15 Probleme bei der Grünkohlpflanze und wie man sie behebt

15 Häufige Probleme beim Anbau von Grünkohl und wie Sie diese lösen

Grünkohl gehört zu meinen Lieblingsgemüsen. In einem Pflanzenbeet voller Kohlgewächse reservieren wir immer zwei Parzellen speziell für Grünkohl, da er uns länger mit frischem Blattgemüse versorgt als jede andere Art. Trotz seiner Robustheit und Vielseitigkeit kann es beim Anbau von Grünkohl jedoch zu Problemen kommen.

Wenn unser Grünkohl nicht gedeiht, fragen sich viele, wie das passieren konnte – meistens ohne hilfreiche Tipps. Oft sind gerade die einfachsten Pflanzen in der Pflege die schwierigsten, wenn es um die Fehlersuche geht. Wenn Sie Sorgen wegen einer misslungenen Grünkohlernte haben, sind Sie nicht allein: Es gibt viele Gründe, warum Grünkohl nicht richtig wächst oder Schaden nimmt.

Die häufigsten Probleme beim Grünkohlanbau

Der Rot-Russische Grünkohl ist in unserem Haushalt ein Dauerfavorit – er ist zart genug für den Rohverzehr und robust genug, um die ersten Herbstfröste zu überstehen. Selbst lange nachdem der Salat geerntet ist, wächst unser Grünkohl oft bis zum ersten Schnee weiter.

Trotzdem ist Grünkohl nicht unverwundbar.

Wahrscheinlich sind Schädlinge das größte Problem beim Anbau von Grünkohl. Größere Schädlinge sind leichter zu erkennen als kleine. Besonders sind Erdhamster und Kaninchen bekannt dafür, Kohlgewächse anderen Pflanzen vorzuziehen. Einmal hatte ich einen Erdhamster, der alle Kohlgewächse in meinem Garten fraß, ohne eine andere Pflanze zu berühren.

Grünkohl ist kein krankheitsanfälliges Gemüse, aber Sie sollten dennoch ein Auge darauf haben. Pilz- oder bakterielle Krankheiten können sich in Grünkohlbeeten unter den richtigen Bedingungen rasch ausbreiten. Die beste Methode für gesundes Wachstum ist ein sauberer, luftiger und gut durchlässiger Garten.

Halten Sie die Beete unkrautfrei, frei von Ablagerungen und gut belichtet, um Pilz- und Bakterieninfektionen vorzubeugen. Doch selbst gepflegte Gärten sind irgendwann gefährdet. Hier sind 15 der häufigsten Grünkohlprobleme und wie Sie diese behandeln können.

1. Löchrige Blätter

Weiße Schmetterlinge (Pieris rapae) in Ihrem Garten sind oft die Ursache für kleine Löcher in den Blättern – ebenso sind es Schnecken und Kohlweißlingsraupen. Diese zarten Schmetterlinge legen Eier ab, aus denen grüne Raupen schlüpfen, die sogenannten Kohlweißlingsraupen.

Diese fressen die Blätter aller Kohlgewächse, einschließlich Grünkohl, und hinterlassen Kot auf den Pflanzen, der Ihre Blätter verschmutzt.

Um einen Befall zu vermeiden, decken Sie Ihre Grünkohlpflanzen mit Folien oder Reihendeckern ab, um die Schmetterlinge am Eierlegen zu hindern. Alternativ können Sie die Eier von den Blattunterseiten absammeln oder Insektizidseife sprühen.

Falls die Raupen bereits vorhanden sind, entfernen Sie sie per Hand und füttern Sie Ihre Hühner damit oder vernichten Sie sie in Seifenwasser. Beachten Sie, dass Hühner zwar Schädlinge fressen, aber auch gerne Grünkohlblätter.

2. Stuntende Pflanzen und ausgefranste Löcher

Wenn Ihre Pflanzen klein bleiben und größere, ausgefranste Löcher aufweisen, könnten Kohlweißlingsraupen (Trichoplusia ni) verantwortlich sein. Diese großen, grünen Raupen werden später graue Nachtfalter. Auch sie lassen sich durch Abdecken vorbeugen, oder Sie entfernen die Raupen manuell.

