Angelica: Sorten, Pflanzanleitung, Pflege, Probleme und Ernte

Angelika Anbauen: Sorten, Pflanzanleitung, Pflege, Probleme und Ernte

Angelika (Angelica archangelica) ist ein faszinierendes Kraut, das in vielen Gärten unterschätzt wird. Obwohl es nicht sehr bekannt ist und Samen oft schwer zu finden sind, lohnt sich der Anbau. Angelika verleiht Getränken wie Gin und Wermut eine einzigartige Note und ist zudem vielseitig als Tee, in Süßigkeiten oder Kuchen verwendbar. Ihr Geschmack erinnert an Lakritz und macht sie zu einer unverzichtbaren Pflanze für Hobbygärtner und Kräuterliebhaber.

Was ist Angelika?

Angelika gehört zur Familie der Doldenblütler und ist eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr wächst sie hauptsächlich vegetativ, im zweiten Jahr blüht sie. Neben dem kulinarischen Wert besitzt Angelika auch eine lange Tradition als Heilpflanze, die gegen unterschiedliche Leiden eingesetzt wird – von Verdauungsbeschwerden bis hin zu Schlafproblemen.

Angelika Sorten & Unterschiede

Für den Garten empfiehlt sich ausschließlich die essbare Angelika archangelica. Achtung: Es gibt auch Zier-Engelwurzarten, deren Blätter glänzend sind, wohingegen die essbare Angelika matte, grüne Blätter aufweist.

Angelika Anbau: Die wichtigsten Bedingungen

Wuchszone & Standort

  • Geeignete Pflanzzonen: 4 bis 9
  • Standort: Bevorzugt halbschattige bis sonnige Plätze, besonders in warmen Regionen auf Halbschatten achten
  • Angelika liebt feuchte Plätze und eignet sich hervorragend für Teichufer, Feuchtgebiete oder Wassergärten

Boden & Pflanzsubstrat

  • Lockerer, gut durchlässiger Boden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 7,4
  • Humusreich und möglichst immer feucht halten, aber Staunässe vermeiden

Angelika Pflanzen: Schritt-für-Schritt Anleitung

1. Saatgut vorbereiten

Angelika benötigt eine Kaltkeimung (Stratifizierung), idealerweise die Samen vor dem Auspflanzen mindestens eine Woche im Kühlschrank lagern. Dies zerstört auch eventuelle Schädlinge wie Blattläuse.

2. Aussaatzeitpunkt

  • Direktsaat im Herbst: Samen im Spätherbst im Freiland aussäen, damit sie den Winter über im Boden verbringen
  • Frühjahrsstart: Samen im Kühlschrank lagern und im zeitigen Frühjahr aussäen

Die Samen keimen am besten bei Temperaturen über 15°C und benötigen nach der Überwinterung ca. 4 Wochen Wärme.

3. Aussaat & Abstand

  • Die Samen nur leicht in die Erde drücken, da sie Licht zum Keimen brauchen
  • Pflanzenabstand ca. 60 cm bis 90 cm (2 Fuß), da Angelika bis zu 2 Meter hoch und 1 bis 1,5 Meter breit werden kann
  • Je nach Bedarf später ausdünnen

4. Pflanzung im Topf

Für Kübelanbau wählen Sie einen Topf mit mindestens 40 cm Durchmesser und etwa 30 cm Tiefe. Vermischen Sie die Blumenerde mit etwas Sand oder Perlit für bessere Drainage. Regelmäßig gießen und auf ausreichend Licht achten.

Pflege und Düngung von Angelika

Bewässerung

Angelika liebt feuchte, aber nicht nasse Böden. Gießen Sie regelmäßig, verzichten Sie aber auf Staunässe. Die Pflanze kann in Trockenperioden Wasser aus ihren Wurzeln ziehen, daher nicht zu viel wässern.

Düngen

Im Wachstumszeitraum einmal im Monat mit einem hochwertigen Universal-Dünger versorgen, um kräftiges Wachstum zu fördern.

Rückschnitt

Die Blütenstände werden tall und können bei starkem Wind umfallen. Ein Rückschnitt ist nicht zwingend nötig, da die Pflanze im Winter abstirbt. Für ein schönes Gartenbild kann man die Pflanze nach dem Absterben auf Bodenniveau schneiden.

Mulchen

In heißen und trockenen Regionen empfiehlt sich eine Mulchschicht, um die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und die Pflanze vor übermäßiger Verdunstung zu schützen.

Probleme beim Angelika-Anbau und ihre Lösungen

Blattläuse

Junge Angelikapflanzen sind anfällig für Blattläuse. Regelmäßige Behandlung mit Neemöl oder das Abbrausen mit einem starken Wasserstrahl hilft, den Befall einzudämmen.

Schnecken und Nacktschnecken

Diese Schädlinge können vor allem junge Pflanzen erheblich schädigen. Verwenden Sie geeignete Schneckenschutzmethoden, z. B. Schneckenzäune oder Pellets mit Bitterstoff.

Blattminierer

Diese Insekten hinterlassen Tunnel in den Blättern und beeinträchtigen das Pflanzenbild. Neemöl oder biologisches Pyrethrum reduzieren den Befall effektiv.

Mehltau

Mehltau zeigt sich als weißer Belag auf Blättern. Vorbeugend nur bodennah gießen, Staunässe vermeiden und bei Bedarf Fungizide einsetzen.

Ernte und Einsatzmöglichkeiten von Angelika

Erntezeitpunkte

  • Stängel: April bis Mai des zweiten Jahres
  • Wurzeln: Herbst des ersten Jahres
  • Samen: Sommer, sobald sie reif sind – schnell ernten, da sie nicht lange haltbar sind

Verwendung

  • Die Stängel können kandiert, gebacken oder blanchiert werden – sie erinnern geschmacklich an Sellerie
  • Blätter lassen sich wie Spinat kochen oder als Tee gegen Erkältung verwenden
  • Die Samen eignen sich als Raumduft, da sie beim Verbrennen angenehm riechen

Angelika ist eine vielseitige Pflanzen, die als Tee, Gewürz oder Heilpflanze vielseitigen Nutzen bietet und dabei relativ pflegeleicht ist. Probieren Sie es aus und lassen Sie uns wissen, wie Sie Angelika am liebsten verwenden!

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