15 Ungewöhnliche Kräuter für Ihren Garten und Ihre Küche
Wer seinen Kräutergarten erweitern möchte, findet mit ungewöhnlichen Kräutern faszinierende neue Aromen und interessante gesundheitliche Vorteile. Neben den Klassikern wie Basilikum, Thymian, Rosmarin und Dill gibt es zahlreiche außergewöhnliche Kräuter, die nicht nur kulinarisch überzeugen, sondern oft auch als Heilpflanzen geschätzt werden. In diesem Artikel stellen wir Ihnen 15 seltene Kräuter vor, die Ihrem Garten und Ihrer Küche eine spannende Note verleihen.
1. Perilla (Shiso)
Perilla, auch als Shiso, Chinesisches Basilikum oder Rinderhackpflanze bekannt, gehört zur Familie der Minzen und wird in vielen asiatischen Ländern seit Jahrhunderten genutzt, ist jedoch in Nordamerika eher ungewöhnlich. Diese einjährige Pflanze gedeiht am besten in warmem, feuchtem Klima und eignet sich hervorragend für USDA-Pflanzzonen 3 bis 10.
- Standort: Vollsonne mit etwas Schatten während der heißesten Tageszeit
- Verwendung: Blätter frisch in Gemüsepfannen und Gerichten mit Knoblauch
- Besonderheit: Enthält viele Omega-3-Fettsäuren, wirkt antimikrobiell
2. Mexikanischer Estragon (Tagetes lucida)
Der mexikanische Estragon ist ein würziges Kraut mit einem tiefen Lakritzgeschmack und gilt als interessante Alternative zum französischen Estragon. In warmen Zonen (9–11) ist er mehrjährig, kann in kühleren Regionen auch als einjährige Pflanze kultiviert werden.
- Standort: Vollsonniger, gut durchlässiger Boden
- Pflanzenabstand: Mindestens 60 cm
- Verwendung: Würziges Aroma für Ei- und Fleischgerichte; die Blütenblätter eignen sich für Tee bei Erkältungen und Magenbeschwerden
3. Andorn (Marrubium vulgare)
Das Andornkraut ähnelt in Form und Aroma Minze, besitzt aber eine herbere, leichte Lakritznote. Als mehrjährige Pflanze ist es robust, selbst in weniger fruchtbaren Gartenbereichen einsetzbar und zieht nützliche Insekten an.
- Standort: Sonne bis Halbschatten, für Zonen 3–10 geeignet
- Verwendung: Getrocknete Blätter geben Fisch-, Geflügel- und Wokgerichten Aroma; Tee hilft bei Atemwegserkrankungen
4. Liebstöckel (Levisticum officinale)
Liebstöckel ist ein hervorragender Ersatz für Petersilie und Sellerie. Die bis zu 1,80 m hohen Stängel können wie Sellerie verwendet werden, die Wurzel eignet sich als Wurzelgemüse, und die Blätter für frische Salate.
- Standort: Gut durchlässiger, sandiger Lehmboden, volle Sonne
- Pflanzzonen: 3–9
- Ernte: Nach 2 Monaten schon erste Blätter ernten möglich
5. Anisysop (Agastache foeniculum)
Ein ungewöhnliches Kraut aus der Minzfamilie mit einem Duft, der an Basilikum und französischen Estragon erinnert. Ideal für den Hintergrund von mehrjährigen Kräutergärten.
- Standort: Vollsonne, Schatten vermeiden
- Abstand: 45 cm
- Verwendung: Blätter für Salate, Gelees und Kräutertee, auch zur Hautpflege
6. Zahnwurzel (Spilanthes oleracea)
Die Zahnwurzel wird wegen ihrer schmerzlindernden Wirkung bei Zahnschmerzen geschätzt. Die ungewöhnlichen Blüten sind optisch ein Highlight.