Beide Raupenarten reagieren gut auf den Bio-Pestizidwirkstoff Bacillus thuringiensis (Bt), der für Bienen, Menschen und Haustiere ungefährlich ist.

3. Schwache Pflanzen und gelbe Blätter

Blattläuse gehören zu den häufigsten Schädlingen im Garten. Besonders Kohlblattläuse (Brevicoryne brassicae) befallen Grünkohl und saugen die Pflanzensäfte aus.

Betroffene Blätter haben gelbliche Flecken oder verfärben sich ganz gelb, und die Pflanzen sind schwach und verkümmert.

Insektizidseife oder Neemöl sind wirksame Mittel, um Blattläuse zu bekämpfen und zu verhindern.

4. Braune, trockene Blätter und dünne Stellen

Der Harlekin-Käfer ist ein bunter Schädling, der bei warmem Wetter aktiv wird. Wenn Sie den Grünkohl den ganzen Sommer anbauen, tauchen diese Käfer häufig von Juli bis August auf.

Viele Gärtner entfernen daher im Juni vorübergehend alle Kohlgewächse, um den Käfern vorzubeugen. Alternativ sammeln Sie die Käfer von Hand ab und verfüttern sie an Ihre Hühner oder verwenden andere Methoden zur Schädlingsbekämpfung.

Grünkohl ist eine verzeihende Pflanze – sollten Sie ihn zurückschneiden oder neu aussäen müssen, ist das kein Problem.

5. Kleine Einstichlöcher im Laub

Sehr kleine Löcher deuten oft auf einen Befall mit Rapsglanzkäfern hin. Diese Schädlinge treten häufig in Gärten auf, in denen nicht regelmäßig Unkraut gejätet oder Herbstputz gemacht wird.

Hilfreich ist das Besprühen der Pflanzen mit einer Mischung aus drei Teilen Wasser, einem Teil Alkohol und einem Teil Spülmittel oder das Bestäuben mit Babypuder. Waschen Sie Grünkohl vor dem Verzehr gründlich ab, wenn Sie solche Hausmittel verwenden.

6. Faulende Blätter

Schwarzer Kohlbrand (Xanthomonas campestris pv. campestris) ist eine bakterielle Krankheit, die mit braunen, papierartigen Flecken beginnt und schnell weiter ausbreitet. Die Blätter verfärben sich schwarz und fallen letztendlich ab.

Diese Krankheit tritt vor allem in feuchten, schlecht durchlüfteten Bereichen auf, aber auch ein feuchtes Jahr kann zu einem Befall führen. Befallene Pflanzen sollten Sie entfernen und das Beet in der nächsten Saison brachliegen lassen, damit die Bakterien absterben.

7. Braune und graue Flecken auf Blättern

Alternaria-Fleckenkrankheit, verursacht durch Alternaria brassicicola und A. brassicae, verursacht braune und graue Flecken auf den Blättern. Pilzkrankheiten wie diese entstehen bei feucht-warmen Bedingungen.

Hier hilft der Einsatz von Kupfersprays als Fungizid – diese hemmen die Ausbreitung, können die Krankheit aber nicht heilen. Nach Entfernung befallener Pflanzen schützt die Behandlung die übrigen Pflanzen. Bei bekanntem Pilzbefall empfiehlt sich frühe Vorsorge.

Zur Unterstützung können Sie Grünkohl mit natürlichen antibakteriellen Pflanzen wie Knoblauch, Zwiebeln, Oregano und Thymian kombinieren, um das Infektionsrisiko zu reduzieren.

8. Unregelmäßige, trockene braune Flecken

Anthraknose (Colletotrichum higginsianum) ist ein Pilz, der bei Regenwetter schnell trockene, runde Flecken auf den Blättern bildet. Einmal ausgebrochen, ist die Krankheit fast unmöglich zu bekämpfen.

Erkrankte Pflanzen sollten sofort entfernt und verbrannt werden. Außerdem hilft ein ausreichender Pflanzabstand, da Pilze sich schlechter bei guter Luftzirkulation ausbreiten.

