14 Häufige Probleme beim Tomatillo-Anbau und wie Sie sie lösen können
Tomatillos sind eine geschätzte Zutat in der mexikanischen und mittelamerikanischen Küche. Sie werden häufig zu Salsa Verde verarbeitet oder zu Suppen, Eintöpfen und verschiedenen Füllungen hinzugefügt. Wenn Sie Probleme beim Anbau von Tomatillos haben oder planen, in diesem Jahr Tomatillos zu pflanzen, sollten Sie sich mit den potenziellen Herausforderungen vertraut machen. In diesem Artikel erfahren Sie die 14 häufigsten Probleme beim Tomatillo-Anbau und wie Sie diese erfolgreich meistern können.
Was sind Tomatillos?
Tomatillos gehören zur Familie der Nachtschattengewächse und sind nahe Verwandte von Tomaten und Physalis. Sie kommen in verschiedenen Farben vor, darunter Grün, Gelb, Orange und Violett. Charakteristisch ist ihre papierartige Hülle, die vor dem Verzehr entfernt werden muss. Roh schmecken sie etwas herber und säuerlicher als Tomaten, entfalten ihr volles Aroma jedoch erst durch Kochen, bei dem ihre Süße und die Aromen der Gewürze hervorgehoben werden.
Wenn Sie Freude am Anbau von Tomaten und Paprika haben, werden Sie den Anbau von Tomatillos ebenfalls lieben!
Häufige Probleme beim Tomatillo-Anbau und wie man sie löst
1. Fehlende Fruchtbildung
Tomatillos sind nicht selbstfruchtbar und benötigen mindestens zwei bis drei weitere Pflanzen zur Bestäubung. Werden nur einzelne Pflanzen gesetzt, bleiben oft nur die Hüllen ohne Früchte zurück. Pflanzen Sie daher mindestens drei bis vier Tomatillopflanzen in einem Umkreis von etwa drei Metern. Je mehr Pflanzen, desto besser die Ernte.
2. Schwarze und faule Fruchtböden (Blütenendfäule)
Diese häufige Krankheit entsteht durch Calciummangel während der Blütezeit. Dabei verfaulen die Früchte an der Unterseite, wodurch sie ungenießbar werden. Eine ausgewogene Düngung und das Vermeiden von Trockenstress helfen, diese Krankheit zu vermeiden. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Guide zur Vorbeugung von Blütenendfäule.
3. Gelbe Blätter
Gelbfärbung kann auf Stickstoffmangel oder Überwässerung zurückzuführen sein. Prüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit: Fühlt sich der Boden schlammig an, gießen Sie weniger häufig. Ist der Boden trocken, helfen stickstoffreiche Düngemittel wie Komposttee oder Blutmehl.
4. Allgemeines Wachstumsversagen
Tomatillos benötigen nährstoffreichen, gut durchlässigen und leicht sauren bis neutralen Boden sowie viel Sonne. Lehmböden oder alkalische Böden beeinträchtigen das Wachstum. In solchen Fällen empfiehlt sich die Anlage eines Hochbeets oder eine Bodenverbesserung durch Kompost.
5. Fusariumwelke (Damping-off)
Junge Sämlinge, die plötzlich umfallen und absterben, leiden oft an Fusariumwelke. Dieser Pilz befällt die Wurzeln und zerstört sie, sodass die Pflanze keine Wasser- und Nährstoffversorgung mehr hat. Zur Vorbeugung verwenden Sie befallfreie Erde, sorgen für gute Luftzirkulation und vermeiden dauerhafte Staunässe. Mehr zu Fusariumwelke erfahren Sie hier.
6. Früher Braunfleckenpilz (Alternaria solani)
Dieser Pilz verursacht gelbe Punkte auf den Blättern, die später braun werden und zum Absterben führen. Entfernen Sie befallene Blätter sofort und entsorgen Sie diese. Gießen Sie gezielt am Boden und vermeiden Sie die Blattnässe, insbesondere abends. Fungizide helfen zur Behandlung in frühen Stadien.
7. Physalis-Mosaik-Virus
Das Virus zeigt sich durch ein gelb-weißes Mosaikmuster auf den Blättern und kann auch Früchte befallen. Eine Heilung gibt es nicht. Entfernen und verbrennen Sie befallene Pflanzen und lassen den Boden mehrere Jahre ruhen. Regelmäßige Fruchtfolge und der Schutz vor blattläusenähnlichen Überträgern wie Thripsen sind entscheidend.
8. Septoria-Blattflecken
Dieses Pilzproblem zeigt sich durch rostbraune Flecken auf unteren Blättern. Halten Sie den Boden frei von Pflanzenteilen und vermeiden Sie Überwässerung. Bei Befall helfen Fungizide mit Kupfer oder Bacillus subtilis, wie z.B. Cease.
9. Anthraknose
Anthraknose verursacht schwarze, pelzige Flecken auf den Früchten. Es gibt keine Heilung, daher müssen betroffene Pflanzen verbrannt werden. Vermeiden Sie die Bewässerung von oben, um die Ausbreitung zu verhindern.
10. Schnecken und Nacktschnecken
Diese Schädlinge sind nachts aktiv und hinterlassen schleimige Spuren und Lochfraß. Nutzen Sie Kupferbänder, Bierfallen oder sammeln Sie die Schnecken von Hand und verfüttern Sie diese an Geflügel.
11. Würmer und Raupen
Armee-, Tomatenfrucht- und Hornwürmer sowie Zelt- und andere Raupen können Ihre Pflanzen kahlfressen. Nutzen Sie Schutznetze (Fliegengitter) oder kleben Sie die Stängel mit doppelseitigem Klebeband ab, um den Aufstieg zu verhindern.
12. Saugende Schädlinge
Weiße Fliegen, Blattläuse und Thripse können Wachstum hemmen und Krankheiten verbreiten. Behandeln Sie Ihre Pflanzen mit Neemöl und streuen Sie Kieselgur rund um die Pflanzen. Einsetzen von Nützlingen wie Marienkäfern, Florfliegen oder Piratenwanzen hilft ebenfalls.
13. Kartoffelkäfer
Diese Käfer befallen alle Nachtschattengewächse, darunter Tomatillos. Entfernen Sie die Käfer und deren Eier von Hand und behandeln Sie mit Neemöl. Weitere Tipps finden Sie in unserem Ratgeber zum Entfernen von Kartoffelkäfern.
14. Wurzelgallen-Nematoden
Diese kleinen Fadenwürmer legen ihre Eier in die Wurzeln und verursachen Vergilben und Absterben der Pflanzen. Entfernen und verbrennen Sie befallene Pflanzen und führen Sie eine Bodensolarisation durch, um die Nematoden abzutöten. Vermeiden Sie den Anbau von Fruchtgemüse in diesem Boden und setzen Sie stattdessen Kräuter und Blattgemüse.
Zusätzliche Tipps für gesunde Tomatillos
- Kaufen Sie widerstandsfähige Pflanzen, die gegen Krankheiten gezüchtet wurden.
- Praktizieren Sie Fruchtwechsel, um Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden.
- Gießen Sie immer bodennah, um Blattkrankheiten zu verhindern.
- Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen täglich auf Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen.
- Entsorgen Sie befallene Pflanzen immer durch Verbrennen, nicht durch Kompostieren.
Mit dem richtigen Wissen und etwas Sorgfalt wird der Tomatillo-Anbau zu einer lohnenden und leckeren Ergänzung in Ihrem Garten. Viel Erfolg und guten Appetit!
