13 Häufige Probleme beim Anbau von Süßkartoffeln und wie man sie löst
Süßkartoffeln gehören zu den vielseitigsten und nährstoffreichsten Gemüsesorten, die Sie anbauen können. Sie vermehren sich schnell unter den richtigen Bedingungen und sind vergleichsweise pflegeleicht. Außerdem lassen sie sich an verschiedene Klimazonen anpassen. Trotz ihrer einfachen Handhabung können allerdings auch beim Anbau von Süßkartoffeln Probleme auftreten. In diesem Artikel erfahren Sie, welche 13 häufigen Herausforderungen beim Süßkartoffelanbau auftreten können – und vor allem, wie Sie diese erfolgreich meistern.
Wichtige Tipps für den gelungenen Süßkartoffelanbau
Eine gute Vorbereitung ist das A und O: Wechseln Sie regelmäßig die Anbauflächen, reinigen Sie Ihre Gartengeräte sorgfältig und besorgen Sie ausschließlich zertifizierte, krankheitsfreie Setzlinge (Slips). Kontinuierliche Kontrolle Ihrer Pflanzen hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und größere Schäden zu vermeiden.
Übrigens: Die Blätter der Süßkartoffelpflanze sind ebenfalls essbar. Einfach wie Spinat kurz anbraten und genießen.
1. Versorgte Setzlinge welken und sterben ab
Dies kann an ungeeigneten Boden- oder Wasserbedingungen liegen. Süßkartoffeln mögen keinen alkalischen Boden – der pH-Wert sollte idealerweise zwischen 5,5 und 6,5 liegen. Optimal sind gut durchlässige sandige oder lehmige Böden.
Zudem müssen die Setzlinge während des Anwurzelns stets feucht gehalten werden. Trockenheit lässt sie schnell vertrocknen und absterben. Weichen Sie den Boden vor dem Pflanzen gut auf und halten Sie die Setzlinge bis zum Einpflanzen feucht. Danach regelmäßig gießen, bis die Pflanzen fest verwurzelt sind.
2. Setzlinge zeigen Leben, bilden aber keine Ranken
Oft liegt das an der Auswahl schwacher oder kranker Setzlinge. Wählen Sie kräftige, fleischige Jungpflanzen aus und vermeiden Sie zu zarte Exemplare.
Pflanzen Sie die Setzlinge an einem sonnigen Standort ein, vergraben Sie sie bis zu den obersten Blättern und halten Sie den Boden gleichmäßig feucht. So gedeihen Ihre Süßkartoffeln prächtig.
3. Stängel welken und kippen um
Diese Symptome können auf Fusarium- oder Verticillium-Welke zurückzuführen sein – bodenbürtige Pilzkrankheiten, die viele Pflanzen befallen.
Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich der regelmäßige Wechsel der Anbauflächen sowie eine gründliche Bodenbearbeitung mit Tiefenlockerung und Solarisation zur Reduzierung der Pilzsporen. Kaufen Sie am besten resistente Setzlingssorten.
4. Blätter zeigen Flecken und fallen schnell ab
Hinter diesen Symptomen verbirgt sich häufig die Braunfleckenkrankheit (Alternaria leaf spot). Diese Pilzkrankheit ist nicht heilbar, lässt sich jedoch durch frühes Entfernen und Verbrennen der befallenen Pflanzen eindämmen.
- Beseitigen Sie Pflanzenreste am Boden, um Pilzquellen zu minimieren.
- Kürzen Sie unnötiges Laub, damit die Sonne besser den Boden erreicht.
- Setzen Sie zukünftig resistente Sorten ein.
- Eine Behandlung mit natürlichen Fungiziden kann helfen, das Risiko zu senken.
5. Knollen sind mit schwarzen Flecken bedeckt
Diese sogenannte Schwarze Fäule (Black Rot) wird durch den Pilz Ceratocystis fimbriata verursacht und betrifft vor allem Knollenpflanzen.
Vermeiden Sie den Anbau von Süßkartoffeln an derselben Stelle für mindestens vier Jahre und lockern Sie den Boden tiefgründig, um Pilzsporen durch Sonne abzutöten. Bei erneutem Befall kann eine Fungizidbehandlung notwendig sein.
