10 Häufige Tomatenkrankheiten, auf die Sie in Ihrem Garten achten sollten

10 Häufige Tomatenkrankheiten: Erkennen und richtig behandeln

Tomatenpflanzen sind anfällig für viele verschiedene Krankheiten, die den Ertrag erheblich mindern oder sogar ganze Ernten vernichten können. Pilz-, Virus- und Bakterienerkrankungen breiten sich schnell aus, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Da es für viele Tomatenkrankheiten keine Heilung gibt, ist ein frühzeitiges Erkennen und Vorbeugen besonders wichtig. In diesem Artikel erfahren Sie die 10 häufigsten Tomatenkrankheiten, ihre Erkennungsmerkmale und wie Sie sie effektiv behandeln können.

Die 10 häufigsten Tomatenkrankheiten im Überblick

1. Anthraknose

Anthraknose ist eine der häufigsten Pilzinfektionen bei Tomaten und verursacht Fruchtfäule. Erste Anzeichen sind kleine, runde Flecken auf den Früchten, die größer werden und in der Mitte dunkler erscheinen. Der Pilz lebt im Boden und infiziert die Pflanze durch Spritzwasser bei Bewässerung oder Regen. Besonders feuchte Witterung und schlecht drainierte Böden fördern die Ausbreitung.

Zur Vorbeugung sollten Sie möglichst die unteren Zweige entfernen, damit die Blätter nicht den Boden berühren, und ausschließlich am Pflanzenfuß gießen. Kupferhaltige Fungizide helfen bei der Bekämpfung. Weitere Informationen finden Sie in unserem Anthraknose-Ratgeber.

2. Bakterieller Fleck

Diese bakterielle Infektion wird durch Pseudomonas syringae pv. verursacht und führt zu kleinen, dunklen Flecken mit gelbem Rand auf Blättern und Früchten, die erhöht oder eingesunken sein können. Bakterieller Fleck tritt vor allem bei kühlem, feuchtem Wetter auf und wird durch Spritzwasser, Hände und Werkzeuge verbreitet.

Eine Heilung gibt es nicht. Gute Gartenhygiene, das Entfernen infizierter Pflanzen und abgestorbener Pflanzenteile sind entscheidend, um die Ausbreitung zu verhindern.

3. Früh- oder Alternaria-Blattfleckenkrankheit

Dieser Pilz wird von Alternaria solani hervorgerufen und kann über Jahre im Boden überdauern. Typisch sind braune, bulls-eye-förmige Flecken auf den unteren Blättern, die von gelb verfärbtem Gewebe umgeben sind. Befallene Blätter fallen schließlich ab, die Pflanze produziert aber meist weiter Früchte.

Organische Fungizide auf Kupfer- oder Bacillus subtilis-Basis sowie Bikarbonatmittel verlangsamen die Ausbreitung. Mulchen unter den Pflanzen schützt gegen Spritzbefall. Für mehr Details empfehlen wir unseren Leitfaden zur Frühblight.

4. Fusarium-Welke

Diese Pilzkrankheit wird durch Fusarium oxysporum verursacht und ist besonders in warmen Regionen zerstörerisch. Symptome zeigen sich zuerst durch hängende Blattstiele, dann welken ganze Zweige. Beim Durchschneiden des Stiels sind dunkle Längsstreifen sichtbar, manchmal dunkle Krebsgeschwüre an der Pflanzenbasis.

Die Sporen sind im Boden langlebig und breiten sich leicht aus. Eine Behandlung ist schwierig – betroffene Pflanzen müssen entfernt werden. Methoden wie Bodensolarisation können die Sporen im Boden reduzieren. Mehr Informationen finden Sie in unserem Fusarium-Welke-Ratgeber.

5. Spätfäule

Die Spätfäule (Phytophthora infestans) gilt als eine der zerstörerischsten Tomatenkrankheiten, besonders gefürchtet von Gärtnern. Sie zeigt sich durch unregelmäßige, feuchte, schleimige Flecken an Blättern und Stängeln, die von oben nach unten fortschreiten. Das gesamte Stängelgewebe kann schwarz faulen, oft sind weiße Sporen sichtbar.

