10 Häufige Probleme bei Rhabarberpflanzen: Schädlinge, Krankheiten und Umwelteinflüsse
Ein Rhabarberbeet, das hoch in der Sonne wächst, symbolisiert Frische und Sommer. Als eine der ersten Ernten im Jahr bringt der säuerliche Geschmack des Rhabarbers den perfekten Ausgleich zu den vielen süßen Frühlingsaromen. In der nordöstlichen Region kann man Rhabarber von Ende April bis Anfang August ernten und ihn in zahlreichen Gerichten als süß-herben Sommersnack verwenden.
Doch Schädlinge und Krankheiten können dieses Küchenhighlight schnell gefährden. In diesem Artikel erfahren Sie die 10 häufigsten Probleme beim Rhabarberanbau und wie Sie diese erfolgreich bekämpfen können.
Rhabarber richtig pflegen: Schädlinge und Krankheiten vermeiden
Rhabarber ist eine robuste Pflanze, die trotz ihrer Anspruchslosigkeit einigen Schädlingen und Krankheiten ausgesetzt sein kann. Mit gesundem Boden, ausreichend Sonne und guter Belüftung übersteht sie viele Angriffe aber hervorragend. Trotzdem ist Vorsorge das A und O, um auch langfristig eine reiche Ernte zu garantieren.
Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Rhabarberprobleme – von hungrigen Tieren bis zu gefährlichen Pilzerkrankungen – samt praxisnaher Tipps für eine nachhaltige Pflanzengesundheit.
1. Schädlinge: Pflanzenfressende Tiere
Die einzigen Pflanzenfresser, die tatsächlich meine Rhabarberpflanzen heimsuchen, sind meine Ziegen. Obwohl Rhabarber für Ziegen und Schafe giftig ist, suchen sie meine Pflanzen auf, ohne krank zu werden. Rehe, Elche und Opossums fressen Rhabarber ebenfalls, wenn keine verlockenderen Optionen vorhanden sind. Ein kleiner Zaun schützt daher effektiv vor diesen tierischen Rhabarberproblemen.
2. Schnecken und Nacktschnecken
Gerade in feuchten Jahreszeiten sind Schnecken und Nacktschnecken große Plagegeister, die vor allem die Blätter des Rhabarbers anknabbern. Da nur die Stiele verzehrt werden, sind Blattfraßschäden meist kein großes Problem. Ältere, robuste Blätter meiden die Schnecken außerdem fast komplett. Durch regelmäßiges Unkrautjäten und das Ausbringen von Kieselgur rund um die Pflanzen lässt sich der Befall hingegen verringern.
3. Rüsselkäfer (Curculio spp.)
Der etwa 1,5 cm lange, gelblich-braune Rüsselkäfer verursacht durch seinen langen Saugrüssel kleine Löcher und schwarze Flecken auf den Rhabarberstielen, da er dort seine Eier ablegt. Diese Käfer sind resistent gegen viele Spritzmittel, weshalb man sie am besten absammelt, an Hühner verfüttert oder in Öl ertränkt. Obwohl sie seltener vorkommen, richten sie oft erheblichen Schaden an.
4. Blattläuse (Schwarze Bohnenblattläuse)
Die schwarzen Bohnenblattläuse (Aphis fabae) lieben Rhabarber. Sie sammeln sich an Blattunterseiten und Stielen, saugen Pflanzensäfte und erzeugen klebrigen Honigtau, der Ameisen anlockt. Blattkanten rollen sich ein, das Wachstum stagniert, und Blätter vergilben bei starkem Befall. Eine Bekämpfung mit biologischen Mitteln ist hier ratsam.
5. Rhizomfäule (Kronenfäule)
Die gefährlichste Pilzerkrankung für Rhabarber ist Kronenfäule (Phytophthora spp.). Sie tritt auf, wenn der Boden zu lange nass und staunass bleibt. Pilze fressen die Pflanzkrone von innen und lassen ganze Pflanzen innerhalb weniger Wochen verfaulen. Befallene Pflanzen müssen sofort ausgegraben und verbrannt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Der Standort sollte für mehrere Jahre gewechselt und der Boden durch Solarisation behandelt werden.
6. Rostpilz
Rost zeigt sich als rostrote bis orange Flecken auf Blättern und manchmal Stängeln. Ursache ist meist ein feuchtes Milieu mit schlechter Luftzirkulation. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile, sammeln Sie diese am besten aus und entsorgen Sie sie außerhalb des Komposts. Reduzieren Sie zudem Düngung mit hohem Stickstoffanteil, um das Pflanzenwachstum und damit die Anfälligkeit zu verringern.
7. Blattfleckenkrankheit (Ascochyta-Blattflecken)
Diese Pilzerkrankung beginnt mit kleinen grünlich-gelben Flecken, die heranwachsen, weißliche Zentren entwickeln und braune, vertrocknete Ränder bekommen. Die Flecken können später Löcher in die Blätter fressen. Entfernen Sie betroffene Blätter und verbessern Sie die Gartenhygiene. Bei starkem Befall helfen kupferhaltige Fungizide.
8. Triebfäule (Anthraknose)
Beginnend mit welkenden Blättern und unansehnlichen Flecken an Stielen zerstört die Triebfäule die Stabilität der Halme. Betroffene Stängel welken, verbiegen und brechen schließlich ab. Entfernen und vernichten Sie diese Pflanzenteile umgehend und achten Sie auf ein robustes Pflanzenwachstum zur Prävention.
9. Ramularia-Blattflecken
Diese Krankheit verläuft ähnlich wie Ascochyta: kleine rote Flecken, die mit weißen, lila umrandeten Bereichen wachsen und schließlich zu verrotteten Stellen werden. Die Infektion breitet sich schnell von den Blättern auf die Stängel aus und verursacht faule Stellen. Entfernen Sie infizierte Pflanzenteile, vermeiden Sie das Kompostieren und greifen Sie bei Bedarf zu kupferbasierten Spritzmitteln.
10. Schwache und dünne Stängel
Manchmal wirkt das Rhabarberbeet kraftlos, obwohl keine Krankheit erkennbar ist. Ursache kann eine Überalterung der Pflanzen sein. Rhabarber sollte alle 3-5 Jahre geteilt werden, damit sich neue, kräftige Pflanzen entwickeln. Graben Sie die Pflanze aus, teilen Sie die Krone in mehrere Teile mit jeweils einigen Knospen und pflanzen Sie diese in nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Nach dem Teilen benötigt der Rhabarber etwa ein Jahr Ruhe, bevor Sie wieder ernten können.
Fazit: Mit diesen Tipps Rhabarber-Probleme effektiv vermeiden
Die meisten Rhabarberprobleme entstehen durch zu viel Feuchtigkeit, zu wenig Luftaustausch oder mangelnde Pflege. Regelmäßiges Unkrautjäten, eine gute Standortwahl mit ausreichend Sonne und durchlässigem Boden sowie der richtige Schnitt und Teilung der Pflanzen helfen, Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen. So können Sie sich problemlos an den säuerlichen Stielen erfreuen – von der Ernte im Frühling bis in den Sommer hinein.
Pflegen Sie Ihren Rhabarber mit diesen bewährten Methoden und lassen Sie sich von einer reichen, gesunden Ernte verwöhnen.
