17 Häufige Probleme beim Maisanbau und wie Sie sie lösen können
Mais ist eine widerstandsfähige Pflanze, doch beim Anbau können zahlreiche Herausforderungen auftreten. Von ungleichmäßiger Bewässerung über Schädlinge bis hin zu Pilzkrankheiten – viele Probleme lassen sich durch gutes Wissen und geeignete Maßnahmen vermeiden oder beheben. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche 17 häufigen Probleme beim Maisanbau auftreten können und wie Sie Ihre Ernte schützen und optimieren.
1. Körner keimen nicht
Maiskörner keimen in der Regel ein bis drei Wochen nach der Aussaat. Bleiben die Samen länger als einen Monat ungesprießen, lohnt sich ein Blick in die Erde. Sind die Körner matschig oder faul, liegt meist eine mangelhafte Drainage im Boden vor. Stauende Nässe führt zu Fäulnis vor der Keimung. Außerdem kann zu frühes Pflanzen im kalten Boden die Keimung verhindern oder die Samen töten.
Vermeiden Sie auch zu trockene Bedingungen – trockene Körner zeigen oft mangelnde Bewässerung oder zu früh ausgesäte, eventuell steril gewordene Samen. Optimal ist die Aussaat spätestens zwei Wochen nach dem letzten Frostdatum im Frühjahr.
2. Schwaches Wachstum der Sämlinge („Failure to thrive“)
Keimen die Körner, wirken die Sämlinge aber schwach, können Maissaatwurmlarven oder Schnellkäferlarven die Ursache sein. Diese Larven fressen an den jungen Pflanzen und zerstören sie teilweise vollständig.
Prävention gelingt durch Fruchtwechsel und gründliches Umgraben der Beete im Herbst. So können Vögel die Schädlinge fressen. Ein bewährtes Lockmittel sind Kartoffelscheiben, die mit einem Spieß einige Zentimeter tief in den Boden gesteckt werden. Kontrollieren Sie die Fallen regelmäßig und entfernen Sie die Larven, zum Beispiel mit Wasser oder als Hühnerfutter.
3. Junge Pflanzen sind auf Bodenhöhe abgenagt
Abgeknickte Maisstängel auf Bodenhöhe deuten auf Engerlinge (Cutworms) hin. Diese verstecken sich tagsüber im Boden und fressen nachts die Stängel ab.
Eine einfache Methode ist das nächtliche Absammeln mit Taschenlampe und Ertränken in Seifenwasser. Schutz bieten außerdem Karton-« Krägen », die etwa 15 cm lang um die Stängel gelegt und 2-5 cm in den Boden gedrückt werden. Umwickeln Sie diese mit doppelseitigem Klebeband, um die Larven abzuhalten.
4. Umgefallene Pflanzen
Maiszünsler können die Pflanzensäfte im Stängel schwächen und zu umfallenden Pflanzen führen. Auch Wind, Kinder oder Haustiere können Mais umknicken. Gartenabfälle beseitigen hilft, den Zünslerbefall zu reduzieren.
Ein stabiler Zaun schützt vor größeren Störungen. Zudem kann zu viel Stickstoff im Boden Pflanzen ermüden und instabil machen – verwenden Sie daher gut verrotteten Kompost und achten Sie auf ausgewogene Nährstoffversorgung.
5. Ausgerissene Pflanzen
Große Vögel, Waschbären oder Eichhörnchen können Pflanzen ausreißen, um an Körner oder Larven zu gelangen. Row Cover (reissfeste Abdeckungen) schützen junge Pflanzen bis zu einer Höhe von etwa 30 cm vor solchen Schäden.
6. Lochige Blätter und Stängel
Löcher an Blättern und Stängeln entstehen häufig durch den Mais-Blattkäfer. Diese Insekten fressen nicht nur an den Blättern, sondern übertragen auch die bakterielle Stewart-Welke, die die Gefäße der Pflanze zerstört.
Vorbeugend helfen gründliches Umgraben vor der Pflanzung, um Larven freizulegen, sowie regelmäßige Kontrolle und Entfernung der Käfer. Doppelseitiges Klebeband kann die Käfer fangen, da sie krabbeln statt fliegen. Auch Heuschrecken werden so abgehalten.
7. Gefleckte und gestreifte Blätter
Viruserkrankungen wie Zwergmosaikvirus oder Zuckerrohrmosaikvirus führen zu Blattmosaiken, Streifen und vertrocknenden Pflanzenteilen. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten; befallene Pflanzen müssen entfernt und verbrannt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Eine mehrjährige Brache des Bodens und die Bekämpfung von Blattläusen (Virusüberträger) sind unbedingt zu empfehlen. Nutzen Sie Blühpflanzen, die parasitische Wespen anlocken, als natürliche Helfer.