Die Krankheit breitet sich schnell mit dem Wind aus und ist schwer zu kontrollieren. Befallene Pflanzen sollten sofort entfernt und verbrannt werden. Fungizide mit Bacillus subtilis können vorbeugend eingesetzt werden.

6. Mosaikvirus

Das Mosaikvirus infiziert Tomaten, schwächt die Pflanze und führt zu einer deutlichen Reduktion von Menge und Qualität der Früchte. Blattverfärbungen in Gelb- und Hellgrüntönen sowie gefleckte Früchte sind typisch.

Viren können nicht mit Fungiziden behandelt werden. Eine Infektion erfolgt durch Verletzungen. Verwenden Sie keine Samen von befallenen Pflanzen und vermeiden Sie den Kontakt mit infizierten Pflanzen.

7. Septoria-Blattflecken

Septoria-Blattflecken sind kleine, runde Flecken mit dunkelbraunen Rändern, die Blätter befallen, die dann gelb werden und abfallen. Der Pilz überwintert in Pflanzresten.

Zum Schutz entfernen Sie im Herbst alle Pflanzenreste, schneiden infizierte Blätter aus und desinfizieren alle Gartenwerkzeuge. Kupferbasierte biologische Fungizide sind effektiv gegen diesen Pilz.

8. Stemphylium Grauflecken

Diese Krankheit befällt ältere Blätter und Stängel der Pflanzen, jedoch keine Früchte. Flecken sind braun mit gelbem Hof und werden größer, bis sie grau-braun erscheinen.

Zur Bekämpfung entfernen Sie infizierte Pflanzenreste und behandeln frühzeitig mit wirksamen Fungiziden, um eine Ausbreitung zu verhindern.

9. Südliche Bakterielle Welke

Verursacht durch das Bakterium Ralstonia solanacearum, breitet sich diese Krankheit sehr schnell aus und ist hochgradig zerstörerisch. Erste Symptome sind welkende Blätter, die zunehmend gelb und braun werden und schließlich komplett absterben.

Beim Anschnitt der Stängel tritt schleimiges Sekret aus. Eine Heilung gibt es nicht. Infizierte Pflanzen müssen sofort entfernt werden. Durch Ausdünnung der Pflanze und verbesserte Luftzirkulation können Sie vorbeugen.

10. Verticillium-Welke

Diese Pilzkrankheit wird von Verticillium-Arten verursacht und führt zu einer Blockade der Leitgefäße in der Pflanze. Symptome zeigen sich durch langsames Welke und Vergilben sowie dunkle Verfärbungen im Inneren der Stängel.

Das Fungus bleibt im Boden und lässt sich im befallenen Jahr nicht bekämpfen. Das Vermeiden von Folgeinfektionen gelingt durch Fruchtwechsel und Bodensolarisation.

So beugen Sie Tomatenkrankheiten effektiv vor

  • Fruchtfolge einhalten: Pflanzen Sie Tomaten nicht jedes Jahr an derselben Stelle, um die Ansammlung bodenbürtiger Krankheitserreger zu verhindern.
  • Untere Blätter entfernen: Schneiden Sie die unteren Zweige ab, damit sie nicht den Boden berühren. Das verhindert Infektionen durch den Boden und verbessert die Luftzirkulation.
  • Gezielt gießen: Wässern Sie ausschließlich am Boden der Pflanze, um Blattnässe und dadurch Pilzinfektionen zu vermeiden.
  • Mulchen: Eine Mulchschicht aus Kompost, Stroh oder Laub verhindert das Hochspritzen von Krankheitserregern aus dem Boden auf die Pflanzen.
  • Pflege und Hygiene: Entfernen und entsorgen Sie zum Saisonende alle Pflanzenreste, insbesondere befallene Triebe. Kompostieren Sie keine kranken Pflanzenteile.

Gesunde Tomatenpflanzen sind die beste Grundlage, um Krankheiten vorzubeugen. Sollten Sie dennoch Befall feststellen, ist eine korrekte Diagnose entscheidend, um geeignete biologische oder chemische Mittel rechtzeitig anzuwenden. Informieren Sie sich bei Ihrem Fachhändler über passende Fungizide und Spritzmittel.

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