11 Häufige Fehler beim Tomatenanbau und wie Sie sie vermeiden
Frische Tomaten sind der Inbegriff des Sommers! Kein Supermarkt kann den Geschmack selbstgezogener Tomaten wirklich erreichen. Doch obwohl Tomaten zu den beliebtesten Gartenpflanzen zählen, machen viele Hobbygärtner immer wieder vermeidbare Fehler, die den Ertrag und die Gesundheit der Pflanzen beeinträchtigen.
Ob Sie eine einzelne Tomatenpflanze im Kübel auf dem Balkon ziehen oder ein ganzes Tomatenbeet im Garten bestellen – um erfolgreiche und ertragreiche Tomaten zu ernten, sollten Sie diese 11 häufigen Fehler kennen und vermeiden.
1. Zu frühe Pflanzung
Tomaten mögen Wärme und meiden kalte Temperaturen. Nur wenn der Boden gut vorbereitet ist und die Bodentemperatur ausreichend hoch ist, sollten die Setzlinge ins Freiland gepflanzt werden. Die Jungpflanzen sollten eine Größe von 15 bis 20 cm (6-8 Zoll) erreicht haben und vor dem Auspflanzen gut abgehärtet sein, um Temperaturschwankungen besser zu überstehen.
2. Die falsche Tomatensorte wählen
Bei der Sortenwahl müssen Sie zwischen determinanten und indeterminanten Tomaten unterscheiden:
- Determinante Tomaten wachsen bis etwa 90 cm (3 Fuß) und hören dann auf zu wachsen, um Blüten und Früchte zu bilden. Sie sind leichter zu handhaben und ideal für kleine Gärten.
- Indeterminante Tomaten wachsen den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein weiter und bilden kontinuierlich neue Blätter und Früchte. Sie eignen sich hervorragend für die Ernte über einen langen Zeitraum.
Zudem ist es wichtig, zwischen Erbstücksorten („Heirlooms“) und Hybriden zu wählen. Erbstücke bieten Sortenreinheit und Vielfalt, während Hybride oft widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten sind. Empfehlenswert sind auch Sorten, die von Organisationen wie All-America Selections geprüft wurden.
3. Falscher Pflanzabstand
Ungenügender Abstand führt zu schlechter Luftzirkulation und Schattenwurf, was die Fruchtbildung mindert und Krankheiten fördert.
- Determinante Sorten: 45-60 cm Abstand (18-24 Zoll) zwischen den Pflanzen, Reihenabstand 120 cm (48 Zoll)
- Indeterminante Sorten: 60-90 cm Abstand (23-36 Zoll) zwischen den Pflanzen, Reihenabstand 150-180 cm (60-72 Zoll)
Optimaler Pflanzabstand sorgt für kräftige Pflanzen mit hoher Ertragsleistung.
4. Überdüngung
Tomaten benötigen einen ausgewogenen Dünger mit NPK-Werten, der zu Beginn und während der Fruchtbildung zugeführt wird. Ein guter Hausmittel-Dünger ist verdünnter Hühnermist (1 Tasse auf 15 Liter Wasser) zusammen mit zerdrückten Eierschalen zur Calciumversorgung.
Vermeiden Sie zu viel Stickstoff, denn dieser fördert zwar das Blattwachstum, kann aber die Fruchtbildung hemmen. Düngen Sie während der aktiven Fruchtphase alle zwei Wochen.
5. Falsche Bewässerung
5.1. Nicht zu oft gießen
Häufiges, flaches Wässern lässt die Wurzeln oberflächlich bleiben und begünstigt Pilzerkrankungen. Tiefes, selteneres Gießen fördert tiefe, kräftige Wurzeln.
5.2. Nicht von oben gießen
Wasser auf das Laub sorgt für Pilze und Bakterien. Die beste Methode ist die Tropfbewässerung, bei der das Wasser direkt an die Wurzeln gelangt.
5.3. Richtige Zeit zum Gießen
Gießen Sie idealerweise morgens früh oder am Abend wenn die Sonne nicht stark scheint. So kann das Wasser gut in den Boden einziehen ohne schnell zu verdunsten.
Tomaten brauchen je nach Standort und Wetterlage etwa 2,5 bis 5 cm Wasser pro Woche.
6. Fehlender Schnitt (bei indeterminanten Sorten)
Nur indeterminante Tomaten sollten regelmäßig ausgelichtet werden. Das Entfernen von Seitentrieben verbessert die Luftzirkulation, reduziert Krankheiten, beschleunigt die Reifezeit und erhöht die Fruchtgröße und -menge. Determinante Sorten sollten nicht geschnitten werden, da sonst der Ertrag leidet.
7. Kein Mulchen
Mulch sorgt für eine gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden, verhindert Unkraut und schützt die Pflanzen vor Krankheiten, die durch Spritzwasser übertragen werden. Ein Mulch aus 5–10 cm Stroh oder Holzspänen ist ideal. Die Mulchschicht sollte etwa 5 cm um den Stamm herum freigelassen werden, damit sich kein Faulen bildet.
8. Fehlende oder falsche Pflanzenstütze
Tomaten brauchen recht früh eine stabile Stütze, um das Gewicht der Früchte zu tragen und die Pflanzen trocken zu halten. Unterschieden werden:
- Pflanzstäbe (Staking): Holz- oder Metallstäbe (3–6 ft) werden mit Jute oder weichen Bändern zum hochbinden genutzt.
- Käfige (Caging): Drahtkörbe oder Betonstahlmatten, die einfach um die Pflanze gestellt werden. Besonders geeignet für determinate Sorten.
- Spaliere (Trellising): Für indeterminante Sorten kann ein Draht- oder Seilspalier genutzt werden, um das rankende Wachstum zu unterstützen.
Fazit
Tomaten erfolgreich anzubauen, ist keine Zauberei, sondern erfordert vor allem die richtige Pflege im richtigen Maß. Mit diesen Tipps vermeiden Sie klassische Fehler und sorgen für eine reiche Ernte voller aromatischer, frischer Tomaten.
Haben Sie Fragen oder eigene Erfahrungen zum Tomatenanbau? Teilen Sie Ihre Gedanken gern in den Kommentaren!
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