8. Aufgerollte Blätter
Rollende oder eingerollte Blätter sind meist ein Zeichen von Wassermangel. Mais benötigt regelmäßige und ausreichende Bewässerung, um gut zu wachsen. Unregelmäßige oder zu geringe Wassergaben führen zu Blattrollen und Wachstumsstörungen.
9. Vertrocknete Blätter
Bleibt die Wasserversorgung zu gering, verfärben sich die Blätter zuerst gelb und rollen ein, später vertrocknen sie braun und sterben ab. Gelbe Blätter können bei besserer Bewässerung eventuell noch gerettet werden, braune sollten abgeschnitten werden, um Fäulnis an der Pflanze zu vermeiden.
10. Blätter mit lila Streifen
Eine häufige Ursache für kurze, schwache Maispflanzen mit lila Adern ist ein Phosphormangel. Dieser lässt sich durch Zugabe von Knochenmehl oder einem Dünger mit NPK-Verhältnis 5-10-5 effektiv beheben.
11. Verformte Maiskörner (Maisbrand)
Der Maisbrand (Ustilago maydis) verursacht große, knollige, graue Auswüchse an den Kolben. Diese Pilzinfektion ist sehr ansteckend, betrifft oft mehrere Pflanzen im Feld und kann kaum bekämpft werden.
Interessanterweise wird dieser « Pilzbrand » in Teilen Mexikos als Delikatesse unter dem Namen Huitlacoche oder « mexikanische Trüffel » geschätzt. Wer mutig ist, kann den Maisbrand als kulinarische Besonderheit genießen. Ansonsten hilft nur die Fruchtfolge und der Anbau resistenter Sorten.
12. Pilzkrankheiten
Neben Maisbrand zählen auch Rost (Puccinia sorghi), Blattfleckenkrankheiten und Tar-Spot (Phyllachora maydis) zu häufigen Pilzerkrankungen im Maisanbau. Pilzsporen sitzen oft im Boden und sind schwer zu bekämpfen.
Wählen Sie pilzresistente Sorten, halten Sie die Pflanzen luftig durch Entfernen von Gartenresten und nutzen Sie Fruchtfolge. Bewässern Sie möglichst bodennah statt von oben, um Blattnässe zu vermeiden.
13. Kleine Schädlinge (Aphiden)
Aphiden können Maispflanzen stark befallen, zum Beispiel durch Verkrüppelung der Blätter oder krummes Wachstum. Zur Bekämpfung eignen sich Neemöl, verdünnte Spülmittel-Lösung und Nahrungsdiatomeenerde, die Schädlinge austrocknet.
14. Fehlende Seide an den Kolben
Wenn sich keine oder zu wenig Seide an den Kolben entwickelt, kontrollieren Sie auf Blattkäfer, Ohrwürmer oder andere Insekten, die die Seide abbeißen. Entfernen Sie diese Schädlinge manuell und nutzen Sie doppelseitiges Klebeband auf den Stängeln als Barriere.
Nitrogenmangel kann ebenfalls die Seidenentwicklung hemmen – behandeln Sie die Pflanzen bei Bedarf mit einem stickstoffreichen Komposttee.
15. Ungleichmäßige Körnerentwicklung
Unvollständig entwickelte Körner entstehen oft durch unregelmäßige oder unzureichende Bewässerung in der Blütephase oder durch schlechte Bestäubung. Für eine gute Bestäubung sollten Sie mindestens ein Dutzend Pflanzen in einem Block anbauen.
16. Kleine Kolben
Zu kleine Maiskolben sind häufig die Folge von Nährstoffmangel und zu engem Pflanzenabstand (weniger als 20-25 cm). Besonders in kälteren Klimazonen mit kurzer Vegetationszeit kann die Reife beeinträchtigt sein. Achten Sie auf ausreichend Kompost und optimale Pflanzabstände.
17. Aufgesprungene Körner („Popped kernels“)
Plötzliche Temperatursprünge können vorkommen, wenn der Mais so reift, dass die Körner durch ihre Hülle brechen. Dieses Problem kann kaum verhindert werden und führt zum Verlust der Erntequalität.
Preventive Tipps für gesunden Maisanbau
Die meisten dieser Probleme lassen sich durch eine optimale Pflege vermeiden: Verwenden Sie gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden, achten Sie auf regelmäßige Bewässerung und pflanzen Sie in Reihenblöcken für eine gute Bestäubung. Der Einsatz pilzresistenter Sorten und die Fruchtfolge verhindern Krankheiten.
Begleitpflanzungen mit schädlingsabwehrenden Pflanzen und der Einsatz von natürlichen Nützlingen runden eine nachhaltige Maiskultur ab. So genießen Sie eine reiche Ernte von gesundem und schmackhaftem Mais!
