Minze anbauen und richtig verwenden
Ob als erfrischender Tee oder klassische Sauce zu Lammbraten und neuen Kartoffeln – Minze zählt zu den vielseitigsten Küchenkräutern. Außerdem ist sie ein echter Gewinn für den Garten, denn sie zieht hilfreiche Insekten an, wie Schwebfliegen, Florfliegen und Schmetterlinge.
Minze richtig anbauen
Minze wächst ausgesprochen robust und breitet sich rasch aus – sie kann schnell zur Plage werden, wenn man sie nicht kontrolliert. Deshalb sollten Sie Minze am besten an einem Ort pflanzen, an dem eine Ausbreitung kein Problem darstellt. Alternativ lässt sie sich auch gut in Kübeln oder begrenzten Beeten kultivieren.
Es gibt viele verschiedene Minzsorten, darunter Pfefferminze, grüne Minze, Bergamotte, Apfelminze, Ananasminze, Orangenminze und Wiesenminze. Am bekanntesten ist vermutlich die Pfefferminze, die Sie an ihren violetten Blättern erkennen. Minzpflanzen haben typische viereckige Stängel und werden zwischen 30 und 90 Zentimeter hoch.
Minze wächst auf diversen Bodentypen, bevorzugt aber lockeren, nährstoffreichen Boden, damit sie sich gut ausbreiten kann. Sie wächst dicht am Boden und sendet sogenannte Ausläufer (Stolonen) aus, die teils unterirdisch, teils oberirdisch wachsen. Die Pflanze ist während der gesamten Vegetationszeit wuchsaktiv.
Minze gedeiht sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Plätzen. Da sie so ertragreich ist, bekommt man von gärtnernden Freunden oft gerne Ableger geschenkt. Im Handel finden sich meist mindestens zwei verschiedene Minzsorten, auch Samen sind gut erhältlich. Minzsamen können direkt ins Freiland gesät werden, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Halten Sie den Boden bis zum Keimen feucht. Die Aussaat im Haus erfolgt acht bis zehn Wochen vor dem letzten Frost.
Zur Vermehrung eignen sich auch Stecklinge: Schneiden Sie dazu einen 8 bis 10 cm langen jungen Trieb von einer ausgewachsenen Pflanze ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stellen Sie den Stängel in ein Glas Wasser auf die Fensterbank. Nach etwa einer Woche bilden sich Wurzeln.
Ist die Minze einmal gut eingewachsen, erfordert sie wenig Pflege. Die Herausforderung besteht hauptsächlich darin, die Pflanzen in ihrem Wachstum zu kontrollieren. Regelmäßiges Schneiden zum Ernten der Blätter verhindert, dass sie unerwünscht wild wuchert.
Sie können Minze jederzeit ernten. Nach dem letzten Frost treibt sie aus und wächst bis zum Herbst weiter, bis der Frost die oberirdischen Triebe zurückfräst.
Pflegehinweise für Minze
Für ein besonders intensives Aroma sollten Sie die Minze regelmäßig zurückschneiden, damit frische Blätter nachwachsen. Nach der Blüte im Spätsommer schneiden Sie die Pflanzen bodennah zurück und düngen mit einem stickstoffbetonten Dünger. So fördern Sie einen kräftigen Neuaustrieb für die Ernte im Herbst.
Im Herbst können Sie die Pflanzen teilen, um neue Pflanzen zu gewinnen. Heben Sie dabei einen Horst aus, zerteilen ihn mit dem Spaten und entsorgen den älteren Mittelteil. Die vitalen äußeren Teile pflanzen Sie an einem neuen Standort ein. Kübelminze teilt man ebenfalls im Herbst. Stellen Sie Töpfe auf Füße, um Staunässe im Winter zu vermeiden.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
Minze ist meist recht widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten. Manchmal kann jedoch Rost auftreten, der sich als kleine orange Flecken an der Blattunterseite zeigt. In diesem Fall empfiehlt sich der Einsatz eines Fungizids und das Vermeiden ständiger Nässe, damit die Pflanzen zwischen den Wassergaben abtrocknen können.
Gestresste Minzpflanzen können auch von alltäglichen Gartenschädlingen befallen werden, etwa Weiße Fliegen, Spinnmilben, Blattläuse oder Schmierläuse. Oft lässt sich das Problem beheben, indem man die Wachstumsbedingungen optimiert.