6. Wurzeln zeigen schwarze Flecken an der Oberfläche
Hierbei handelt es sich meist um Rindenfleckenkrankheit (Scurf), verursacht durch den Pilz Monilochaetes infuscans. Sie bevorzugt warme, nicht zu feuchte Böden.
Das Problem ist oberflächlich: Einfach mit einer Bürste und einem scharfen Essigwasser abreiben, bevor Sie die Süßkartoffeln zubereiten.
7. Süßkartoffeln bleiben klein
Das liegt meist an Überwässerung. Zwar benötigen Süßkartoffeln regelmäßig Wasser, jedoch können zu hohe Wassermengen das Wachstum hemmen und zu kleinen Knollen führen.
Wässern Sie daher gleichmäßig und moderat über die gesamte Vegetationsperiode. Automatisierte Tropfbewässerungen mit Zeitschaltuhr sind eine praktische Lösung.
8. Knollen sind missgebildet
Steine oder grobkörniger Schotter im Boden behindern das Wachstum der Knollen. Die Wurzeln biegen sich um Hindernisse oder reißen auf – das führt zu unförmigen Knollen.
Um dies zu vermeiden, bearbeiten Sie den Boden mindestens 30 cm tief und entfernen Sie Steine größer als Erbsen vor dem Pflanzen.
9. Wurzeln sind lang und dünn, das Innere ist faserig
Hier dominieren tonige Böden mit schlechter Drainage, die zu Staunässe führen. Die Wurzeln leiden unter Sauerstoffmangel und entwickeln faseriges Fleisch.
Verbessern Sie den Boden mit reifem Kompost, Sand und weiteren lockeren Materialien, um die Belüftung zu verbessern.
10. Die Knollen sind nicht süß oder schmecken „komisch“
Diese Eigenschaft entsteht häufig, wenn die Süßkartoffeln zu spät geerntet werden, insbesondere bei kaltem Boden.
Ernten Sie die Knollen idealerweise, bevor die Bodentemperatur unter 13 °C (55°F) fällt. Nutzen Sie dazu lokale Infos zum ersten Frosttermin und ernten Sie etwa zwei Wochen früher.
11. Harte korkähnliche Stellen in den Knollen (auch nach dem Kochen)
Dies deutet auf das Sweet Potato Feathery Mottle Virus hin, das durch Blattläuse übertragen wird und harte, ungenießbare Stellen verursacht.
Verwenden Sie zum nächsten Anbau resistente Setzlinge und reduzieren Sie Blattläuse durch natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer sowie durch den Einsatz von Kieselgur rund um die Pflanzen.
12. Knollen sind voller Löcher
Der Süßkartoffelrüsselkäfer (Sweet Potato Weevil) ist ein gefürchteter Schädling, dessen Larven Knollen durchlöchern.
- Erhöhen Sie den Erdwall um die Pflanzenstängel, um das Eindringen der Käfer zu verhindern.
- Verteilen Sie Kieselgur großzügig um die Pflanzen zur Bekämpfung der Schädlinge.
Wurmlöcher können auch von Drahtwürmern stammen. Diese können im Boden durch kontrolliertes Überfluten ertränkt werden. Nach der Bewässerung sollte der Boden gut austrocknen, bevor erneut gepflanzt wird.
13. Süßkartoffeln faulen bei der Lagerung
Süßkartoffelschalen sind dünn und empfindlich. Ohne richtige Behandlung können die Knollen schnell faulen.
Lesen Sie unsere Tipps zum richtigen Aushärten von Süßkartoffeln, um die Haltbarkeit in der Lagerung zu erhöhen.
Sollten Lagerprobleme weiterhin auftreten, können Sie Süßkartoffeln bereits vorab schneiden, blanchieren und einfrieren, oder sie durch Einkochen zu Suppen und Soßen verarbeiten.
Fazit
Der Anbau von Süßkartoffeln ist erfreulich unkompliziert, wenn Sie auf geeigneten Boden und richtige Pflege achten. Regelmäßige Kontrolle hilft, Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen oder frühzeitig entgegenzuwirken. Mit den vorgestellten Tipps sind Sie bestens gerüstet für eine reiche und gesunde Ernte Ihrer Süßkartoffeln.