- Standort: Reichhaltiger, humoser Boden, viel Wasser, volle Sonne oder Nachmittagsschatten
- Pflanzzonen: 9–11
- Verwendung: Frische Blätter im Eintopf, zum Teeaufguss, gegen Erkältungen und Magenbeschwerden
7. Mutterkraut (Tanacetum parthenium)
Mutterkraut gehört zur Familie der Korbblütler und wirkt traditionell gegen Migräne und Erkältungen. Es ist winterhart und selbstaussähend, daher ist gelegentliches Ausdünnen wichtig.
- Standort: Sonne bis Halbschatten, Zonen 5–10
- Aussaat: Direkt im kühlen Frühling, nicht abdecken
- Verwendung: Frisch oder getrocknet für Tee und als natürliches Insektenschutzmittel
8. Süßdolde (Myrrhis odorata)
Dieses alte Heil- und Küchenkraut bietet einen süßen Geschmack und erinnert an Anis und Süßholz. Auch die Stängel können wie Sellerie verwendet werden.
- Standort: Halbschatten bis Schatten, gut kompostierter Boden
- Aussaat: Direktsaat im späten Frühjahr; Kaltstratifikation erforderlich
- Hinweis: Blüten entfernen, um starke Selbstverbreitung zu vermeiden
9. Vietnamesischer Koriander (Persicaria odorata)
Vietnamesischer Koriander hält Hitze gut aus und hat ein rauchiges Korianderaroma. Ideal für diejenigen, die mit schnell schießendem Koriander Schwierigkeiten haben.
- Standort: Morgensonne, Nachmittagsschatten
- Pflanzzonen: 9–11 (mehrjährig), sonst als einjährige Kultur
- Tipp: In Töpfen pflanzen, da stark wuchernd
10. Tulsi (Ocimum sanctum)
Tulsi, auch heiliger Basilikum genannt, gewinnt als Heilpflanze gegen Stress und oxidativen Zellschutz zunehmend an Beliebtheit. Es ist einfach zu kultivieren und passt in ähnliche Anbaubedingungen wie Basilikum.
11. Epazote (Dysphania ambrosioides)
Epazote ist ein vielseitiges, trockenheitsresistentes Kraut, das in manchen Regionen als Unkraut gilt, aber kulinarisch äußerst wertvoll ist. Ideal für Zonen 4–12.
- Tipp: In Töpfen halten, um Ausbreitung zu kontrollieren
12. Raute (Ruta graveolens)
Die Raute beeindruckt optisch mit grauen, spitzen Blättern und kleinen gelben Blüten. Sie ist zwar giftig, kann aber äußerlich verwendet werden. Winterhart in Zonen 4–10.
13. Stevia (Stevia rebaudiana)
Stevia ist eine natürliche Zuckeralternative mit extrem süßen Blättern, ideal für Diabetespatienten oder Zuckerreduzierte Ernährung. Kultivierbar als mehrjährige Pflanze ab Zone 8 oder einjährig in kühleren Gebieten.
14. Eibisch (Althaea officinalis)
Der Eibisch war Namensgeber der klassischen Süßigkeit Marshmallow. Diese Pflanze liebt Bestäuber und zeigt hübsche weiße Blüten. Nutzung zur Beruhigung von Haut und Husten.
15. Kurkuma (Curcuma longa)
Kurkuma gilt als Superfood und ist vor allem für seine Wurzel bekannt, die in vielen Kulturen als Heilmittel genutzt wird. Auch Blätter und Blüten sind essbar. Als mehrjährige Pflanze bevorzugt es Zonen 8–12.
Fazit: Ungewöhnliche Kräuter für mehr Vielfalt im Garten
Ungewöhnliche Kräuter erweitern nicht nur das Geschmacksrepertoire, sondern sind oft vielseitig einsetzbar – ob in der Küche, als Heilpflanze oder im Garten zur Förderung der Biodiversität. Probieren Sie diese außergewöhnlichen Kräuter aus und bereichern Sie Ihren Kräutergarten mit neuen Düften, Farben und Aromen.
