgeschwindigkeit
Kresse wächst sehr schnell und muss regelmäßig geerntet werden. Wenn sie zu lange stehen bleibt, blüht sie und wird ungenießbar. Daher ist Organisation beim Ernten das A und O.
Schädlinge und Krankheiten
- Flohkäfer: Kleine, springende Käfer, die Blätter zerbeißen und Krankheiten übertragen. Bekämpfung mit einer Mischung aus 1 Tasse Wasser, ½ Tasse Isopropylalkohol und 1 Teelöffel Spülmittel oder mit weißen Klebefallen.
- Schwarzfäule (Black Rot): Verursacht V-förmige Läsionen und Schwarzverfärbungen an Blättern. Vorbeugung durch Kauf krankheitsfreier Samen, Fruchtfolge, Unkrautbekämpfung und gezielte Bodenbewässerung.
- Falscher Mehltau: Grau-runder Schimmelpilz auf der Blattunterseite mit weißen bis gelben Flecken oben. Gute Luftzirkulation schaffen und Feuchtigkeit auf Blattoberflächen vermeiden.
- Schwarzbein: Pilzinfektion mit braunen bis violetten Läsionen und Stängel-Kränkungen. Fruchtfolge und Abstand der Pflanzen sowie bodennahe Bewässerung helfen dagegen.
- Wurzelgallen (Clubroot): Gallen an den Wurzeln führen zu Welkeerscheinungen. Kalkgabe und Fruchtfolge verhindern diese Krankheit.
- Anthraknose: Blatt- und Stängelläsionen. Schadensbegrenzung durch Kalkgabe, resistente Sorten und sterile Erde.
- Alternaria-Blattflecken: Zielscheibenartige Blattflecken, meist kosmetisch, können aber Ernte beeinträchtigen. Unkraut meiden, Fruchtfolge einhalten und zertifizierte Samen verwenden.
Kresse als Begleitpflanze
Kresse ist eine schnell wachsende, kurzlebige Pflanze und kann gut zwischen anderen Pflanzen gesetzt werden. Gut geeignet zum Zusammenpflanzen mit:
- Schnittlauch
- Zwiebeln
- Minze
Mit Kopfsalat sollte Kresse dagegen nicht zusammen gepflanzt werden.
Kresse Ernten und Verwenden
Kresse wird jung geerntet, üblicherweise wenn die Pflanzen einige Zentimeter hoch sind. Am besten mit einer Schere die Triebe abschneiden. Man kann zwei Ernten von einer Aussaat erzielen. Frisch geerntete Kresse kühl aufbewahren, sollte aber innerhalb weniger Tage verwendet werden, da sie schnell verdirbt.
Kresse eignet sich hervorragend als Salatgrün oder als würzige Garnitur für viele Gerichte. Gekocht schmeckt sie allerdings bitter – daher immer roh genießen. Besonders beliebt ist Kresse als gesunder Ersatz für Salat in Sandwiches und für den extra Vitamin-Kick.
Fazit: Kresse das perfekte einfache Grün für Garten und Fensterbank
Sie möchten jetzt Kresse anbauen? Sie müssen nicht warten, denn Kresse wächst sehr schnell und kann ganzjährig drinnen gezogen werden – alles was Sie brauchen sind ein Saatgutpäckchen und ein Behälter mit Erde oder Wasser. Kresse ist einfach zu kultivieren, perfekt für Einsteiger und ein tolles Gartenprojekt auch für Kinder.