9. Flauschiger Belag auf Blättern

Echter Mehltau (Peronospora parasitica) zeigt sich als flauschiger Belag auf den Blattunterseiten und oft in weißen oder gelben Flecken – ein Befall, den Sie nicht essen wollen!

Er tritt vornehmlich bei feuchter, kühler Witterung auf. Präventive Maßnahmen sind guter Pflanzabstand und regelmäßiges Jäten.

Ähnlich kann auch der echte Mehltau (Erysiphe cruciferarum) zu solchen Symptomen führen. Für Tipps zur Behandlung empfehlen wir eine gezielte Anleitung zum Umgang mit Mehltau.

10. Welkende Blätter

Grünkohl wächst am besten bei kühleren Temperaturen unter 25 °C und benötigt ausreichend Wasser. Zu hohe Temperaturen und zu trockene Erde führen zu welkenden Blättern.

Dann sollten die Pflanzen gewässert oder mit Schatten geschützt werden, beispielsweise durch Schattengewebe oder Besprühen mit Wasser.

Wenn das nicht hilft, lohnt sich die Suche nach Schädlingen oder Krankheiten als Ursache.

11. Lila verfärbte Blätter

Vergewissern Sie sich, ob Sie nicht versehentlich eine Sorte mit violetten Blättern gepflanzt haben. Falls nicht, kann ein Phosphormangel im Boden der Grund sein.

Eine Bodenanalyse hilft hier weiter. Außerdem kann Frost junge Pflanzen verfärben – oft wächst das Laub danach wieder normal weiter.

12. Blassgrüne Blätter

Blassgrüne Blätter weisen häufig auf Stickstoffmangel hin. Auch hier hilft eine Bodenuntersuchung.

Blutmehl ist ein hervorragender, stickstoffreicher Dünger, der neben der richtigen Dosierung auch umweltfreundlich ist.

13. Verkümmerter oder „gebeinigter“ Wuchs

Zu wenig oder zu viel Wasser, Nährstoffe oder Licht verursachen oft, dass Grünkohl verkümmert oder zu langbeinig wächst. Lichtmangel ist besonders verantwortlich für langes, dünnes Wachstum, während Wassermangel eher Kürze verursacht.

Ein weiterer Faktor ist der Boden-pH-Wert, der idealerweise zwischen 5,5 und 6,8 liegen sollte. Überfüllte Beete mit Konkurrenz durch andere Pflanzen führen ebenfalls zu schlechtem Wachstum.

14. Schwache oder absterbende Setzlinge

„Fäulniskrankheit“ (Damping-off) verursacht das Absterben junger Pflänzchen meist durch pilzähnliche Erreger (Oomyceten). Die Keimlinge sind schlapp, die Stiele matschig.

Vorbeugung und Behandlung sind hier besonders wichtig – ausführliche Informationen zu Damping-off finden Sie in spezialisierten Gartenguides.

15. Pflanzen am Stielansatz abgeschnitten

Schädlinge wie der Erdraupenwurm („Cutworm“) zerschneiden junge Pflanzen am unteren Stiel. Morgens finden Sie oft abgeknicktes Laub am Boden.

Schutzkragen um die Pflanzen sind eine schnelle und wirksame Lösung.

Andere Fressfeinde wie Kaninchen, Rehe oder Vögel fressen ganze Blätter. Schutz mithilfe von Gartenhauben, Zäunen oder Abdeckungen ist oft der beste Weg, um Grünkohl wirkungsvoll zu schützen.

Fazit – So schützen Sie Ihren Grünkohl effektiv

Die richtige Pflege und Kontrolle ist der Schlüssel zum Erfolg beim Grünkohlanbau. Durch regelmäßige Kontrolle, gute Gartenhygiene, passendes Pflanzenmanagement und bei Bedarf gezieltem Einsatz von biologischen Mitteln schützen Sie Ihre Ernte vor den häufigsten Schädlingen und Krankheiten.

Grünkohl begeistert mit seinem robusten Wachstum, seiner Vielseitigkeit in der Küche und seinem hohen Nährwert – mit den passenden Tipps können Sie diese Köstlichkeit lange genießen.

Laisser un commentaire

Votre adresse e-mail ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *