5 Bewährte Methoden zur Verhinderung von unschönem Blumenkohl-Buttoning
Produzieren Ihre Blumenkohlköpfe mehrere einzeln erscheinende Röschen anstelle eines dicht gepackten Strunks? Dieses Phänomen nennt man „Blumenkohl-Buttoning“ und es lässt die Köpfe oft unansehnlich und merkwürdig wirken. Im Folgenden erfahren Sie fünf erprobte Strategien, mit denen Sie das Auftreten von Buttoning vermindern und stattdessen schöne, feste Blumenkohlköpfe ernten können.
Was ist Blumenkohl-Buttoning?
Beim Blumenkohl bezeichnet man den weißen, dicht gepackten Teil als Strunk (engl. curd). Ziel ist es, einen festen Strunk zu ernten – im Gegensatz zum lockeren, unschönen Buttoning. Wichtig ist auch zu unterscheiden zwischen Buttoning und dem sogenannten „Schossen“ (Bolting), bei dem die Pflanze frühzeitig in die Samenbildung übergeht und keine gesunden Köpfe bildet. Während Buttoning einen lockeren Strunk beschreibt, steht Bolting für das vorzeitige Blühen, was ebenfalls zu minderwertigen Erträgen führt.
1. Stellen Sie eine ausgewogene Stickstoffversorgung sicher
Obwohl Stickstoff meist mit grünem Blattgemüse assoziiert wird, benötigt auch Blumenkohl als Kohlgemüsefamilienmitglied (Brassicaceae) eine ausreichende Stickstoffzufuhr für eine optimale Entwicklung. Ein Mangel an Stickstoff kann Ihre Pflanzen stressen und zur Buttoning-Problematik führen.
Vor der Pflanzung empfehlen sich Bodenanalysen, um den Stickstoffgehalt zu prüfen. Liegt der Wert unter 40 ppm, sollten Sie mit stickstoffhaltigem Dünger, z. B. Blutmehl, nachdüngen, um den Bereich von 40–60 ppm zu erreichen. Achten Sie dabei jedoch darauf, nicht zu viel Stickstoff zu geben, da dies vermehrtes Blattwachstum und weniger Kopfentwicklung begünstigen kann.
2. Sorgen Sie für gleichmäßige Bewässerung
Blumenkohl benötigt stets feuchten Boden, der weder austrocknet noch zu nass wird. Inkonsistente Bewässerung kann zu Stress und somit zum Buttoning führen. Gießen Sie vorzugsweise morgens den Boden direkt an der Wurzel und passen Sie die Wassermenge je nach Wetterlage an – weniger bei Regen, mehr bei Hitze.
Ein gut durchlässiger Boden verhindert Staunässe. Lockern Sie Ihre Beete bei Bedarf mit Perlit oder vulkanischem Gestein auf. Bei trockenen Bedingungen kann Kokosfaser oder Vermiculit eingearbeitet und mit Mulch, etwa aus Stroh oder Kokosfasern, bedeckt werden, um Feuchtigkeit langfristig zu speichern.
3. Schützen Sie Ihre Pflanzen vor plötzlichen Hitzeperioden
Blumenkohl bevorzugt kühlere Temperaturen (ca. 10–21 °C) und reagiert empfindlich auf plötzliche Hitzewellen über 27 °C, die kurz vor der Kopfentwicklung auftreten. Solche Temperaturspitzen können zu Buttoning oder gar Bolting führen, da die Pflanze in Stress gerät und den Strunk nicht richtig ausbildet.
Halten Sie daher Schattennetze bereit, die Ihre Pflanzen bei Wärmespitzen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Ebenso können die äußeren Blätter vorsichtig über den noch kleinen Köpfen „zusammengefaltet“ und als natürliche Schutzhülle fixiert werden, um Kühlung zu fördern.
4. Vermeiden Sie eine verspätete Pflanzung
Der Zeitpunkt der Pflanzung ist entscheidend, um die optimale Wachstumsphase bei idealen Temperaturen zu nutzen. Starten Sie Ihre Samen sechs bis acht Wochen vor dem letzten Frosttermin in Ihrer Region, damit die Jungpflanzen bei gemäßigten Temperaturen in den Boden gesetzt werden können.
So ist sichergestellt, dass die Köpfe während der kühleren Frühlings- oder Herbstperiode reifen und eine zu starke Hitze im Sommer vermieden wird. Wird zu spät gepflanzt, droht häufig wieder das Buttoning durch zu hohe Temperaturen.
5. Schützen Sie Ihre Pflanzen vor plötzlichen Kälteeinbrüchen
Nicht nur Hitze, sondern auch eine unerwartete Kälteperiode kann Blumenkohl zum Buttoning verleiten. Plötzlicher Frost oder kalte Nächte stressen die Pflanzen und führen zur Bildung lockerer, kleiner Köpfe.
Bewahren Sie daher stets Pflanzvlies oder Frostschutzgewebe griffbereit. Bei Frostwarnungen decken Sie Ihre Pflanzen ab und lüften sie am nächsten Morgen wieder, sobald die Temperaturen steigen. Bei kleineren Beeten sind auch leichte Decken oder Flanellbettlaken eine praktikable Alternative.
Ist Blumenkohl-Buttoning ein Qualitätsverlust?
Viele fragen sich, ob Blumenkohl-Buttoning den Verzehr ausschließt. Die kurze Antwort lautet: Nicht unbedingt. Auch wenn der Strunk nicht fest ist, sind die einzelnen Röschen meist genießbar und enthalten wertvolle Vitamine und Ballaststoffe.
Der Geschmack kann beeinflusst sein, wenn durch eine Stressperiode Bitterstoffe gebildet wurden. Diese lassen sich oftmals durch kurzes Blanchieren mildern. Für den Eigengebrauch ist Buttoning daher kein Grund zur Sorge – kochen, rösten, stampfen oder einlegen Sie Ihren Blumenkohl nach Belieben.
Für den Verkauf eignen sich solche Köpfe hingegen nicht, da die meisten Verbraucher einheitliche Ware erwarten. Verwenden Sie Buttoning-Blumenkohl lieber selbst, etwa für Blumenkohlreis, der besonders in ketogenen, paleo- oder Whole30-Ernährungsformen beliebt ist.
